Landeskunde Baden-Württemberg

 

Das Wappen:

Plakat Südweststaat
Über dem symbolischen Händedruck zur Vereinigung der Länder: ein gemeinsames Wappen aus den württembergischen Hirschstangen und dem badischen Schrägbalken. Plakat der Südweststaatbefürworter zum Volksentscheid 1951. Foto: Staatsarchiv Sigmaringen

Ein Symbol so wichtig wie der Name

Die Rivalitätsdebatten zwischen Abgeordneten aus Baden, vornehmlich Südbaden, und aus Württemberg, zwischen Einigungsgegnern und Befürwortern, konzentrierten sich nun auf das künftige Wappen des Landes, das man für ein ebenso wichtiges Symbol hielt, wie den Namen. Man stritt zwar sachlicher, aber meist mit unverkennbarem Patriotismus, mit den gleichen Argumenten und mit derselben Hartnäckigkeit wie bei dem Namen nun um die Gestaltung des Wappens.

Um dies zu verstehen, muss man sich vergegenwärtigen, dass in den 1950er-Jahren die Heraldik eine neue Blüte erlebte. Wappen galten uneingeschränkt als Bild- und Hoheitszeichen staatlicher und kommunaler Herrschaft, als Insignien der staatlichen Macht und ihrer Repräsentation, zudem als visuelle Symbole, die in konzentrierter Form Aussagen über die Geschichte, das Selbstverständnis und die politischen Ziele des Wappenträgers machen. Als Medium politischer Kommunikation schrieb man ihnen außerdem eine integrierende und identitätsstiftende Funktion zu.

Alle Länder der 1949 gegründeten Bundesrepublik haben Staatswappen mit ihren alten heraldischen Figuren eingeführt, ja selbst die in der Nachkriegszeit selbstständig gewordenen afrikanischen Staaten schlossen sich diesem europäischen Brauch an. Einigkeit herrschte darüber, dass „ein Staat ohne Symbole nicht als solcher identifizierbar“ und „hoheitliches Handeln ohne Rückgriff auf ein sichtbares Merkmal nicht denkbar“ sei, wie es später einmal formuliert wurde. Heute verschwinden auf amtlichen Briefköpfen, insbesondere bei den Kommunen, die Wappen mehr und mehr. An die Stelle heraldischer Formen, Farben und Bilder treten neuartige Zeichen, Wortmarken oder Logos. Diese neuen Symbole sollen für Modernität und zukunftsorientierte Dynamik stehen, zudem zu einem neuen Wir-Gefühl beitragen. Die „Corporate Identity“ beinhaltet gar eine „Corporate Language“: „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“

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