Landeskunde Baden-Württemberg

 

Region Südlicher Oberrhein

Die Region Südlicher Oberrhein ist ein Teilraum der "Trinationalen Metropolregion Oberrhein". Im Westen liegt das französische Elsass und im Süden die Schweiz. Zur Region gehören der Stadtkreis Freiburg i. Breisgau und die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen sowie der Ortenaukreis mit insgesamt 126 Städten und Gemeinden. 

Insgesamt umfasst die Region Südlicher Oberrhein 4.062 Quadratkilometer. Davon besteht mit 47 Prozente fast die Hälfte der Fläche aus Wald und etwa 40 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt. Der Anteil der Wasserfläche liegt bei 1,5 Prozent und 11 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche. Während die Bevölkerungszahl 1987 noch bei 868.946 Einwohnern lag, leben heute 1.065.924 Einwohner (Stand 31.12.2015) in der Region - ein Bevölkerungszuwachs von 22,7 Prozent. Dies entspricht einer Steigerung von rund 27 Prozent.

Mensch und Umwelt

Menschen stellen unterschiedliche Anforderungen an die Umwelt. Diese Ansprüche in Einklang zu bringen und dabei die natürlichen Gegebenheiten der vielgestaltigen und schönen Landschaft zu erhalten ist Aufgabe des Regionalverbandes Südlicher Oberrhein. Dafür wird der Regionalplan Südlicher
Oberrhein erarbeitet und aktualisiert. In ihm werden rechtsverbindliche  Regelungen zu zukünftigen Siedlungsflächen, Infrastruktureinrichtungen sowie den zu erhaltenden und zu entwickelnden landschaftlichen Freiräumen festgelegt.

Aufgaben und Ziele

Innerhalb dieses überörtlichen Rahmens konkretisieren die
Städte und Gemeinden durch die Bauleitplanung ihre jeweiligen gemeindebezogenen Entwicklungsvorstellungen. Mit anderen Worten: Der Regionalverband sorgt durch Planung, Beratung und regionale Entwicklungskonzepte für die räumliche Ordnung und Zukunftsfähigkeit der Region Südlicher Oberrhein.

Neben dieser Pflichtaufgabe engagiert sich der Regionalverband Südlicher Oberrhein in weiteren Projekten von regionaler Bedeutung. So stellen der fortschreitende Flächenzuwachs der Siedlungsflächen nach außen und ungenutzte Grundstücke im Inneren eine zunehmende Belastung für Natur und Landschaft, aber auch für die Innenstädte und Ortszentren dar. Zunehmend setzt sich die Erkenntnis durch, dass neue Siedlungsflächen und Infrastrukturen auch eine finanzielle Belastung für die Städte und Gemeinden darstellen. Der demografische Wandel hat der politischen, fachlichen und gesetzlichen Forderung "Innen- vor Außenentwicklung" neuen Auftrieb gegeben.


Innenentwicklung ist jedoch kein Selbstläufer. In diesem Bewusstsein hat der Regionalverband Südlicher Oberrhein beispielsweise das Forschungsprojekt "Flächenmanagement durch innovative Regionalplanung" (FLAIR) initiiert, zusammen mit zehn Projektgemeinden bearbeitet und erfolgreich abgeschlossen.

Verkehr im europäischen Kontext

Als europäische Verkehrsdrehscheibe muss die Region Südlicher Oberrhein entlang der Rheinschiene umfangreiche Transitverkehre verkraften, die durch das wirtschaftliche Zusammenwachsen Europas dramatisch zunehmen. Dabei ist es erklärtes Ziel, weitere Anteile des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene zu verlagern. In diesem Zusammenhang muss die Rheintalbahn zukünftig durch den Bau des 3. und 4. Gleises ihrer Funktion als Zulaufstrecke für die NEAT (Neue Europäische Alpen Transversale) durch die Schweiz gerecht werden. Der Regionalverband Südlicher Oberrhein setzt sich im Sinne einer nachhaltigen Raumentwicklung für den zügigen menschen- und umweltverträglichen Ausbau dieses Jahrhundertprojektes "Rheintalbahn" ein.

Klimawandel 

Die umfassende Veränderung der globalen Klimasituation erfordert eine deutliche Reduktion des anthropogenen CO2-Ausstoßes sowohl auf globaler als auch auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene. Die Steigerung der Energieeffizienz und die konsequente Nutzung regenerativer Energien sind dabei wichtige Bausteine für den Klimaschutz und für eine zukunftsfähige Energieversorgung. Ihre Umsetzung bietet - neben ökologischen Vorteilen - gleichzeitig Chancen für die Wirtschaft und das Handwerk in der Region Südlicher Oberrhein.

Die mit dem Klimawandel verbundenen Handlungserfordernisse zählen auf Grund ihrer Raumrelevanz zu den Kernaufgaben der Regionalplanung. Der Regionalverband hat daher von den Möglichkeiten des Landesplanungs- gesetzes Gebrauch gemacht und ein Regionales Entwicklungskonzeptes zur Nutzung regenerativer Energien und zur Reduktion der CO2 –Emissionen entwickelt. Wesentliches Element der  raktischen Umsetzung ist eine Strategische Partnerschaft mit Handwerkskammer, Kommunen, Banken, Verbänden und Energieversorgern.

Weitere Projekte beschäftigen sich beispielsweise mit der Grundversorgung in dünnbesiedelten ländlichen Räumen oder der weiteren Entwicklung der Trinationalen Metropolregion Oberrhein. Darüber hinaus beteiligt sich der Regionalverband Südlicher Oberrhein an weiteren internationalen und nationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Nähere Informationen hierzu sind auch auf der Homepage des Verbands unter www.region-suedlicher-oberrhein.de einsehbar.

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