Landeskunde Baden-Württemberg

 

Ein Andenken an Königin Katharina

Aber der russisch-orthodoxe Gottesdienst, der hier noch immer an jedem Pfingstmontag zu Katharinas Gedenken stattfindet, lässt die Kapelle als Erinnerungsort nur für Katharina erscheinen. Die außen angebrachten Inschriften über den Portiken und die inneren an der Chorwand tun das ebenfalls.

Drei davon sind Bibelverse, über die bei ihrer Beerdigung gepredigt wurde, hervorgehoben aus dem 1. Brief des Paulus an die Korinther: „Die Liebe höret nimmer auf.“ Vollends die Widmung außen an der Chorwand scheint keine andere Deutung zuzulassen: „Seiner vollendeten, ewig geliebten Gattin, Königin Katharina Paulowna, Großfürstin von Rußland, hat diese Ruhestätte erbaut Wilhelm, König von Württemberg, im Jahr 1824.“ Aber auch Wilhelm hat sich 40 Jahre später hier begraben lassen, neben ihr, nicht neben Königin Pauline, die er dann geheiratet hat und die ihm zwischen 1821 und 1826 zu den beiden Töchtern von Katharina nochmals drei Kinder, unter ihnen 1823 den Thronerben Karl, geboren hat. Von Pauline ist hier niemals die Rede.