Landeskunde Baden-Württemberg

 

"Festungsfreiheit"

Wie die allermeisten der politischen Häftlinge konnte er dort die „Festungsfreiheit“ genießen, die sich seit den 1830er-Jahren schrittweise durchgesetzt hatte. Unterschieden wurde damit nun zwischen herkömmlichen Straftätern einerseits und politischen Häftlingen höheren Standes oder besserer Bildung andererseits.

Diese Festungsarrestanten konnten sich auf dem Hohenasperg frei bewegen, eigene Kleidung tragen und sich selbst verpflegen, Besucher empfangen, schreiben und sogar die Wirtschaften innerhalb der Festung besuchen. Dafür musste die Unterkunft von den Gefangenen in Form von „Zimmergeld“ und „Bettzins“ selbst bezahlt werden. Der „rote Fürst“ soll sogar mit 250 Koffern und eigenen Möbeln angereist sein. Beeindruckend ist auch die Liste der Luxuswaren, die er sich während seiner Haftzeit aus Stuttgart anliefern ließ, vor allem Wurst, Wein und Zigarren. Oppositionelle Volksnähe verlangte keineswegs den Verzicht auf Luxus.