Landeskunde Baden-Württemberg

 

Der hohenzollerische Partikularismus im 20. Jahrhundert

Mit dem Untergang der Monarchie 1918 war auch der am 23. August 1851 auf der Burg Hohenzollern geleistete Erbhuldigungseid obsolet geworden. Die Hohenzollernfrage, das heißt die Frage, ob Hohenzollern weiterhin bei Preußen verbleiben oder an Württemberg oder Baden ganz oder in Teilen angeschlossen werden sollte, wurde nun auch öffentlich diskutiert. In der sogenannten Gründonnerstagssitzung am 22. April 1919 fasste der Kommunallandtag beim Hohenzollerischen Landeskommunalverband zu den anstehenden Fragen die folgenden Beschlüsse:

1. Die Unteilbarkeit Hohenzollerns wird verlangt.                                                 2. Dem Zustandekommen einer Republik Großschwaben wird sich Hohenzollern nicht entziehen können.                                                                                      3. Es besteht keine Veranlassung, sich von Preußen zu trennen.                       4. Das Volk soll gehört werden. 5. Auch bei einer Vereinigung mit anderen Staaten soll der Kommunalverband bestehen bleiben.

Da sich die ganzen Überlegungen schließlich als Sandkastenspiele herausstellten, blieb Hohenzollern bei Preußen, das überdies bereit war, dem Land weiterhin die erforderliche Unterstützung zu gewähren.