Landeskunde Baden-Württemberg

 

Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791)

Bild: LMZ

Getreu dem Motto: „Es gehört mehr Geist dazu, sich in die Freiheit, als in die Sclaverei zu schicken“  war Christian Friedrich Daniel Schubart in seinem turbulenten und rebellischen Lebenswandel ein ebenso zwiespältiger und wechselhafter wie auch gedanklich freier und unbequemer Dichter, Journalist, Klaviervirtuose und Komponist. Neben seinen musikalischen Werken veröffentlichte er zahlreiche politische und gesellschaftskritische Schriften – und zeigte sich als mutiger, volksnaher und aufsässiger Kritiker absolutistischer Herrschaft. Seinen Einsatz für gesellschaftliche und religiöse Gerechtigkeit fasste er in die Worte: „Weise Gesetze und eisernes unbeugsames Ausharren bei diesen Gesetzen sind […] das in einem Staate, was das gute Gewissen beim einzelnen Menschen ist.“

Christian Friedrich Daniel Schubart wurde am 24. März 1739 in Obersontheim im heutigen Landkreis Schwäbisch Hall geboren. Schon als Kind trotzte er gegen die Glaubenstrenge seiner Eltern an. Sein Aufstand gegen Konventionen jeder Art ging aber auch schon früh mit immer wieder aufblitzendem Fleiß und unverkennbarer Genialität einher. Von seinem Vater zum Studium nach Jena geschickt, blieb er in Erlangen hängen und studierte dort Theologie. Ausschweifungen und Verschuldung führten bald zu einer ersten, vierwöchigen Karzerhaft. Zwischenzeitlich von seinen Eltern nach Hause zurückgerufen, arbeitete Schubart seit Mitte der 1760er Jahre als Lehrer und Organist in Geislingen an der Steige.

Antiklerikale und -aristokratische Kritik

1769 wechselte er als Musikdirektor an den württembergischen Hof nach Ludwigsburg. Ein hemmungsloser Lebenswandel, gepaart mit rebellenhafter Respektlosigkeit und scharfer Kritik an Aristokratie und Klerus brachten ihn auch hier rasch in Verruf, schließlich erneut ins Gefängnis. Nach satirischer Polemik gegen ein Mitglied des Herrscherhauses wurde er gar des Landes verwiesen – und reiste eine Zeit lang als mittelloser Musikant und Lebemann durch Südwestdeutschland.

Mitte der 1770er Jahre ließ sich Schubart dann als Herausgeber und Autor der gesellschaftskritischen »Deutschen Chronik« in Augsburg nieder. Als das Blatt vom Augsburger Magistrat verboten wurde, übersiedelte er nach Ulm, wo er seine Zeitschrift zu einer zentralen Instanz freiheitlichen, antiklerikalen und antiabsolutistischen Denkens ausbaute. Auf herzogliches Geheiß wurde er daraufhin später nach Württemberg gelockt, verhaftet und insgesamt zehn Jahre lang auf der Bergfestung Hohenasperg bei Ludwigsburg eingekerkert.

Körperlich und seelisch gebrochen, setzte Schubart seine Arbeit als politischer Schriftsteller und Journalist zwar auch nach seiner Entlassung fort – fand aber nie zu der Schärfe und Widersetzlichkeit früherer Tage zurück. Seinen Lebensabend verbrachte er als Musik- und Theaterdirektor in Stuttgart, wo er am 10. Oktober 1791 starb.


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