
- Foto: LMZ Baden-Württemberg
Standortfaktoren und Branchen
Dr. Reinhold Weber
Grundlage des wirtschaftlichen Erfolges sind die Standortbedingungen des Landes. Angesichts des Mangels an natürlichen Rohstoffen sind Qualifikation, Innovationstätigkeit und hohe Anpassungsfähigkeit der Menschen die eigentliche Kraftquelle des Landes.
Die ausgeprägte Neigung zum „Tüfteln“ ist an der Patentstatistik und an den hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung abzulesen. Nicht zuletzt hängt davon auch ab, ob sich der positive Wirtschaftstrend stabilisieren wird und ob den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts begegnet werden kann: der Verschärfung des internationalen Wettbewerbs durch europäische Integration und EU-Erweiterung, der Globalisierung, der weiteren Ausbreitung der neuen Kommunikations- und Informationstechnologien, dem demographischen Wandel, dem sozialen Ausgleich im Land und nicht zuletzt der Forderung nach einer umfassenden Nachhaltigkeit.
Als entscheidender Prosperitätsfaktor hat sich in der Vergangenheit die Industriestruktur erwiesen. Eine Vorrangstellung hat der Investitionsgütersektor, der knapp zwei Drittel aller Industriearbeitsplätze stellt. Davon befinden sich die meisten in den drei Branchen Maschinenbau, Fahrzeugbau und Elektrotechnik.
Es folgen die Verbrauchsgüterindustrie mit den Bereichen Textil, Bekleidung, Holz- und Kunststoffverarbeitung sowie das Druckereigewerbe. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt ist der industrielle Kern in Baden-Württemberg gewichtiger: Im Südwesten lebt etwa ein Achtel der Bevölkerung Deutschlands, hier arbeitet aber fast ein Fünftel aller Industriebeschäftigten.
Die Grundstoff- und Produktionsgüterindustrie ist dagegen im Land deutlich unterrepräsentiert. Das bedeutet, dass Baden-Württemberg nicht jene Branchen beheimatet, deren Bedeutung durch den internationalen Strukturwandel drastisch zurückgegangen ist (Kohle, Stahl, Schiffbau u. a.).
Ministerium für Finanzen und Wirtschaft

Minister: Dr. Nils Schmid
Ministerium für Finanzen und Wirtschaft
