Landeskunde Baden-Württemberg

 

Hermann Hesse (1877 - 1962)

Hermann Hesse wurde am 2. Mai 1877 in Calw geboren. Die Erfahrungen mit der Stadt Calw beschrieb der junge Hermann Hesse in den Erzählungen Gerbersau. Trotz seiner Gelehrigkeit war Hermann Hesse ein schwieriger Schüler und temperamentvoller Jugendlicher, der nicht recht in das bürgerliche Milieu passen wollte, in das er hineingeboren wurde. Er floh aus dem theologischen Seminar in Maulbronn und wurde auf Grund depressiver Stimmungen von seinen Eltern in eine Nervenheilanstalt verwiesen. Nachdem Hesse mehrere Jahre in Buchhandlungen in Tübingen und Basel gearbeitet hatte, schaffte er mit seinem Roman Peter Camenzind, der von Samuel Fischer verlegt wurde, seinen Durchbruch und konnte fortan als freier Schriftsteller leben.

Hesse kritisierte nach Ausbruch des 1. Weltkriegs offen die nationalistischen Parolen deutscher Intellektueller. Nach einigen privaten Schicksalsschlägen zog er nach dem Ende des Krieges alleine nach Montagnola in Tessin, wo er bis zu seinem Tod 1962 lebte. Dort enstand auch sein erfolgreichster Roman: Der Steppenwolf (1927).


Literarische Tätigkeit

Hesse interessierte sich sehr für alternative Lebensformen, Aussteigerphilosophien und fernöstliche Mythologie. Diese Themen bewogen ihn zu ausgiebigen Reisen nach Indonesien und zu einem längeren Aufenthalt in Monte Verità, dem Wohnort einer Gruppe Kriegsverweigerer und Aussteiger unter der geistigen Führung Gusto Gräsers. Die Begegnung mit Gräser verarbeitete Hermann Hesse in seinem Roman Demian. Das Verhältnis eines Mentors, der seinen Schüler auf dem Weg der Selbstfindung begleitet, taucht als Motiv wiederholt in Hesses Dichtung auf.

Die Erzählung Siddhartha zeugt nachdrücklich von Hesses Interesse an Spiritualität und Mystik. Sowohl inhaltlich, wie auch nach Sprache und Stil kann der Roman Peter Camenzind als neoromantische Dichtung bezeichnet werden. Viele Werke des Schriftstellers tragen autobiografische Züge, insbesondere der Steppenwolf. Neben dem dichterischen Werk hinterlässt Hesse mehrere tausend Briefe und Rezensionen. 

Zeitlebens verband Hesse eine intensive Freundschaft mit Thomas Mann. Wie diesem, wurde auch Hermann Hesse im Jahr 1946 der Literaturnobelpreis verliehen. 


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