Landeskunde Baden-Württemberg

 

„Bellevue“

Wer das Glück hat, an einem klaren Tag den Rotenberg – kaum jemand nennt ihn „Württemberg“, wie er heute wieder heißt – zu besuchen, dem bietet sich ein großartiger Rundblick ins Land. Im Süden die Berge der Alb mit der markanten Teck, im Westen jenseits der Sportstätten, Industrieanlagen und Verkehrswege des Neckartals dessen dunklere Seite, hinter der das eigentliche Stuttgart liegt, auch im Norden und Osten dichte Bebauung, wohin man blickt. Der Berg selbst und die unmittelbar benachbarten Hänge sind mit Wein bepflanzt. Als Paradies erschien vor 200 Jahren den Malern die damals noch fast unberührte Landschaft. Auch Friedrich, Württembergs erster König, hatte von dort oben die Aussicht genossen. Wie heute die Grabkapelle, war vom Tal aus auch die Burg zu sehen gewesen, auch vom jenseitigen Ufer des Neckars, unterhalb des später „Rosenstein“ genannten „Kahlensteins“, vom Schlösschen „Bellevue“, das sich sein Sohn Wilhelm und dessen Gemahlin Katharina frisch vermählt zum Wohnsitz ihrer Kronprinzenzeit eingerichtet hatten. Katharina kann also sehr wohl einmal den Wunsch geäußert haben, dereinst dort oben begraben zu werden.