Landeskunde Baden-Württemberg

 

Winfried Kretschmann

Winfried Kretschmann. Foto: Staatsministerium
Foto: Staatsministerium

Winfried Kretschmann wurde am 17. Mai 1948 in Spaichingen geboren. Er ist katholisch, verheiratet und Vater einer Tochter und zweier Söhne.

Beruflicher Werdegang

1968 machte Kretschmann sein Abitur und absolvierte den Grundwehrdienst. Danach studierte er Naturwissenschaften an der Universität Hohenheim. Sein Staatsexamen erlangte er 1977. Danach arbeitete er als Lehrer in Stuttgart, Esslingen, Mengen und Bad Schussenried.

Politische Laufbahn

Während seines Studiums war Winfried Kretschmann ASTA-Vorsitzender an der Uni Hohenheim und trat unter anderem aufgrund des ideellen Einflusses der 68er-Bewegung linksradikalen K-Gruppen bei. Nach diesem von ihm selbst als fundamentalen politischen Irrtum bezeichneten Schritt unterrichtete er in seiner Funktion als Lehrer Schülerinnen und Schüler jenseits aller Ideologien über die grundlegenden chemischen und biologischen Zusammenhänge der Welt. Die Politik ließ ihn trotzdem nicht mehr los.

Zwischen 1979 und 1980 war Kretschmann einer der Mitbegründer der Grünen in Baden-Württemberg und zog 1980 mit fünf anderen grünen Parteimitgliedern in den ersten Landtag eines Flächenstaates ein. Von 1982 bis 1984 war er Mitglied des Kreistags in Esslingen. Von 1983 bis 1984 fungierte er als Sprecher der Grünen im Landtag. Als langjähriges Landtagsmitglied gehörte er dem Parlament von 1980 bis 1984 und von 1988 bis 1992 an. Seit 1996 sitzt er wieder im baden-württembergischen Landtag.

1986 holte Joschka Fischer ihn in das erste grüne Umweltministerium nach Hessen. Bereits 1988 kehrte Kretschmann in den Landtag in Baden-Württemberg zurück. 1992 unterlag er Helmut Palmer in seinem Wahlkreis und verlor sein Mandat. Nach vier Jahren fast politikfreiem Lehrerdasein zog er 1996 wieder in den Landtag ein und wurde umweltpolitischer Sprecher und Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Verkehr. 2002 wählte die Fraktion Winfried Kretschmann zu ihrem Vorsitzenden. 2005 wurde er als Spitzenkandidat der Grünen zur Landtagswahl aufgestellt. Zwei Jahre später wirkte er in der Föderalismuskommission II mit. 2010 wurde er in das „Schlichtergremium Stuttgart 21“ berufen. Im Juni desselben Jahres wählte ihn seine Partei zum zweiten Mal zu ihrem Spitzenkandidaten für die Landtagswahl.

Am 12.05.2011 wurde Winfried Kretschmann erstmals zum Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg und Chef einer grün-roten Koalition gewählt. Am 12. Mai 2016 wurde er erneut im ersten Wahlgang vom Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt, dieses Mal von einer grün-schwarzen Koalition.

Bedeutung für Baden-Württemberg

Als Ministerpräsident des Landes bestimmt Kretschmann die Richtlinien der Politik, führt den Vorsitz der Regierung und leitet ihre Geschäfte. Außerdem vertritt er das Land Baden-Württemberg nach außen und ernennt die Richter und Beamten des Landes. Zusätzlich ist Winfried Kretschmann der Fraktionsvorsitzende der baden-württembergischen Grünen und koordiniert die Interessen und politische Anliegen innerhalb der Partei.

 

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Momente: Land&Leute

 

„Momente“ ist die populärwissenschaftliche historische Zeitschrift in Baden-Württemberg. Hier finden Sie Informationen über Menschen, die die Politik und das Leben des deutschen Südwestens maßgeblich beeinflussten.

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