Landeskunde Baden-Württemberg

 

Die gewählten Abgeordneten des 16. Landtags

Der neue baden-württembergische Landtag wird aus 143 Abgeordneten bestehen (nach der Landtagswahl 2011 waren es 138). Die größte Fraktion bilden die Grünen mit 47 Abgeordneten, dann folgt die CDU (42 Abgeordnete), die AfD (23 Abgeordnete), die SPD (19 Abgeordnete) sowie die FDP (12 Abgeordnete).
70 Erstmandate wurden an die Kandidaten vergeben, die in einem der 70 Wahlkreis die meisten Stimmen errungen hatten. Von diesen 70 Erstmandaten erhielten die Grünen 46, die CDU 22 und die AfD 2. Bei der Landtagswahl 2011 hatten die Grünen nur neun Erstmandate gewonnen, 60 gingen damals an die CDU und eines an die SPD.

Zur Übersicht über das Sozialprofil des 16. Landtags.

Wahlkreis (Nr.)E = Erstmandat Z =  Zweitmandat
Stuttgart I (1)
Muhterem Aras, Grüne (E)

Stuttgart II (2)
Winfried Hermann, Grüne (E)Gabriele Reich-Gutjahr, FDP (Z)
Stuttgart III (3)
Franz Untersteller, Grüne (E)
Stuttgart IV (4)
Brigitte Lösch, Grüne (E)
Böblingen (5)
Thekla Walker, Grüne (E)Paul Nemeth, CDU (Z)
Leonberg (6)
Dr. Bernd Murschel, Grüne (E)Sabine Kurtz, CDU (Z)
Esslingen (7)
Andrea Lindlohr, Grüne (E)Andreas Deuschle, CDU (Z)
Wolfgang Drexler, SPD (Z)
Kirchheim (8)
Andreas Schwarz, Grüne (E)Karl Zimmermann, CDU (Z)Andreas Kenner, SPD (Z)
Nürtingen (9)
Winfried Kretschmann, Grüne (E)
Göppingen (10)
Alexander Maier, Grüne (E)
Peter Hofelich, SPD (Z)Dr. Heinrich Fiechtner, AfD (Z)
Geislingen (11)
Nicole Razavi,  CDU (E)
Sascha Binder, SPD (Z)
Ludwigsburg (12)
Jürgen Walter, Grüne (E)
Vaihingen (13)
Dr. Markus Rösler, Grüne (E)Konrad Epple, CDU (Z)
 
Bietigheim-Bissingen (14)
Daniel Renkonen, Grüne (E)Fabian Gramling, CDU (Z)
Waiblingen (15)
Willi Halder, Grüne (E)Siegfried Lorek, CDU (Z)Prof. Dr. Ulrich Goll, FDP (Z)
Schorndorf (16)
Petra Häffner, Grüne (E)Claus Paal, CDU (Z)Jochen Haußmann, FDP (Z)
Backnang (17)
Wilfried Klenk, CDU (E)
Gernot Gruber, SPD (Z)Prof. Dr. Jörg  Meuthen, AfD (Z)
Heilbronn (18)
Susanne Bay, Grüne (E)Rainer Hinderer, SPD (Z)Nico Weinmann, FDP (Z)
Dr. Rainer Podeswa,  AfD (Z)
Eppingen (19)
Friedlinde Gurr-HirschThomas Axel Palka, AfD (Z) 
Neckarsulm (20)
Dr. Bernhard Lasotta, CDU (E)
Reinhold Gall, SPD (Z)Carola Wolle, AfD (Z)
Hohenlohe (21)
Arnulf Freiherr von Eyb, CDU (E)
Anton Baron, AfD (Z)
Schwäbisch Hall (22)
Jutta Niemann, Grüne (E)Dr. Friedrich Bullinger, FDP (Z)Udo Stein, AfD (Z)
Main-Tauber (23)
Prof. Dr. Wolfgang Reinhart, CDU (E)
Dr. Christina Baum, AfD (Z)
Heidenheim (24)
Martin Grath, Grüne (E)Andreas Stoch, SPD (Z)Dr. Heiner Merz, AfD (Z)
Schwäbisch Gmünd (25)
Dr. Stefan Scheffold, CDU (E)
Aalen (26)
Winfried Mack, CDU (E)
Karlsruhe I (27)
Bettina Lisbach, Grüne (E)
Karlsruhe II (28)
Alexander Salomon, Grüne (E) 
Bruchsal (29)
Ulli Hockenberger, CDU (E)
Dr. Rainer Balzer, AfD (Z)

Bretten (30)

Andrea Schwarz, Grüne (E)Joachim Kößler, CDU (Z)

Ettlingen (31)

Barbara Saebel, Grüne (E)Christine Neumann, CDU (Z)
Rastatt (32)
Dr. Kirsten Lehnig, Grüne (E)Sylvia Felder, CDU (Z) Ernst Kopp, SPD (Z)
Baden-Baden (33)
Bea Böhlen, Grüne (E)Tobias Wald, CDU (Z)
Heidelberg (34)
Theresia Bauer, Grüne (E)
Mannheim I (35)
Rüdiger Klos, AfD (E)Dr. Stefan Fulst-Blei, SPD (Z)
Mannheim II (36)
Wolfgang Raufelder, Grüne (E)Dr. Boris Weirauch, SPD (Z)
Wiesloch (37)
Karl Klein, CDU (E)
Claudia Martin, AfD (Z)
Neckar-Odenwald (38)
Peter Hauk, CDU (E)
Georg Nelius, SPD (Z)
Weinheim (39)
Hans-Ulrich Sckerl, Grüne (E)Georg Wacker, CDU (Z)Gerhard Kleinböck, SPD (Z)
Schwetzingen (40)
Manfred Kern, Grüne (E)Daniel Born, SPD (Z)Klaus-Günther Voigtmann, AfD (Z)
Sinsheim (41)
Hermino Katzenstein, Grüne (E)Dr. Albrecht Schütte, CDU (Z)

Pforzheim (42)

Dr. Bernd Grimmer, AfD (E)Dr. Hans-Ulrich Rülke, FDP (Z)
Calw (43)
Thomas Blenke, CDU (E)
Dr. Heinrich Kuhn, AfD (Z)
Enz (44)
Stefanie Seemann, Grüne (E)Prof. Dr. Erik Schweickert, FDP (Z) Bernd Gögel, AfD (Z)
Freudenstadt (45)
Norbert Beck, CDU (E)
Dr. Timm Kern, FDP (Z)
Freiburg I (46)
Reinhold Pix, Grüne (E)
Freiburg II (47)
Edith Sitzmann, Grüne (E)Gabi Rolland, SPD (Z)
Breisgau (48)
Bärbl Mielich, Grüne (E)Dr. Patrick Rapp, CDU (Z)

Emmendingen (49)

Alexander Schoch, Grüne (E)Sabine Wölfle, SPD (Z)
Lahr (50)
Sandra Boser, Grüne (E)Marion Gentges, CDU (Z)
Offenburg (51)
Thomas Marwein, Grüne (E)Volker Schebesta, CDU (Z)
Kehl (52)
Willi Stächele, CDU (E)
Stefan Räpple, AfD (Z)
Rottweil (53)
Stefan Teufel, CDU (E)
Gerhard Aden, FDP (Z)Emil Sänze, AfD (Z)
Villingen-Schwenningen (54)
Martina Braun, Grüne (E)Karl Rombach, CDU (Z)
Tuttlingen-Donaueschingen (55)
Guido Wolf, CDU (E)
Lars Berg, AfD (Z)

Konstanz (56)

Nese Erikli, Grüne (E)Jürgen Keck, FDP (Z)
Singen (57)
Dorothea Wehinger, Grüne (E)Dr.  Wolfgang  Gedeon, AfD (Z)
Lörrach (58)
Josha Frey, Grüne (E)Rainer Stickelberger, SPD (Z)
Waldshut (59)
Felix Schreiner, CDU (E)
Reutlingen (60)
Thomas Poreski, Grüne (E)Dr. Nils Schmid, SPD (Z)
Hechingen-Münsingen (61)
Karl-Wilhelm Röhm, CDU (E)
Andreas Glück, FDP (Z)Hans Peter Stauch, AfD (Z)
Tübingen (62)
Daniel Lede Abal, Grüne (E)
Balingen (63)
Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, CDU (E)
Stefan Herre, AfD (Z)
Ulm (64)
Jürgen Filius, Grüne (E)Martin Rivoir, SPD (Z)
Ehingen (65)
Manuel Hagel, CDU (E)
Daniel Rottmann, AfD (Z)
Biberach (66)
Thomas Dörflinger, CDU (E)
 
Bodensee (67)
Martin Hahn, Grüne (E)Klaus Hoher, FDP (Z)
Wangen (68)
Raimund Haser, CDU (E)
Petra Krebs, Grüne (Z)
Ravensburg (69)
Manfred Lucha, Grüne (E)August Schuler, CDU (Z)
Sigmaringen (70)
Andrea Bogner-Unden, Grüne (E)Klaus Burger, CDU (Z)

Statistisches Landesamt Baden-Württemberg:
Gewählte Bewerberinnen und Bewerber

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Foto: Landtag von Baden-Württemberg

Sozialprofil der Abgeordneten

Altersstruktur

Das Durchschnittsalter der Abgeordneten liegt bei 54,4 Jahren (Stand 1.4.2015) und bezieht sich mit geringen Unterschieden auch auf alle Fraktionen im Landtag (CDU 55,1, Grüne 52,5, SPD 55,7, FDP 51,1 Jahre). Das relativ hohe Durchschnittsalter verwundert nicht, wenn man die lange „Bewährungsphase“ auf kommunaler Ebene berücksichtigt, die typisch ist für eine Vielzahl der Abgeordneten. Es ist ein jahrelanges Sammeln von Ämtern und Erfahrungen in den Führungsgremien der unteren Parteiebenen oder in den kommunalen Parlamenten.

Altersstruktur der Abgeordneten
15. Landtag von Baden-Württemberg (2011 - 2016)
AlterCDU (60)Grüne  (36)SPD (35)FDP (7)Landtag (138)
20-25
26-30111-3
31-35-12-3
36-4034-18
41-4531228
46-50 1252120
51-551289130
56-6013117-31
61-65 1149226
66-70313-7
71-752---2

 

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Nach wie vor eine Männerdomäne

Unter den insgesamt 138 Abgeordneten des 15. Landtags befinden sich 28 Frauen. Das sind zwar sichtbar mehr als noch vor dreißig Jahren – da waren im Landtag nur zwei Frauen vertreten – doch im letzten Jahrzehnt stagnierte - beziehungsweise sank - der Anteil Frauen.

Beim Blick auf die einzelnen Fraktionen ergibt sich ein differenzierteres Bild: Der höchste Frauenanteil stellen die Grünen mit 30,6 Prozent. In der SPD sind derzeit 20 Prozent der Abgeordneten Frauen, bei der CDU beträgt der Anteil 16,7 Prozent und in der FDP/DVP ist in der aktuellen Legislaturperiode gar keine Frau vertreten.

Baden-Württemberg trägt den Makel, von allen Landesparlamenten in Deutschland den geringsten Frauenanteil aufzuweisen. Nicht einmal ein Viertel der hiesigen Landtagsabgeordneten sind weiblich; Rheinland-Pfalz dagegen kann mit über 41 Prozent Frauen aufwarten.

Wieso hält gerade Baden-Württemberg den „schwarzen Peter“ in der Hand?
Für eine Erklärung lohnt ein Blick auf die Thesen, mit denen die Unterrepräsentanz von Frauen in politischen Gremien begründet wird. Mehrere Erklärungsversuche machen die Frauen für ihre mangelnde Repräsentanz verantwortlich.

  • Die Sozialisationsthese besagt, dass Frauen aufgrund einer traditionellen Rollenzuweisung ein geringeres Interesse an Politik hätten.
  • Die Abkömmlichkeitsthese stellt in den Raum, dass Frauen aufgrund der ihnen zugemuteten Doppelbelastung keine Zeit für politische Ämter hätten.
  • Und die Sozialstrukturthese argumentiert, dass Frauen seltener als Männer in beruflichen oder ehrenamtlichen Leitungsfunktionen zu finden seien, welche die Wahlchancen erhöhten.

All diese Thesen gehen also davon aus, dass nicht genügend qualifizierte Frauen zur Verfügung stünden und der Kandidatinnenpool zu klein sei. Überzeugend ist das nicht: Wieso schaffen es Parteien wie Bündnis 90/ Die Grünen, mit einer sehr viel kleineren Mitgliederzahl als die sogenannten Volksparteien, selbst auf kommunaler Ebene genügend kompetente Kandidatinnen aufzustellen?

Da bleiben eigentlich nur noch die Parteien, die am Frauenanteil drehen könnten. Eine Schraube wäre die Quote: Die Quotenthese besagt, dass der Anteil von Frauen in Parlamenten vom Anteil derjenigen Parteien abhängt, die verbindliche Quoten eingeführt haben. Konkret heißt das, dass ein Wahlerfolg eher linker Parteien die absolute Zahl an Parlamentarierinnen erhöht. Er hat außerdem häufig zur Folge, dass sich auch konservativere Parteien um Frauen bemühen.

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Geschlechtsspezifische Zusammensetzung des 15. Landtags
ParteiFrauenMännerzusammen
10 (16,7 %)5060
11 (30,6 %)2536
7 (20,0 %)2835
-77
insgesamt28 (20,3 %)110138

Quelle: Landtag von Baden-Württemberg. Altersstruktur und Geschlecht der Abgeordneten.

 

 

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Landtag Baden-Württemberg

 

Die informative Homepage des Landtags bietet vielfältige Informationen über das Parlament, die Abgeordneten und Ausschüsse. Außerdem sind Protokolle abrufbar und Plenarsitzungen live anzusehen.

 
 
 
 
 

Zeitschrift Politik & Unterricht

 

Online Publikation: Landtagswahl 2016 in Baden-Württemberg

Grundlage für einen gelungenen Landtagsbesuch ist in jedem Fall eine fundierte Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler durch die sie betreuenden Lehrkräfte, denen hierbei große Verantwortung zukommt. Das vorliegende Heft möchte Lehrerinnen und Lehrer bei dieser Aufgabe unterstützen und einen Beitrag zum besseren Verständnis des Parlamentarismus leisten. Auch wenn die Schülerinnen und Schüler den Landtag nicht besuchen, sich mit dem Parlament also ausschließlich im Unterricht befassen, bietet diese Broschüre die Möglichkeit zu einer interessanten Annäherung an die Institution und deren Arbeitsweise. (komplett online)

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