Landeskunde Baden-Württemberg

 

Hohenzollern als Land ohne Grenzen

Das Selbstverwaltungsgesetz für Hohenzollern hatte in dem neuen Bundesland nicht lange Bestand. Nachdem bereits durch das sogenannte Exklavengesetz 1969 die meisten Exklaven Hohenzollerns den entsprechenden Landkreisen zugeschlagen worden waren, wurde das Land durch das am 1. Januar 1973 in Kraft getretene Kreisreformgesetz auf neun Landkreise, sechs Regionen und drei Regierungsbezirke aufgeteilt.

Mit der in dem Gesetz außerdem verfügten Aufhebung des Landeskommunalverbandes hatte Hohenzollern darüber hinaus seine verwaltungsmäßige Klammer und seine zentrale Instanz seiner Identitäts- und Traditionspflege verloren. Als Land ohne Grenzen hatte die Sonderentwicklung Hohenzollerns ihren Abschluss gefunden. Erkennbar ist Hohenzollern heute nur noch in den Karten der Bistumszugehörigkeit: Die katholischen Gemeinden gehören zum Erzbistum Freiburg und nicht zum geografisch näheren Bistum Rottenburg-Stuttgart.

Der Widerstand gegen die Aufhebung der Selbstverwaltungskörperschaft war verhalten. Die Verfechter der hohenzollerischen Belange waren in die Jahre gekommen. Fürst Friedrich von Hohenzollern war bereits 1965 gestorben. Auch der Dualismus der Schwesterstädte Hechingen und Sigmaringen war dem Erhalt Hohenzollerns nicht immer förderlich gewesen. Nivellierend hatte sich schließlich der Zustrom von Flüchtlingen, Heimatvertriebenen und Migranten ausgewirkt.