Landeskunde Baden-Württemberg

 

Kirche und Tradition im 21. Jahrhundert

Das Foto zeigt das im Sitzungssaal des Landeshauses in Sigmaringen befindliche Stuckrelief Hohenzollern, geschaffen 1969 von dem Bildhauer Josef Henselmann; darüber die von demselben Künstler angefertigte Schrifttafel mit dem Wappen des Hohenzollerischen Landeskommunalverbandes und dem bedeutungsvollen Zitat aus Schillers Wilhelm Tell: „Daheim regierten sie sich fröhlich selbst nach altem Brauch und eigenem Gesetz.“ Foto: Reiner Löbe

Doch trotz dieser Wanderungsbewegungen ist Hohenzollern nach wie vor ein Land mit überwiegend katholischer Bevölkerung geblieben. Von der allenthalben festzustellenden Erosion der Kirche ist jedoch auch das Hohenzollernland nicht verschont geblieben. So gab die Erzabtei Beuron im Hinblick auf den rückläufigen Nachwuchs 1968 ihre Philosophisch- Theologische Hochschule auf. Das Franziskanerkloster Gorheim, das 1967 seine Philosophisch-Theologische Hochschule hatte abgeben müssen, wurde im Jahr 2000 aufgelöst. In der Niederlassung der Weißen Väter in Haigerloch leben heute nur noch ältere Mitglieder der Missionsgesellschaft. Die Heimschule Kloster Wald und die Liebfrauenschule in Sigmaringen mussten der Trägerschaft der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg unterstellt werden. Im Jahr 2003 wurde das Erzbischöfliche Studienheim St. Fidelis in Sigmaringen geschlossen.

Erhalten geblieben ist, wenn auch mit Abstrichen, das Hohenzollernbewusstsein, dessen Pflege in erster Linie vom Hohenzollerischen Geschichtsverein e. V. wahrgenommen wird. Von dem Weiterwirken der hohenzollerischen Tradition zeugen vor allem die vielen Bezeichnungen von Straßen und Gebäuden nach Hohenzollern, die nach 1972 verliehen wurden. Zu erwähnen sind hier die 1984 eingeweihte Hohenzollernhalle in Bisingen oder die 2008 ihrer Bestimmung übergebene Jugendherberge Hohenzollern in Sigmaringen.

Um die Pflege und die Erhaltung der Tradition Hohenzollerns hat sich vor allem die Stadt Hechingen mit der Errichtung des Hohenzollerischen Landesmuseums im Alten Schloss verdient gemacht, in dem nach umfangreichen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten nunmehr bedeutende Exponate zur Landesgeschichte aus dem Stadtmuseum und aus der Landessammlung des ehemaligen Landeskommunalverbandes zeitgemäß präsentiert werden können. Bei der feierlichen Eröffnung der als „drittes Landesmuseum“ gedachten Einrichtung am 11. März 2005 hielt die aus Hohenzollern stammende damalige Sozialministerin von Baden-Württemberg, Tanja Gönner, die Festansprache.