Landeskunde Baden-Württemberg

 

Erinnerungsstätte Hohenasperg

Die Erinnerungsgeschichte des Hohenasperg reicht bis in die 1930er-Jahre zurück, als erste Initiativen begannen, die Kasematten der Festung „zur Hebung des Fremdenverkehrs“ zugänglich zu machen. In diesem Zuge wurde auch eine kleine Ausstellung eingerichtet. Ausgerechnet im „Dritten Reich“ und ausgerechnet zu Schubart wurde dann 1939, im Jahr des 200. Geburtstag des herrschaftskritischen Dichters, die erste größere Ausstellung auf dem Hohenasperg gezeigt. Erst in den 1970er- und 1980er-Jahren verdichteten sich weitergehende Pläne zur Einrichtung eines großen Museums auf dem „Demokratenbuckel“. Sie scheiterten immer wieder am vermeintlichen Geldmangel für den Bau eines dann notwendig werdenden neuen Gefängniskrankenhauses.

1996 wurde mit der Gründung des Fördervereins Hohenasperg ein wichtiger Schritt getan, dem 1998, dem Jubiläumsjahr der 1848er-Revolution, die Sonderausstellung „Auf den Bergen ist Freiheit" des Hauses der Geschichte Baden- Württemberg folgte. Weitere zehn Jahre später fiel schließlich der Beschluss zur Einrichtung einer Erinnerungsstätte, die seit Juli 2010 unter dem Titel „Hohenasperg – ein deutsches Gefängnis" im ehemaligen Arsenalbau des Gefängnisses anhand von 22 Häftlingsbiografien die Entwicklung von drei Jahrhunderten Strafvollzug zeigt, die aber eben auch die Geschichte hart erkämpfter politischer Freiheit, die Ausgrenzung von Randgruppen und Minderheiten sowie den Umgang mit abweichendem Verhalten reflektiert.

 

 

Die eigenartige Stimmung, die sich beim Zugang zu der Erinnerungsstätte einstellt, weil der Hohenasperg neben dem Museum noch immer auch das Gefängniskrankenhaus beheimatet, soll noch bis 2016 zu spüren sein. Zu diesem Zeitpunkt ist der Umzug der Vollzugsklinik nach Stammheim geplant – einem anderen Erinnerungsort von nationaler Bedeutung.