Landeskunde Baden-Württemberg

 

Hohenzollern wird Kaiserstammland

Auch der 1850 begonnene Wiederaufbau der Burg Hohenzollern, dessen Kosten zu zwei Dritteln vom preußischen Königshaus und zu einem Drittel vom Fürstlichen Haus Hohenzollern-Sigmaringen aufgebracht wurden, war ein nicht zu unterschätzendes Werk der Wirtschaftsförderung. Der nunmehrige Oberhofzeremonienmeister Rudolf Graf von Stillfried, der eigentliche Initiator des Baus, ließ als Vorsitzender der Baukommission seine Vorstellungen von der „Vom-Fels-zum-Meer-Ideologie“, die König Friedrich Wilhelm IV. voll und ganz teilte, ungehemmt in die Architektur der Burg einfließen. Diese Ideologie wurde in der Bauphase mit der Erwartung verknüpft, wonach die preußische Monarchie von der Vorsehung dazu auserwählt sei, die nationale Einheit Deutschlands herbeizuführen. In den Reden bei der Einweihung am 3. Oktober 1867 mutierte die Hohenzollernburg schließlich zu einem nationaldynastischen Denkmal. Nach der Ausrufung König Wilhelms I. zum Deutschen Kaiser und der Errichtung des kleindeutschen Reiches 1871 erhielt Hohenzollern daraufhin die Ehrenbezeichnung „Kaiserstammland“.