Landeskunde Baden-Württemberg

 

Industrie

Der Industriestandort Baden-Württemberg ist nicht nur führend in Deutschland, sondern kann sich mit 33 Prozent Industrieanteil an der Bruttowertschöpfung auch international behaupten. Bundesweit kommen die Länder Bayern und Saarland diesem Wert am nächsten mit jeweils rund 26 Prozent. Diese Stärke liegt nicht zuletzt daran, dass in Baden-Württemberg zahlreiche Weltmarktführer zuhause sind. Bezogen auf Einwohner sind es sogar doppelt so viele, wie im Bundesdurchschnitt, wobei die meisten (90 Prozent) der Industrie zugehörig waren. 2011 gab es 337 Weltmarktführer in Baden-Württemberg, die zwar über das ganze Bundesland verteilt, aber in den Regionen Stuttgart und Heilbronn-Franken besonders stark vertreten sind. Neben den großen Unternehmen zeichnen aber vor allem auch kleine und mittlere Unternehmen den Standort aus. So erwirtschafteten 2014 Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigte mehr als die Hälfte des Umsatzes in der Industrie. Etwa drei von vier Unternehmen in Baden-Württemberg haben dabei weniger als 100 Beschäftigte.

Insgesamt gibt es im Südwesten 43.000 Industrieunternehmen, die 2014 rund 381 Milliarden Euro erzielten. Obwohl nicht einmal jedes zehnte Unternehmen in der Industrie produziert, liegt deren Umsatz bei rund 42 Prozent des Umsatzes in Baden-Württemberg insgesamt.

Branchen in der Industrie

Die Branchen der Industrie in Baden-Württemberg sind vielfältig, auch wenn die Autobau- und Maschinenindustrie besonders stark ist. So waren 20 Prozent der Betriebe 2014 im Maschinen- und Fahrzeugbau tätig und erwirtschafteten mehr als die Hälfte des Umsatzes. Ebenfalls stark ist die Chemie-, Elektronik- und Metallindustrie vertreten, die zusammen mit etwa 33 Prozent zum Umsatz beitrugen. Insbesondere für die Pharmaindustrie hat in Baden-Württemberg einen großen Anteil. Bundesweit arbeitet fast jeder vierte in der Pharmaindustrie Beschäftigte im Ländle.

Export

Die Industrie in Baden-Württemberg ist stark international ausgerichtet. So wurde 2015 mehr als die Hälfte des Umsatzes (56,4 Prozent) aus Geschäften mit Auslandskunden erwirtschaftet. Das ist der höchste Wert unter allen Flächenländern in Deutschland, bei denen im Durchschnitt die Exportquote bei 47,6 Prozent lag. Am meisten hat Baden-Württemberg dabei in die Länder USA, Frankreich, Schweiz, China und Niederlande exportiert.

Im Lauf der vergangenen Jahre ist der Export immer wichtiger geworden. So lag die Exportquote 2000 noch bei 41,6 Prozent. Doch bringt die starke Ausrichtung auf Export auch eine Abhängigkeit von der Eurozone und den weltwirtschaftlichen Entwicklungen in der Industrie mit sich. Gezeigt hat sich das bei der Finanzkrise 2009, als die Industrie in Baden-Württemberg im Bundesvergleich besonders stark eingebrochen ist (-21 Prozent, Deutschland: -15 Prozent). Dafür hat sich die Industrie auch vergleichsweise schnell wieder erholt, da sie 2010 bereits wieder auf dem Niveau vor der Krise war.