Landeskunde Baden-Württemberg

 

Inhaftierungen zur Zeit der Restauration

Eines der prominenten Opfer dieser Zeit der Restauration („Vormärz“) bis zur Märzrevolution 1848 war 1825 auch der Reutlinger Staatsreformer, Beamtenkritiker und spätere Wirtschaftstheoretiker und Eisenbahnpionier Friedrich List (1789–1846), der sich nach seiner Haft durch das oftmals gebrauchte „Ventil“ der Auswanderung in die USA weiterer Verfolgung entziehen konnte.

Wenige Jahre später, 1833, ging es gegen eine groß angelegte Verschwörung rund um die Rädelsführer Oberleutnant Ernst Ludwig Koseritz, selbst ehemaliger Kommandant auf dem Hohenasperg, den Stuttgarter Buchhändler Friedrich Gottlob Franckh und Georg David Hardegg aus Eglosheim (Ludwigsburg), die, von revolutionären Ideen des radikaldemokratischen Klubs "Les amis du peuple" angesteckt, einen Volksaufstand in Württemberg geplant hatten. 17 Offiziere und 30 Zivilisten wurden von einer erneut eingesetzten Kommission verurteilt. Interessant sind auch hier die weiteren „Karrieren“ der Rädelsführer: Koseritz wanderte in die USA aus, Hardegg ging mit der „Deutschen Tempelgesellschaft“ nach Haifa und Franckh gründete noch auf dem Hohenasperg einen rasch florierenden Verlag.