Landeskunde Baden-Württemberg

 

Arbeit und Beruf

Foto: Joffi. Pixabay. CC0 Public Domain.

Stand: Juli 2017

In den vergangenen Jahren hat sich der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg positiv entwickelt: Mehr Menschen haben Arbeit, weniger sind arbeitslos. So waren 2015 im Durchschnitt 6,07 Millionen Menschen zwischen 15 und 65 erwerbstätig – mehr, als jemals zuvor. Damit hat Baden-Württemberg eine Erwerbstätigenquote von fast 77 Prozent und wird im Bundesvergleich nur von Bayern übertroffen. Bemerkenswert an dieser Zahl ist, dass 2015 vor allem mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden sind, während die Zahl der Minijobs zurückgegangen ist. Die Arbeitslosenquote bei den Menschen im gleichen Alter ist auf 3,8 Prozent gefallen.

Veränderungen in der Beschäftigung

Der Zuwachs an Erwerbstätigen ist auf mehrere Entwicklungen zurückzuführen. Zum einen ist die Zahl der erwerbstätigen Frauen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und es sind zudem auch mehr beruflich Geringqualifizierte beschäftigt. Zum anderen arbeiten Ältere immer länger und auch die Rente mit 63 schwächt diesen Trend allenfalls ab. In den kommenden Jahren werden viele der geburtenstarken Jahrgänge aus dem Berufsleben ausscheiden und damit ihre Arbeitsplätze an Jüngere weitergeben. Es ist also weiterhin von einer positiven Entwicklung in der Erwerbstätigkeit auszugehen.

 

Was ist atypische Beschäftigung?

 

Man unterscheidet verschiedene Typen atypischer Beschäftigung. Dazu gehören die geringfügige Beschäftigung, die befristete Beschäftigung, die Teilzeitarbeit, die Leiharbeit und die freie Mitarbeit. Alle diese Formen der Beschäftigung zählen nicht zu den Normalarbeitsverhältnissen.

 
 
 
 

Gleichzeitig aber haben sich die Beschäftigungsverhältnisse verändert. Denn die Zahl der Erwerbstätigen ist nicht gleich mit der Arbeit gewachsen. So verrichten heute die Erwerbstätigen je Person weniger Arbeitsstunden als noch in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Neben Normalarbeitsverhältnissen sind auch sogenannte atypische Beschäftigungen, wie etwa befristete oder freie Mitarbeit wichtiger geworden (siehe Infobox). Das trifft insbesondere auf die jüngere Gruppe der Erwerbstätigen zu.

Beschäftigung nach Sektoren

Die meisten Erwerbstätigen in Baden-Württemberg arbeiten im Dienstleistungssektor. Mit über vier Millionen sind hier zwei Drittel der Erwerbstätigen beschäftigt. Etwa 1,9 Millionen Arbeitsplätze entfallen auf das Produzierende Gewerbe, in der Land- und Forstwirtschaft sind nur knapp 70 000 Menschen tätig.

Einkommen

Das verfügbare Einkommen je Einwohner in Baden-Württemberg ist zuletzt gestiegen. So hatte ein Baden-Württemberger 2015 rund 23.500 Euro als Einkommen zur Verfügung und damit rund 2,5 Prozent mehr als im Jahr davor (Deutschland gesamt: 21.600 Euro). Gründe dafür sind gestiegene Arbeitnehmerentgelte und ein Zuwachs bei monetären Sozialleistungen.

 

Was ist das verfügbare Einkommen?

 

Das verfügbare Einkommen gibt an, wie viel Geld pro Kopf jährlich für Konsum oder Sparen verwendet werden kann. Es setzt sich aus allen Einkommensarten zusammen, umfasst also Geld aus Erwerbstätigkeit, Vermögen sowie aus laufenden Transfers (Sozialleistungen). Der Betrag, der nach Abzug von Steuern und Sozialbeiträgen verbleibt, ist das verfügbare Einkommen.

 
 
 
 
Grafik: AG VGL, Berechnungen: Statistisches Bundesamt

Verdienste

Im Ländervergleich wird deutlich, dass die Bruttolöhne- und gehälter der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer/innen in Baden-Württemberg bundesweit zu den höchsten gehören. Für 2016 lag der durchschnittliche Bruttoverdienst bei 35.876 Euro und damit rund 2.600 Euro über dem deutschen Durchschnitt.

Gleichzeitig ist im Bundesland aber auch der Unterschied beim Verdienst zwischen Männern und Frauen besonders markant. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass Frauen überproportional in schlecht bezahlten Branchen vertreten sind. So lag der Frauenanteil im Gesundheitswesen im Jahr 2015 bei rund 63 Prozent bei einem durchschnittlichen Monatsverdienst von 2300 Euro. Dagegen sind neun von zehn Arbeitnehmern in der KfZ-Industrie Männer und erhalten dort als angelernte Arbeiter einen durchschnittlichen Monatslohn von 4100 Euro (2015) (Angaben ohne Sonderzahlungen).

Zu den Branchen mit den höchsten Monatsverdiensten für vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer/innen gehört die Informations- und Kommunikationsbranche, während das Gastgewerbe zu den am schlechtesten bezahlten Branchen zählt.

 

Fachkräftemangel

Auch in Baden-Württemberg gibt es das Problem, dass der Fachkräftemangel stärker wird. Ein Problem, das auch auf die alternde Gesellschaft zurückzuführen ist. Dem soll die sogenannte Fachkräfteallianz entgegenwirken, die es seit 2011 gibt. Sie hat zehn Ziele formuliert. 

 

Statistik

 

Leben und Arbeiten in Baden-Württemberg 2016

In dieser Broschüre sind die Ergebnisse des Mikrozensus 2015 zusammengefasst. Diese geben einen Überblick über die Lebensbedingungen der Bevölkerung in Baden-Württemberg.

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Statistik

 

Gesamtwirtschaftliche Ergebnisse in Baden-Württemberg 2016

In dieser Broschüre des Statistischen Landesamtes sind Berechnungen zum Wirtschaftswachstum, der Einkommenssituation, dem Konsum und der Investitionstätigkeit in der Gesamtwirtschaft dargestellt.

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