Landeskunde Baden-Württemberg

 

Die Integration des Hohenzollernlandes

Feier der Enthüllung des von Bürgern der Stadt Sigmaringen initiierten Denkmals für Fürst Leopold von Hohenzollern (1835-1905), die am 22. September 1910 in Anwesenheit Kaiser Wilhelms II. vor Vertretern des Hochadels und hoher Würdenträger in Sigmaringen stattfand. Foto: Hans Joachim Dopfer

Eine große Rolle bei der Integration des Hohenzollernlandes hat der seit 1875 bestehende Kommunallandtag beim Hohenzollerischen Landeskommunalverband gespielt. Dieses Organ der hohenzollerischen Selbstverwaltungskörperschaft war zwar kein Parlament, begann sich aber zunehmend als Repräsentant des Landes und Sprachrohr seiner Bürger zu gerieren. Auch das Fideliskonvikt in Sigmaringen, die „Brutstätte der hohenzollerischen Geistlichkeit“, hat bei der Integration des Landes eine bedeutende Rolle gespielt. In Hohenzollern jedenfalls hatte sich schon vor dem Ersten Weltkrieg ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, ja ein Heimatbewusstsein herausgebildet.

Der aus Baden stammende Regierungspräsident Emil Belzer fasste die eingetretene Situation in einer Denkschrift aus dem Jahre 1920 folgendermaßen zusammen: „Man erkannte zwar die Fürsorge des preußischen Staates an, fühlte sich in gewissem Sinne gerade den Nachbarländern gegenüber stolz, ein Teil des mächtigen Preussens und das Stammland der Monarchie zu sein, aber man war und blieb in erster Linie Hohenzoller, Süddeutscher.“ An anderer Stelle stellte Belzer fest, dass sich die Hohenzollern als ein besonderes Gebilde und Völkchen zwischen Württemberg und Baden betrachteten. Die Zugehörigkeit des Landes zu Preußen wurde auch selbst in den schlimmsten Phasen des Kulturkampfes niemals ernsthaft infrage gestellt.