Landeskunde Baden-Württemberg

 

Die Familie der Königin

Eine vorbildliche Ehe zu führen, hatten die beiden mehr als nur einen Grund. Wie vielen aus dieser Generation war ihnen bewusst, dass nach 1789 der Glaube an ein Gottesgnadentum der Könige keine tragfähige Basis der Monarchie mehr war. Militärisch begründete politische Gewalt war es auch nicht mehr. Damit hatte Wilhelms Vater Friedrich Württemberg auf die doppelte Größe und sich selbst im Ansehen seiner Untertanen um so gut wie allen Kredit gebracht. Achtung und Liebe ihrer Untertanen waren es jetzt, was die Monarchen brauchten, und dafür war auch ihr Privat- und Familienleben wichtig.

Die 1798 begründeten Jahrbücher der preußischen Monarchie unter der Regierung Friedrich Wilhelms III. hatten über diesen König und seine Gemahlin Luise geschrieben, im Bild der „echten Häuslichkeit des königlichen Hauses“ erkenne sich „die große Familie des Volkes“ wieder und vereine sich „zu stärkerer Kraft, dasselbe zu schützen“. Novalis hatte dort in Luise das Vorbild aller Frauen und Familien beschworen. Doch zu diesem politischen kam bei Wilhelm und Katharina auch ein persönlicher Grund: Sie wollten schon deshalb eine gute Ehe führen, weil sie beide unter der schlechten ihrer Eltern sehr gelitten hatten.