Landeskunde Baden-Württemberg

 

Straßen

Foto: LMZ Baden-Württemberg

Straßenbau und Straßenbaubehörden

In Baden-Württemberg verlaufen rund 1.050 Kilometer Autobahn und 4.370 Kilometer Bundesstraßen.  Für den Erhalt, bzw. den Neu- und Ausbau ist das Land Baden-Württemberg im Auftrag des Bundes zuständig und erhält dafür auch Finanzmittel von 814 Millionen Euro im Jahr 2016. Der größte Teil davon ist für den Erhalt der Bundesfernstraßen vorgesehen. Die Ausgaben im des Landes im Jahr 2015 lagen bei 751 Millionen Euro. Die Kosten für die Verwaltung, zum Beispiel Personal- und Sachkosten, und einen Großteil der Ausgaben für die Planung und Überwachung der Bauarbeiten trägt Baden-Württemberg selbst.

Die rund 9.900 Kilometer Landesstraßen sind im Eigentum des Landes. Dieses finanziert deren Neubau, Ausbau und Unterhalt aus eigenen Mitteln – im Jahr 2016 voraussichtlich mit rund 170 Millionen Euro. Für die kommunalen Straßen sind hingegen die Landkreise und Kommunen zuständig, wobei das Land pro Jahr Zuschüsse in Höhe von etwa 100 Millionen Euro gewährt. Die Länge der Kreisstraßen in Baden-Württemberg beläuft sich auf insgesamt 12.100 Kilometer.

Verkehr

Der Verkehr auf den Straßen in Baden-Württemberg hat 2015 weiter zugenommen. So waren auf den Autobahnen 2,5 Prozent mehr Kraftfahrzeuge unterwegs, als noch 2014. Im Durchschnitt fahren täglich 63 140 Kraftfahrzeuge auf den Autobahnen im Land (2015). Dabei ist die A8 am stärksten von allen Autobahnen im Bundesland belastet. An der Zählstation Stuttgart-Vaihingen wurden hier 154 200 Kraftfahrzeuge pro Tag gezählt. Auch das Autobahnkreuz Karlsruhe ist mit 135 500 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden stark beansprucht.

Eine Übersicht über die Belastung bietet die Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg.

In den vergangenen Jahren hat auch die Zahl der PKW in Baden-Württemberg zugenommen. Insgesamt waren 2015 rund 6,3 Millionen PKW im Bundesland zugelassen - damit kommen auf 1000 Einwohner 573 Fahrzeuge (2013: 565). Auch die Zahl der zurückgelegten Kilometer ist in den vergangenen Jahren gestiegen: So ist rechnerisch jeder Einwohner Baden-Württembergs 2015 rund 8000 Kilometer mit dem PKW gefahren - rund 100 km mehr also noch 2014. Diese Entwicklung dürfte auch auf gesunkene Kraftstofffpreise zurückzuführen sein.

Straßenbau

Oberste Straßenbaubehörde im Land ist das Ministerium für Verkehr. Die Straßenbauverwaltung teilt sich in die drei Verwaltungsebenen: die Abteilung Straßenverkehr des Ministeriums für Verkehr, die vier Regierungspräsidien Stuttgart, Tübingen, Freiburg und Karlsruhe sowie die Stadt- und Landkreise als „untere Verwaltungsbehörden“.

Nach der Landtagswahl 2016 wurde das bisherige Ministerium für Verkehr und Infrastruktur umbenannt in Ministerium für Verkehr. Es fällt grundsätzliche Entscheidungen und setzt in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung den Bundesverkehrswegeplan und den Generalverkehrsplan um. Das Ministerium plant Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen und vergibt gemäß dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) Bundes- und Landesmittel an die Kommunen. Weitere Aufgaben sind der Betrieb und die Weiterentwicklung der Straßenverkehrszentrale für das Verkehrsmanagement sowie der Umwelt- und Naturschutz im Straßenwesen.

Die vier Regierungspräsidien bearbeiten die anfallenden Aufgaben in ihrem Regierungsbezirk. Sie steuern und koordinieren die finanzielle und technische Planung sowie den Bau von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen und des Radwegenetzes, außerdem den Bau von Brücken. Zudem kümmern sich die vier Behörden um den Betrieb, Erhalt und Unterhalt dieser Straßen und Bauwerke. Das Regierungspräsidium Stuttgart ist für ein Straßennetz von rund 4.600 Kilometern Länge zuständig, das Regierungspräsidium Tübingen für 3.600 Kilometer. Die Regierungspräsidien Karlsruhe und Freiburg betreuen Strecken mit einer Länge von rund 3.400 beziehungsweise 3.200 Kilometern.

Aufgabe der Stadt- und Landkreise sind der Betrieb und Unterhalt der Bundes- und Landesstraßen. Außerdem verwalten und betreiben sie eigenverantwortlich die Kreisstraßen, das heißt, sie reinigen und reparieren diese, kümmern sich um die Beschilderung, die Grünpflege und den Winterdienst. Auch der Bau von Brücken gehört zum Verantwortungsbereich der „unteren Verwaltungsbehörden“.

Umweltzonen

Grafik: BMVI

Der Straßenverkehr bewegt in Baden-Württemberg die größte Zahl an Menschen und Gütern. In den vergangenen zwanzig Jahren hat die Menge der Kraftfahrzeuge im Land stetig zugenommen. Derzeit kommen ungefähr 700 Fahrzeuge auf 1.000 Einwohner. In den Ballungsräumen führt das zu Staus und schlechter Luftqualität mit einer hohen Belastung an Stickoxiden und Feinstaub. Um die Qualität der Luft zu verbessern, haben zahlreiche Städte – darunter Stuttgart, Mannheim, Tübingen, Ludwigsburg, Leonberg und Schwäbisch Gmünd – sogenannte Umweltzonen eingerichtet. Innerhalb dieser Gebiete dürfen seit Januar 2013 nur noch Fahrzeuge mit einer grünen Plakette fahren. Diese liefert den Nachweis darüber, dass ihr Schadstoffausstoß die gesetzlich vorgegebenen Werte nicht überschreitet. Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß erhalten keine Plakette und haben in den Umweltzonen Fahrverbot.

Hier finden Sie eine Liste der Städte mit Umweltzonen.


mehr zur Luftqualität in Baden-Württemberg


 

Ministerium

 

Winfried Hermann

ist Minister für  Verkehr. 

 
 
 
 
 

Aktuell: Projekte im Verkehr bis 2030

 

Am 3. August 2016 hat das Bundeskabinett den Bundesverkehrswegeplan beschlossen. Darin ist vorgesehen, wie rund 270 Milliarden Euro bis 2030 in deutsche Straßen, Schienen und Schiffswege investiert werden sollen. Der drittgrößte Anteil bundesweit geht nach Baden-Württemberg:

Mehr zum Bundesverkehrswegeplan.

 
 
 
 
 

Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg

 

Die Straßenbauverwaltung des Landes bietet mit diesem  Portal eine zentrale Informationsplattform zu Themen des Straßenverkehrs an. 

 
 
 
 
 

Ministerium

 

Winfried Hermann

ist Minister für  Verkehr. 

 
 
 
 
 

Publikation

 

Generalverkehrswegeplan (GVP)

Der aktuelle GVP wurde im Dezember 2010 von der baden-württembergischen Landesregierung beschlossen. Damit folgt er dem Dokument von 1995. In dem Plan werden grundlegende Ziele und Vorhaben des Landes im Bereich der Verkehrspolitik definiert.

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Publikation

 

Nachhaltige Mobilität - Für alle

Die Strategie "Nachhaltige Mobilität - für alle" hat das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur im April 2015 herausgegeben. Darin werden Trends und Leitbilder der Landesregierung aufgeführt.

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