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Flächenmanagement

Eines der drängenden Umweltthemen – gerade im Sinne der Nachhaltigkeit allgemein und auch im Blick auf den Hochwasserschutz – ist der zu hohe Flächenverbrauch durch die Umnutzung von Freiflächen (in der Regel  landwirtschaftlich genutzte Flächen) in Siedlungs- und Verkehrsflächen. Die mit der Flächeninanspruchnahme verbundenen Umweltschädigungen sind zum Teil schleichend und treten erst über lange Zeiträume auf. Es entstehen fortlaufende Verluste von ökologischen Funktionen des Bodens ebenso wie von Lebensräumen für Flora und Fauna.

Weitere Folgen der Zersiedelung sind die Zunahme des Verkehrsaufkommens und des Energieverbrauchs sowie der kostenträchtige Ausbau von Infrastruktur – auch angesichts des demographischen Wandels unserer Gesellschaft eine problematische Entwicklung. Einfamilienhaussiedlungen für junge Familien auf ehemaligen „grünen Wiesen“ außerhalb der Siedlungskerne können mittelfristig zu isolierten und für dann ältere Leute infrastrukturell schlecht versorgten Gebieten werden.

In den letzten fünfzig Jahren haben sich in Baden-Württemberg die Flächen für Siedlung und Verkehr mehr als verdoppelt, während die Bevölkerungszahl nur um zwei Drittel gestiegen ist. Die Massenmotorisierung begünstigte eine zerstreute (disperse) Siedlungsstruktur, mit der Verkleinerung der Haushalte steigt die Zahl der benötigten Wohnungen. Seit 1965 hat sich die durchschnittliche Wohnfläche pro Einwohner von 22 auf 43 Quadratmeter fast verdoppelt.

Seit Ende der 90er-Jahre bis 2006 war ein Rückgang der Flächeninanspruchnahme zu verzeichnen. 2006 und 2007 steht dagegen wieder für einen leichten Anstieg des Flächenverbrauchs, der aber 2008 und 2009 deutlich zurückging. Im Jahr 2009 wurde täglich eine Fläche von 7,0 Hektar für Baumaßnahmen beansprucht. Das entspricht einem Jahreszuwachs an Siedlungs- und Verkehrsfläche in der Größenordnung von rund 3 700 Fußballplätzen (70m x 100m). Damit ist der Flächenverbrauch auf den niedrigsten Wert seit Jahren zurückgegangen. Dennoch gilt weiterhin: Es gibt große Potenziale für Innenentwicklung (Brachflächen, Konversionsflächen, Baulücken, Bestandserneuerung), die künftig vor einer Überplanung von Freiflächen mobilisiert werden müssen.

Im Entwurf des umweltpolitischen Schwerpunktprogramms der Bundesregierung (Berlin 2002) wurde das Ziel vorgegeben, den täglichen Flächenverbrauch bis zum Jahre 2020 bundesweit auf 30 Hektar (ha) zu beschränken. Im Vergleich zum Referenzzeitraum 1997/2000 bedeutet dies eine Reduktion auf ein Viertel des Ausgangsniveaus. Für Baden-Württemberg leitet sich daraus für 2020 ein Zielwert von 3 ha/Tag ab. 

Baden-Württemberg verfolgt dem Umweltplan und einem Ministerratsbeschluss entsprechend eine langfristig angelegte Strategie zur Bekämpfung des Flächenverbrauchs. Die Inanspruchnahme bislang unbebauter Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke soll deutlich zurückgeführt werden. Dies geht allerdings nur zusammen mit den Kommunen als Träger der kommunalen Planungshoheit. Schlagworte hierzu sind Flächeneffizienz, Vorrang der Innenentwicklung sowie Intensivierung der interkommunalen und regionalen Zusammenarbeit.

Im Jahr 2006 erklärte der damalige Ministerpräsident Oettinger in seiner Regierungserklärung vom 21.06. „Netto-Null“ beim Flächenverbrauch in 10 bis 15 Jahren zum langfristigen Ziel. 

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Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft

 
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