Landeskunde Baden-Württemberg

 

Auswirkungen des Kulturkampfes

Die Erzabtei St. Martin zu Beuron im Donautal 2001. Foto: LMZ Baden-Württemberg, Eberhard Spaeth

Diese Aufbauarbeit fand im sogenannten Kulturkampf, der 1871 vom preußischen Ministerpräsidenten und Reichskanzler Bismarck vom Zaun gebrochen wurde, ein jähes Ende. Die Jesuiten mussten bereits 1872 das Land verlassen. Ihnen folgten 1875 die Benediktiner von Beuron und die Franziskaner von Stetten. Die Schwestern der christlichen Liebe verließen Sigmaringen 1879. Dem Fideliskonvikt wurde 1873 untersagt, neue Zöglinge aufzunehmen. Im Waisenhaus Nazareth konnte der Betrieb nur noch notdürftig in Gang gehalten werden. Vor den Trümmern seines Lebenswerkes stehend, unternahm Geiselhart 1884 eine Wallfahrt zu den Wirkungsstätten des Heiligen Fidelis von Sigmaringen in Vorarlberg und in Graubünden.

Als ab 1886 der Kulturkampf abflaute, konnten die kirchlichen und karitativen Einrichtungen ihre Arbeit wieder aufnehmen. Maurus Wolter, nunmehr Erzabt der Beuroner Benediktinerkongregation, kehrte 1887 in Begleitung der Äbte der Tochterabteien Maredsou (Belgien), Seckau (Steiermark) und Emaus (Prag) wieder nach Beuron zurück. Das von den Jesuiten verlassene Kloster Gorheim wurde 1890 von Franziskanern der Thüringer Provinz bezogen. 1892 ließen sich Benediktinerinnen im ehemaligen Dominikanerinnenkloster Habsthal nieder. 1903 schließlich errichtete die Missionsgesellschaft der Weißen Väter eine Niederlassung mit Internat in Haigerloch.