Landeskunde Baden-Württemberg

 

Das Reizwort "Republik"

Eine Gruppe um den Konstanzer Redakteur Fickler unternahm bei der Offenburger Volksversammlung vom 19. März 1848 den Versuch, die Republik durchzusetzen. Die Ausrufung der Republik scheiterte am Widerstand der Gemäßigten in der Revolutionsbewegung. Das Flugblatt forderte den Sturz der Fürsten, die Beseitigung feudaler Abgaben und eine freie Republik. Foto: Stadtarchiv Offenburg

Eine Diskussion über das Für und Wider einer konstitutionellen Monarchie wurde bei der Versammlung im „Salmen“ nicht geführt, das Reizwort „Republik“ wurde nicht ausgesprochen, sei es aus Vorsicht vor möglichen Repressalien der Regierung, sei es aus Rücksicht auf die potenzielle Anhängerschaft, die nicht in einen Konflikt mit dem eigenen Staat gedrängt werden sollte. Dennoch wurde das „Offenburger Programm“ in der Folgezeit nicht nur als Angriff auf die amtierende badische Regierung verstanden, sondern auch als Aufruf zur Revolution, was das Mannheimer Morgenblatt schon in seiner Ausgabe am 14. September 1847, zwei Tage nach der Versammlung, feststellte.

Die Versammlung im „Salmen“ und das „Offenburger Programm“ von 1847 trugen dazu bei, die Trennung der liberalen Opposition in eine radikale, demokratische und eine gemäßigte, liberale Gruppe voranzutreiben. Allerdings wurde eine endgültige Spaltung vermieden, da die Frage nach der republikanischen Staatsform ausgeklammert wurde. So konnte die Vorstellung, alle Ziele auf dem Weg der Reform innerhalb der bestehenden Ordnung erreichen zu können, als gemeinsame Basis gewahrt werden.