Landeskunde Baden-Württemberg

 

Offenburg – die späte Erinnerung an bürgerliches Engagement und politische Partizipation

Die Erinnerung an die eigentlichen Ziele der bürgerlichen Protestbewegung während des Vormärz und der Revolution von 1848/49 traten gegenüber der Erinnerung an die Niederlage von Rastatt für lange Jahre in den Hintergrund. Die vielen neu entwickelten Formen eines immer friedlichen Prowie politische Bankette, politische Reden, Volksfeste und Volksversammlungen und die Organisation des politisch immer selbstbewusster werdenden Bürgertums in den verschiedensten Vereinen, waren Formen politischer Partizipation, die sich aus der Bevölkerung heraus als basisdemokratisches Engagement entwickelten.

Diese demokratischen Formen politischen Engagements, mit denen das Volk in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer selbstbewusster die Teilhabe an politischen Entscheidungen forderte und teilweise auch erreichte, wurden nach der Niederlage in Rastatt unterdrückt. Ein Ort, an dem an diese friedlich praktizierte politische Partizipation hätte erinnert werden können, drängte sich nicht in dem Maße auf wie Rastatt als Erinnerung an den mutigen Kampf, aber eben auch an die Niederlage der Freiheitskämpfer von 1848/49.