Landeskunde Baden-Württemberg

 

Symbol des Kampfes für die Freiheit

Diese schnellen Erfolge konnten nicht über die Realität der Entwicklung in Deutschland hinwegtäuschen. Die Proteste und Aufstände für die Reichsverfassung hatten zur militärischen Mobilisierung vor allem Preußens geführt. Preußische Truppen marschierten bereits am 12. Juni 1849 in die Rheinpfalz ein und drangen bis zum 15. Juni, ohne auf größeren Widerstand zu stoßen, bis nach Ludwigshafen vor. Am 20. Juni begann der Angriff dieser Truppen entlang des Rheins auf Baden. Gleichzeitig griff ein Korps Reichstruppen, die vom Reichskriegsministerium in Frankfurt entsandt worden waren, entlang des Neckars an. Insgesamt wurden rund 60 000 Soldaten Preußens und des Reichs gegen Baden in Marsch gesetzt. Ihnen stand ein ungefähr 40 000 Mann starkes badisches Heer gegenüber, das kaum zur Hälfte aus regulärem Militär bestand. Die übrigen Truppen waren neu aufgestellte Volkswehren und Freischaren.

Den angreifenden Truppen konnten sie letztlich keinen entscheidenden Widerstand entgegensetzen. Am 22. Juni wurde Mannheim, am 23. Juni Heidelberg und am 25. Juni Karlsruhe von preußischen Truppen besetzt. Die Führung der badischen Revolutionäre zog sich gemeinsam mit einem großen Teil der badischen Revolutionsarmee in den Süden des Landes zurück. Ein Teil der badischen Truppen wurde jedoch nach den Kämpfen entlang der Murg in Rastatt von preußischen Truppen eingeschlossen. Die optimistisch gemeinte Aussage Amand Goeggs in der letzten Sitzung der Verfassunggebenden Versammlung, die am 28. Juni in Freiburg nochmals zusammentrat, wirkt im Nachhinein eher verzweifelt: „Die Artilleristen in Rastatt waren es, welche die Revolution gemacht und geschworen haben, sich bis auf den letzten Mann zu vertheidigen. 280 Kanonen werden die Preußen überzeugen, daß, wenn sie die Festung angreifen, sie an den Mauern von Rastatt ihre Köpfe zerschellen.“