Landeskunde Baden-Württemberg

 

"Offenburg will Freiheit, aber auch Ordnung und Einheit des Vaterlandes"

Die Revolutionäre Struve, Hecker und Schimmelpfennig, bezeichnet als "Führer der republikanischen Freischaren im badischen Oberlande 1848" in der für die Revolutionäre typischen Kleidung. Foto: LMZ Baden-Württemberg

Als Heckers Vorhaben am 18. April in Offenburg bekannt wurde, versuchte eine Gruppe vor allem jüngerer Bürger, in einer bewaffneten Aktion die Stadt und den Bahnhof zu besetzen, um Offenburg als wichtigen Verkehrsknotenpunkt für die Aufständischen zu sichern und um in der Stadt die Republik zu proklamieren. Bürgermeister Rée schritt ein, um die Situation zu beruhigen. Er wollte eine ProklamaProklamation der Republik vermeiden und kündigte für den nächsten Morgen eine Bürgerversammlung an, um deren Meinung zu dieser Frage zu hören.

Rées Deeskalationspolitik hatte Erfolg. Bei der Bürgerversammlung am Morgen des 19. April erklärte sich die Mehrheit der Anwesenden gegen die Ausrufung der Republik. Die Versammlung beschloss die anfangs zitierte „Erklärung der Stadt Offenburg“. Darin hieß es, dass die Ideen von Hecker und Struve immer mehr Anhänger fänden und dass sich gerade in Offenburg „kräftige Sympathien für die republikanische Staatsform im größten Teil seiner Einwohner finden.“ Dennoch wollten die Offenburger nicht sofort die Republik proklamieren und nicht die bestehende staatliche Ordnung verändern. Hier wurde auf die Aufgabe der Nationalversammlung in Frankfurt verwiesen und abschließend betont: „Offenburg will Freiheit, aber auch Ordnung und Einheit des Vaterlandes. Gott mit uns!“

Viele der Offenburger, die sich am Tag zuvor für die Unterstützung des Heckerzuges eingesetzt hatten, verließen die Stadt und flohen in die Schweiz oder nach Straßburg. Heckers Versuch der Republikanisierung Deutschlands wurde militärisch niedergeschlagen. Hecker und viele seiner Anhänger flohen ebenfalls ins benachbarte Ausland oder wurden verhaftet.