Landeskunde Baden-Württemberg

 

Wirtschaft im Südwesten

Tunnelbohrmaschinen aus Baden-Württemberg. Foto: WM BW.

Der Südwesten Deutschlands gehört zu den wohlhabendsten Regionen in Deutschland und Europa. Der Aufstieg des Wirtschaftsraumes begann bereits mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, wobei der Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft zunächst nur langsam voranging. Rascher entwickelte sich die Industrie dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts weiter. Erst aber, als sich die Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu erholen begann, gab es große Fortschritte. Seitdem haben sich die Lebensverhältnisse und die Wirtschaftsstruktur so rasch und nachhaltig verändert wie niemals zuvor. Inzwischen gilt Baden-Württemberg als klassisches Industrieland mit starker Wirtschaftskraft.


Strukturwandel und Wirtschaftssektoren

Was macht die Wirtschaftsstruktur von Baden-Württemberg aus? Welche Rolle spielt der Dienstleistungssektor und warum ist das Produzierende Gewerbe im Bundesland so stark?


Exportintensive Wirtschaft

Der Export ist für Baden-Württemberg von besonderer Bedeutung. Mit einer Quote von 43 Prozent übertrifft er den Durchschnitt der anderen Bundesländer bei weitem (33 Prozent). Auch, wenn man das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Baden-Württemberg mit dem anderer Bundesländer oder sogar mit anderen Ländern in der Europäischen Union vergleicht, sticht das Ländle hervor. Mit einem Anteil von drei Prozent am BIP der gesamten Europäischen Union hat Baden-Württemberg ein höheres Gewicht als etwa Schweden, Österreich oder Dänemark. Dabei geht ein Großteil des Exports in europäische Länder, weshalb die Wirtschaft in Baden-Württemberg zwar von der EU-Erweiterung profitiert hat, aber auch stark von der Entwicklung in der Euro-Zone abhängt.


Wirtschaftsbranchen

Wie sind in Baden-Württemberg die Industrie, das Handwerk, der Außenhandel oder der Tourismus aufgestellt? Mehr Details zu den einzelnen Wirtschaftsbranchen finden Sie hier.


Zitate aus dem grün-schwarzen Koalitionsvertrag:

"Wir richten unser politisches Handeln am Wertekonsens einer sozialen und ökologischen Marktwirtschaft aus und erachten den Dreiklang aus Ökonomie, Ökologie und sozialer Gerechtigkeit als zentralen Treiber für die Prosperität von morgen." (S.13)

"Unser Ziel ist es, Baden-Württemberg zum weltweiten Technologieführer bei intelligenten, ressourcensparenden und klimaschonenden Technologien zu machen." (S.13)

"Als rohstoffarmes und exportorientiertes Land ist für unsere Wirtschaft eine nachhaltige Wirtschaftsweise von entscheidender Bedeutung. Damit können wir auch einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten. Wir wollen deshalb gemeinsam mit den Unternehmen das nachhaltige Wirtschaften zum Markenzeichen für Baden-Württemberg weiter ausbauen." (S.14)

"Baden-Württemberg ist das Land der Tüftler und Erfinder. Wir wollen Baden-Württemberg zum Magneten für kreative Menschen machen und die Risikobereitschaft fördern. Unser Ziel ist es, Baden-Württemberg zum dynamischsten Gründerland in Europa zu machen." (S.15)

"Die Digitalisierung wird Baden-Württemberg entscheidend prägen. (...) Um die positiven Potenziale der Digitalisierung zu erschließen, werden wir eine ressortübergreifende Digitalisierungsstrategie erarbeiten. Digitalisierung soll zum Innovations- und Nachhaltigkeitsmotor werden." (S.17)

Heute zeigt sich, dass Baden-Württemberg seinen Platz als Industrie- und Wirtschaftsstandort über die vergangenen Jahrzehnte erfolgreich ausgebaut hat. Sowohl in Bezug auf die Wirtschaftsleistung, als auch in der Beschäftigung schneidet Baden-Württemberg im Vergleich mit anderen deutschen Flächenländern sehr gut ab. Das liegt einerseits an Industriegiganten von Weltruf wie Daimler, Bosch und IBM Deutschland, andererseits aber auch an einer stabilen mittelständischen Wirtschaftsstruktur. Nicht zuletzt gehört Baden-Württemberg zu den attraktivsten Standorten für Investoren in Europa.

Technologiekompetent und international

Die Stärken der baden-württembergischen Wirtschaft sind die ausgeprägten Cluster für Automobile und Produktionstechnik, die Technologiekompetenz, die Internationalität und das Zusammenspiel von Großunternehmen und Mittelstand. Das Land befindet sich jedoch im Strukturwandel und muss seine traditionelle Innovationsfreude immer weiter entwickeln, um seine Spitzenposition zu behaupten.

Dabei ist es das Ziel der Wirtschaftspolitik des Landes, durch die Schaffung effektiver wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen das überdurchschnittliche Beschäftigungs- und Wohlstandsniveau Baden-Württembergs zu erhalten. Als besondere Herausforderungen gelten dabei etwa der Klimawandel, die Auswirkungen der Globalisierung und der zunehmende Fachkräftemangel im Ländle. Die Grundlage ihrer Wirtschaftspolitik und einer stabilen sozialen Markwirtschaft sieht die aktuelle Landesregierung deshalb in dem "Dreiklang aus Ökonomie, Ökologie und sozialer Gerechtigkeit".

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Statistik

 

Gesamtwirtschaftliche Ergebnisse in Baden-Württemberg 2016

In dieser Broschüre des Statistischen Landesamtes sind Berechnungen zum Wirtschaftswachstum, der Einkommenssituation, dem Konsum und der Investitionstätigkeit in der Gesamtwirtschaft dargestellt.

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