Landeskunde Baden-Württemberg

 

Verfassungskampf

Das politische Erbe, das König Friedrich bei seinem Tod am 30. Oktober 1816 dem seit einem Dreivierteljahr verheirateten jungen Paar hinterlassen hatte, war schwierig gewesen. Sie hatten keine Zeit zu verlieren gehabt, sich ihren Württembergern als König und Königin durch Taten zu empfehlen. Die Verhandlungen waren festgefahren, die Friedrich seit mehr als zwei Jahren mit den Vertretern seines so viel größer gewordenen Volkes über eine geschriebene Verfassung für ihr Württemberg geführt hatte. Zur Sicherung der wichtigsten Staatseinnahmen durch Steuern und Kredite war die Verfassung dringend nötig, auch für das Zusammenwachsen des fast im Wortsinn „zusammengewürfelten“ Königreichs.

Aber wer vorher das Sagen gehabt hatte und jetzt zustimmen musste, lehnte Friedrichs Vorschläge ab – die ehemals „reichsunmittelbaren“ und jetzt „mediatisierten“ Fürsten und Herren und die Sprecher der altwirtembergischen Familien, die den alten, 1806 von Friedrich beseitigten Stuttgarter Landtag beherrscht hatten. Populärster „Sänger“ der Opposition war mit seinen Vaterländischen Gedichten der junge Ludwig Uhland geworden. Doch dem, was an der Zeit war, entsprachen die Vorstellungen des Königs deutlich besser als das, wofür die Opposition eintrat. Zwar konnte Wilhelm auch ohne eine geschriebene Verfassung vieles bewirken und einrichten, was praktisch nie mehr rückgängig zu machen war. Katharina konnte ihm helfen, auch „die öffentliche Meinung“ zu gewinnen. Trotzdem war die Aufgabe der beiden nicht leicht zu lösen.