Landeskunde Baden-Württemberg

 

Offenburg als Wurzel des demokratischen Protests

Erst durch die Gründung der „Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte“ im Rastatter Schloss auf Initiative von Bundespräsident Gustav Heinemann (1969–1974) änderte sich das. Die demokratische Protestbewegung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, für die beispielhaft die drei hier beschriebenen Offenburger Versammlungen stehen, wird in der „Erinnerungsstätte“ nicht mehr nur unter dem Blickwinkel der Niederlage, sondern als wichtige Wurzel der demokratischen Tradition in Deutschland thematisiert.

In dieser Tradition steht auch der Entschluss der Stadt Offenburg aus dem Jahr 1997, das ehemalige Gasthaus „Salmen“ zu kaufen und dort eine Erinnerungsstätte für die Versammlung vom 12. September 1847 und an das dort verfasste „Offenburger Programm“ zu errichten. Im selben Jahr beteiligten sich über 100 000 Menschen am Offenburger Freiheitsfest zur Erinnerung an den 150. Jahrestag der Versammlung von 1847.

Erinnerung braucht Orte und Aktionen, an denen und durch die sie lebendig erhalten wird. Dass dies gelingt, beweist der zu Beginn zitierte Sprecher der Offenburger Bürgerinitiative von 2010, der sich selbstbewusst auf den demokratischen Protest von 1847 beruft.