Landeskunde Baden-Württemberg

 

Bezugspunkt Stauferzeit

Konradin, Herzog von Schwaben (1252–1268), der letzte Spross des staufischen Hauses, auf der Falkenjagd. Große Heidelberger Liederhandschrift – Codex Manesse 1300/1340.

Entstanden war diese territoriale Zersplitterung nach dem Untergang der Staufer. Als 1268 der junge Konradin, der letzte der legitimen Staufer, in Neapel hingerichtet worden war, erlosch mit ihm nicht nur diese glanzvolle Familie, die über mehrere Generationen hinweg die Reichs- und abendländische Geschichte geprägt und gestaltet hatte, es erlosch damit auch das Herzogtum Schwaben, jene einstige Instanz über den einzelnen Herrschaften und zwischen ihnen und dem Reich. An Versuchen, dieses Herzogtum Schwaben wieder zu errichten, hat es nicht gefehlt, doch scheiterten diese stets am erbitterten Widerstand der inzwischen reichsunmittelbar gewordenen „Kleinstaaten“ und ihrer Regenten.

Erst unter Napoleon war es zwischen 1802 und 1806 zu einer Neuordnung des deutschen Südwestens gekommen. Die bunte Vielfalt wurde gewissermaßen mit einem Federstrich hart, rasch und ohne Rücksicht auf gewachsene Zusammenhänge beseitigt. Übrig blieben auf dem Gebiet des heutigen Baden-Württemberg, gewaltig vergrößert und arrondiert, lediglich das zum Königreich erhobene Württemberg, das Großherzogtum gewordene Baden und die beiden Fürstentümer Hohenzollern. Zum Jahresende 1806 war Baden flächenmäßig mehr als viermal so groß wie 1802, das Staatsgebiet Württembergs hatte sich verdoppelt. Gleiches galt für die Bevölkerung, die in Baden von 250 000 auf 950 000 und in Württemberg von 600 000 auf rund 1,4 Millionen Menschen angewachsen war.

Diese historische Entwicklung – vom Herzogtum Schwaben in der Stauferzeit über die territoriale Zersplitterung und Napoleonische Flurbereinigung bis zur Vereinigung der drei Länder der unmittelbaren Nachkriegszeit – sollte, so die Meinung der Gutachter, sich im neuen Landeswappen, dessen Herzstück die Stauferlöwen bildeten, widerspiegeln.

 

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