Landeskunde Baden-Württemberg

 

Clemens Brentano (1778-1842)

Bild: Wikimedia Commons

Neben Eduard Mörike und Joseph Freiherr von Eichendorff zählt Clemens Brentano zu den größten Dichtern der Romantik. Vor allem die Musikalität und Phantasie seiner Verse werden bis heute gerühmt.

Am 9. September 1778 wurde Clemens Brentano als Sohn eines Frankfurter Kaufmanns in Ehrenbreitstein bei Koblenz geboren. Nach dem Schulbesuch in Koblenz und Mannheim begann er sowohl Bergwissenschaft als auch Medizin und Philosophie in mehreren Städten zu studieren, er schloss das Studium jedoch nie ab. Während seiner Studienzeit in Jena lernte er einige der Vertreter der Frühromantik kennen, unter anderem Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling und die Brüder Schlegel. In dieser Zeit entwickelte Clemens Brentano seine literarischen Ambitionen.

Literarisches Werk der Frühromantik und Romantik

Durch den Tod der Mutter und des Vaters wurde Brentano Inhaber eines relativ großen Erbes, das ihm finanzielle Unabhängigkeit ermöglichte. Brentano widmete sich von nun an dem Schreiben. 1800 erschien unter anderem die Satire „Gustav Wasa“. 1801 lernte Brentano in Göttingen Achim von Arnim kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. 1804 ging Brentano gemeinsam mit von Arnim nach Heidelberg, wo sie die Volksliedsammlung „Des Knaben Wunderhorn“ erstellten, die sich bis heute großer Bekanntheit erfreut. Brentanos literarisches Frühwerk ist geprägt von Merkmalen der Frühromantik, unter anderem von der Kombination mehrerer literarischer Elemente.

1803 hatte Brentano Sophie Mereau geheiratet, drei Jahre später sollte sie jedoch bei der Geburt des ersten Kindes sterben. Kurz nach ihrem Tod heiratete Clemens Brentano erneut, doch die Ehe mit Auguste Bußmann zerbrach und wurde geschieden. Daraufhin verließ Brentano gemeinsam mit von Arnim Heidelberg und verbrachte die folgenden Jahre an verschiedensten Orten, unter anderem in Bayern, Berlin und Wien.

Nach einer unerfüllten Liebe zu der Pfarrerstochter Luise Hensel konvertierte Brentano zum Katholizismus und wandte sich schließlich von seinem literarischen Schaffen ab. Die folgenden Jahre verbrachte er mit mehreren christlich geprägten Publikationen, allen voran die Aufzeichnung der Visionen der stigmatisierten Nonne Anna Katharina Emmerick.

Clemens Brentano zog nach München und erlebte dort eine weitere unglückliche Liebe. Während der Münchener Zeit entstand sein literarisches Spätwerk, unter anderem seine Märchensammlung „Gockel, Hinkel und Gackeleia“.

Sein letztes Lebensjahr verbrachte Brentano im Haus seines Bruders in Aschaffenbrug, wo er am 28. Juli 1842 starb.


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