Landeskunde Baden-Württemberg

 

Sophie Scholl (1921-1943)

Bild: LMZ

 

Am 9. Mai 1921 wurde Sophie Scholl im württembergischen Forchtenberg als Tochter des Bürgermeisters und dessen Frau geboren. Mit ihren vier Geschwistern wuchs sie im Elternhaus in Ulm auf, wo sie eine christlich-humanistische, für damalige Zeiten moderne Erziehung erfuhr. Diskussion, Hinterfragung und Religiosität prägten ihre Jugend.

Wie auch ihre älteren Geschwister war Sophie Scholl zunächst angetan von der nationalsozialistischen Vorstellung eines Gemeinschaftsideals. 1934 trat sie dem Bund Deutscher Mädel (BDM) bei und übernahm dort bald darauf leitende Funktionen. Da sowohl Sophie als auch ihre Geschwister gleichzeitig die Ideale der bündischen Jugend vertraten, kam es bald zu Konflikten bis hin zu einer kurzzeitigen Inhaftierung durch die Gestapo 1937. Durch diese Erlebnisse entwickelten Sophie und ihre Geschwister bald eine kritische Haltung gegenüber dem nationalsozialistischen Regime.

1940 begann Sophie Scholl eine Ausbildung zur Kindergärtnerin und hoffte, so dem Reichsarbeitsdienst zu entgehen. Die Hoffnung wurde jedoch nicht erfüllt, und so konnte sie erst nach ihrer Feldarbeit 1942 das Studium der Philosophie und Biologie in München aufnehmen, wo auch ihr Bruder Hans studierte.

Mitarbeit in der Weißen Rose

 

Im Münchener Freundeskreis der Geschwister Scholl bildete sich die Abwehrhaltung gegen den Nationalsozialismus immer stärker heraus. Nachdem Hans von seinen Erlebnissen an der Russlandfront erzählte, schlossen sich die Geschwister der studentischen Widerstandsgruppe Weiße Rose an, die in Flugschriften zum Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime aufrief. Die schnelle Verbreitung des Flugblatts in vielen deutschen Städten zog eine intensive Fahndung nach den Urhebern nach sich.

Als Mitte Februar 1943 das sechste Blatt der Weißen Rose fertig gestellt wurde, in dem zur Errichtung eines „neuen geistigen Europa“ aufgerufen wurde, entdeckte der Hausmeister der Münchener Universität Sophie Scholl und ihren Bruder beim Verteilen der Flugblätter. Die Gestapo verhaftete daraufhin Sophie und Hans als auch Chrisoph Probst, ein weiteres Mitglied der Weißen Rose.  Nach einem dreitägigen Verhör wurden die drei am 22. Februar 1943 zum Tode verurteilt und am selben Tag im Strafgefängnis München-Stadelheim durch das Fallbeil hingerichtet.

 

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„Momente“ ist die populärwissenschaftliche historische Zeitschrift in Baden-Württemberg. Hier finden Sie Informationen über Menschen, die die Politik und das Leben des deutschen Südwestens maßgeblich beeinflussten.

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