Landeskunde Baden-Württemberg

 

Friedrich Schiller (1759-1827)

Bild: LMZ

Neben Goethe ist der Name Schillers einer der beiden wohl bekanntesten Namen deutscher Literaturgeschichte. Gemeinsam mit Goethe prägte er die Weimarer Klassik. Seine Werke erfreuen sich bis heute höchster Bekanntheit und Beliebtheit.

Johann Christoph Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 als jüngeres von zwei Kindern in Marbach am Neckar geboren. Nach dem Elementarunterricht bei einem Pfarrer in Lorch und dem Umzug der Familie nach Ludwigsburg besuchte er dort die Lateinschule. Bereits 1772 versuchte sich Schiller an seinen ersten Trauerspielen („Die Christen und Absalom“), die jedoch nicht überliefert sind.

1773 trat er auf Wunsch des Herzogs in die Militärakademie ein, wo er zunächst Jura und später Medizin studierte. Heimlich las Schiller damals Shakespeare, Rousseau und Klopstock und arbeitete an den ersten Szenen seiner „Räuber“. Seine erste Dissertation im Jahr 1779 wurde vom Herzog abgelehnt und Schiller musste eine Neufassung einreichen, bevor er 1780 sein Studium an der Militärakademie abschließen konnte und Militärarzt wurde.

Entstehung siner berühmtesten Werke

Schillers Stück „Die Räuber“, inzwischen für das Theater umgeschrieben und anonym veröffentlicht, wurde 1782 erstmals am Mannheimer Nationaltheater uraufgeführt und hatte großen Erfolg. Wegen seiner Anwesenheit bei der Aufführung und einer weiteren unerlaubten Reise nach Mannheim ließ der Herzog Schiller verhaften und verbot ihm jegliche weitere dichterische Betätigung. Schiller floh daraufhin aus der Garnison und fand auf Umwegen 1783 schließlich eine Unterkunft bei Henriette von Wolzogen. In dieser Zeit stellte Schiller das spätere „Kabale und Liebe“ fertig.

Friedrich von Schiller verliebte sich unglücklich in Charlotte von Wolzogen und reiste daraufhin nach Mannheim, wo er schwer erkrankte. Während seiner Zeit in Mannheim verliebte sich Schiller erneut unglücklich, diesmal in Charlotte von Kalb. 1788 reiste Schiller erstmals nach Jena, wo er Goethe kennenlernte. Auf dessen Rat wurde er für eine Geschichtsprofessur an die dortige Universität berufen und hielt seine heute bekannte Vorlesung „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?“

1789 verlobte sich Friedrich von Schiller mit Charlotte von Lengefeld, die er ein Jahr später heiratete. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. 1791 erkrankte Friedrich Schiller an einer Lungen- und Rippenfellentzündung, von der er sich nie richtig erholen sollte. Ein Jahr darauf nahm er eine intensive Auseinandersetzung mit den Arbeiten Kants auf, die großen Einfluss auf ihn hatten. Im Jahr 1794 intensivierte sich die Freundschaft zu Goethe und Schiller begründete die literarische Zeitschrift „Die Horen“. 1796 erschien der Musenalmanach. Die Jahre waren geprägt von mehrmaligen Umzügen und Schillers Krankheit. Dennoch war Schiller stets literarisch tätig. Unter anderem entstanden „Wallenstein“, „Don Juan“ und „Die Jungfrau von Orleans“.

Nach der Fertigstellung von „Wilhelm Tell“ 1804 begann Schiller die Arbeiten zu „Demetrius“. Jedoch erkrankte er erneut schwer und starb schließlich am 9. Mai 1805 in Weimar.



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