Landeskunde Baden-Württemberg

 

Territoriale Improvisationen nach 1945

Die traditionsreichen Länder Baden und Württemberg sowie die preußischen Hohenzollerischen Lande hatten in ihrer Form „von Napoleons Gnaden“ rund 150 Jahre lang Bestand. Das neue Land Baden-Württemberg war deshalb ganz und gar eine Schöpfung der Besatzungs- und Nachkriegszeit, denn niemals zuvor in seiner Geschichte hatte das Gebiet eine Einheit gebildet.

Vier Siegermächte

Den ersten Impuls zur Länderneugliederung setzten die alliierten Westmächte. Die Beteiligung Frankreichs als vierter Siegermacht kurz vor Kriegsende zwang zu territorialen Improvisationen. So kam es durch die militärischen Ereignisse in den letzten Kriegswochen zur Teilung Badens und Württembergs in je einen nördlichen und einen südlichen Teil. Aus logistischen Gründen fixierten die Amerikaner im Sommer 1945 die Südgrenze ihrer Zone entlang der Autobahn Karlsruhe-Stuttgart-Ulm. Die stärker industrialisierten und dichter besiedelten nördlichen Gebiete der beiden alten Länder gehörten fortan zur US-Zone, die stärker agrarisch geprägten südlichen Landesteile mit Hohenzollern zur französischen Zone. Sowohl Baden als auch Württemberg waren damit geteilt.

Drei Besatzungszonen

So entstanden drei willkürliche Verwaltungskonstrukte, deren Grenzen ohne Rücksichtnahme auf historische Traditionen auf dem Reißbrett gezogen waren. Die Amerikaner bastelten aus ihren Teilen das Land Württemberg-Baden mit der Hauptstadt Stuttgart, wobei der Landesbezirk Baden innerhalb dieses Gebietes eine weitgehende Verwaltungsautonomie erhielt. Die Franzosen zimmerten zwei Länder: Südlich der künstlichen innerwürttembergischen Grenze, die als „Frontière de Dettenhausen“ bei Tübingen verlief, lag fortan das Land Württemberg-Hohenzollern mit der Hauptstadt Tübingen, westlich davon das Land (Süd-)Baden mit der Hauptstadt Freiburg.

Alle drei „Besatzungskinder“ waren mit diesem Zustand unzufrieden und strebten zunächst die Wiederherstellung der alten Länder an. Ab 1948 wurde die Schaffung eines neuen, den gesamten südwestdeutschen Raum umfassenden Landes ins Auge gefasst. Der Anstoß dazu kam erneut von außen.

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Südwestdeutschland nach Kriegsende 1945 bis zur Bildung des Landes Baden-
Württemberg 1952

 
 
 
 
 

Das Alte Reich um 1786

 

Karte: LMZ Baden-Württemberg

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