Landeskunde Baden-Württemberg

 

Die Niederlage der Badischen Revolutionsarmee

Zwölf Tage später zog Goegg sich mit den badischen Truppen, die den Rückzug nach Süden schafften, über die Grenze in die Schweiz zurück. Die vollständig von preußischen Truppen eingeschlossene Besatzung der Festung Rastatt leistete noch zwei Wochen Widerstand, bis sie am 23. Juli 1849 bedingungslos kapitulieren musste.

Sofort setzten die preußischen Sieger Standgerichte ein, die im Ahnensaal des Rastatter Schlosses tagten. 47 Standrechtsurteile wurden verhängt, darunter 21 Todes- und 26 Zuchthausstrafen. 19 Todesurteile wurden in den Festungsgräben oder auf dem Schießplatz in Rastatt vollstreckt. Die ersten Opfer der preußischen Erschießungskommandos waren der Württemberger Ernst Elsenhans, der während der Belagerung den Rastatter Festungsboten herausgegeben hatte, der badische Offizier Ernst August von Biedenfeld, der einer der wenigen badischen Offiziere gewesen war, die sich der Revolution angeschlossen hatten, und Gustav Nikolaus Tiedemann, ebenfalls badischer Offizier, der die Festung während der preußischen Belagerung kommandiert hatte.