Landeskunde Baden-Württemberg

 

Im "Zeitalter der Extreme"

Die Asperger sind heute stolz auf ihren „Demokratenbuckel“, insofern er ein Symbol für Freiheitsliebe und Kampf für die Demokratie ist. Sie wissen aber auch um die dunklen Seiten der Geschichte des Festungsgefängnisses, in der sich die Extreme des 20. Jahrhunderts widerspiegeln: Krieg, staatliche Gewalt und Barbarei, Rassenwahn sowie das gewaltsame Aufeinanderprallen der extremen politischen Ideologien.

Während des Ersten Weltkriegs waren, wie schon 1796 und 1870/71, französische Kriegsgefangene auf dem Hohenasperg untergebracht. Die ersten kamen schon im August 1914, gleich nach Ausbruch der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Das „traurige Privileg“ eines Kriegsgefangenen sei es nun, so der inhaftierte Karikaturist Charles Braemer aus Saint-Etienne, durch Gitterstäbe von der Welt abgeschnitten zu sein, in der der Krieg tobte.

Zunächst durften die Kriegsgefangenen gemäß der Haager Landkriegsordnung nicht für die Kriegswirtschaft eingesetzt werden. Zunehmend wurde aber auch diese völkerrechtliche Regelung unterlaufen und der Arbeitskräftemangel erst in der Landwirtschaft und unter zunehmend schlechteren Bedingungen auch in der Rüstungsindustrie durch Zwangsarbeit der Kriegsgefangenen ausgeglichen.