Landeskunde Baden-Württemberg

 

Die "Offenburger Forderungen"

Es waren grundlegende Menschenrechte, vor allem die Forderung nach Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Freiheit der Lehre und Religionsfreiheit (Artikel 2 und 3), nach persönlicher Freiheit (Artikel 5), Versammlungsfreiheit, nach dem Recht, Vereine zu gründen, und schließlich nach Freizügigkeit. Neben diesem Grundrechtekatalog enthalten die „Offenburger Forderungen“ noch vier weitere Forderungen, die sich 1848 ebenfalls in den liberalen Märzforderungen in ganz Deutschland wieder fanden: So wurde die Vereidigung des Militärs auf die Verfassung gefordert (Artikel 4). Das Militär sollte ein Bürgerheer sein mit dem Recht aller Bürger, eine Ausbildung an der Waffe zu bekommen (Artikel 7).

Weiter wurden Geschworenengerichte (Artikel 11) gefordert, die Abschaffung sämtlicher Vorrechte (des Adels) (Artikel 13) und eine gesamtdeutsche Volksvertretung (Artikel 6).

Dem größten Teil der „Offenburger Forderungen“ von 1847 hätten auch alle gemäßigten Liberalen zustimmen können. Das eigentlich Neue, politisch Radikale enthielten die Artikel 8, 9 und 10. Hier wurden eine „gerechte“, das heißt progressive Einkommensteuer gefordert, der gleiche Zugang zur Bildung für alle Bürger (unabhängig vom Einkommen) und die „Ausgleichung des Mißverhältnisses zwischen Arbeit und Capital“ mit einem besonderen Schutz der Arbeit(er). Diese sozialen Forderungen markierten die Trennung der in Offenburg versammelten radikalen Demokraten von den gemäßigten Liberalen.