Landeskunde Baden-Württemberg

 

Friedrich Hölderlin (1770-1843)

Bild: Wikimedia Commons

Die meisten Werke Hölderlins wurden erst viele Jahre nach seinem Tod veröffentlicht und bekannt. Sein Leben war vor allem in der zweiten Hälfte gezeichnet durch sein psychisches Leiden.

Friedrich Hölderlin kam am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar zur Welt. Zunächst besuchte er die Lateinschule in Nürtingen, daraufhin bis 1788 die beiden evangelischen Klosterschulen in Denkendorf und Maulbronn, bevor er sich für ein Studium der Theologie in Tübingen einschrieb. Dort schloss er Freundschaft mit Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, gemeinsam ließen sie sich von den Idealen der Französischen Revolution inspirieren.

Nach dem Studium wollte Hölderlin jedoch keinen geistlichen Beruf ausüben, da er lieber seiner schriftstellerischen Tätigkeit nachgehen wollte. Er nahm 1793 eine Stelle als Hauslehrer an, die ihm sein Freund und Förderer Friedrich von Schiller bei Charlotte von Kalb vermittelt hatte. Nach einigen Monaten zog er nach Jena, wo er unter anderem Goethe kennenlernte. 1796 trat er eine neue Anstellung als Hauslehrer in der Familie Gontard an, wo er sich in die Ehefrau Gontards verliebte. Nachdem Gontard dies erkannte, entließ er Hölderlin, welcher daraufhin zu seinem Freund Isaac von Sinclair nach Homburg reiste. Dort verweilte er bis 1800.

Jahre des psychischen Leidens

1801 nahm Friedrich Hölderlin für einige Monate eine Stelle als Hauslehrer in Hauptwil in der Schweiz an, daraufhin in Bordeaux. 1802 kehrte er nach Stuttgart zurück. Zu dieser Zeit litt er bereit unter ersten Erscheinungen seiner späteren psychischen Erkrankung. 1804 konnte Sinclair ihm zu einer Stelle als Hofbibliothekar des Landgrafen Friedrich V. vermitteln, für den Hölderlin unter anderem „Patmos“ verfasste. 1805 folgten Veröffentlichungen seiner Nachtgesänge.

Im Jahr 1806 wurde Friedrich Hölderlin aufgrund seines psychischen Leidens in das Tübinger Klinikum eingewiesen, wo er für unheilbar psychisch erkrankt erklärt wurde. Nach seiner Entlassung kam Hölderlin zur Pflege bei einer Tübinger Familie unter. Dort veröffentlichte er noch seine Sophokles-Übertragung, mehrere Gedichte und den Roman „Hyperion oder der Eremit in Griechenland“. Wider Erwartungen der Ärzte lebte Hölderlin in Tübingen noch 36 Jahre, bevor er am 7. Juni 1843 dort verstarb.


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