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Fotos: LMZ Baden-Württemberg

Aktuelles

11. 11. 2013

Alljährlich, am Freitag nach Christi Himmelfahrt, dem „Blutfreitag“, findet im oberschwäbischen Weingarten der Blutritt statt. Von einem Priester wird eine kostbar gefasste Reliquie aus dem Kloster Weingarten durch die Fluren der Stadt getragen: die Blutreliquie, die der Tradition nach vom Boden Golgathas stammt, der nach dem Lanzenstich des Longinus mit Christi Blut getränkt war. Sie kam im Jahr 1094 aus Mantua an das 1056 gegründete welfische Hauskloster.

Weingarten wurde damit zum Wallfahrtsort. Wohl erst im 15. Jahrhundert entwickelte sich daraus, parallel zur Fußwallfahrt, der Blutritt. Damit besteht er wohl seit mehr als 500 Jahren. Tausende von Reitern – in den letzten Jahren um die 3000 – nehmen daran teil. Selbst wenn der Blutritt verboten war oder nicht stattfinden konnte, riss die Tradition nicht ab. Inoffiziell vollzogen dann vielfach kleine Reitergruppen den Blutritt.

Wie ist dieser Blutritt einzuordnen? Welche Funktionen erfüllt er? Und was sagt er über die ihn tragende Region, über Oberschwaben aus?


04. 11. 2013

Das Große Landeswappen Baden-Württembergs zeigt im Schildhaupt die Wappen der sechs wichtigsten südwestdeutschen Vorgängerterritorien. Heraldisch ganz links steht der rot-weiß-rote Bindenschild, der daran erinnert, dass große Teile des heutigen Bundeslandes einmal zum Hause Habsburg gehört haben.

In der historisch polyzentrischen Landschaft Südwestdeutschlands gibt es vielfältige Identitäten, die ihre Bestätigung in der jeweils eigenen Geschichte finden. Vorderösterreich mit seiner Geschichte ist ein Erinnerungsort für den Breisgau, den südlichen Schwarzwald, für große Teile Oberschwabens und für die Landschaften am oberen Neckar und an der oberen Donau. In Oberschwaben war Vorderösterreich ein Erinnerungsort, der im 19. Jahrhundert in kämpferischer Weise das Gefühl einer Kolonialisierung durch das evangelische Altwürttemberg abzuwehren half. Im Breisgau und im Schwarzwald stärkte er das Bewusstsein des eigenen Wertes und der Verwurzelung in katholischer Tradition.

Wichtigster Platz für sichtbare Zeugnisse dieses Erinnerungsortes ist die Stadt Freiburg. Von dort ging auch die Renaissance der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Vorderösterreich aus, die intensiv in eine Öffentlichkeit hineinwirkte und die in die politische Auseinandersetzung in den Südweststaat einbezogen wurde. Sie hat wesentlich zur historischen Selbstvergewisserung Baden-Württembergs beigetragen. Freiburg war von seiner Geschichte, seinen Baudenkmälern, der Breitenwirkung und der Intensität der historischen Forschung das Herz des Erinnerungsortes Vorderösterreich.


28. 10. 2013

In weitem Bogen verlief die Grenze zwischen Baden und Württemberg vom Tauberland ganz im Nordosten bis zur Mitte des nördlichen Schwarzwalds beim Kniebis und weiter ins Donautal bei Tuttlingen; von dort ging es in einer kleinen Ausbuchtung nach Norden und dann in südöstlicher Richtung zum Bodensee. Diese Grenze existierte fast anderthalb Jahrhunderte: Bis 1918 trennte sie die durch die napoleonische Neuordnung entstandenen Staaten, das Großherzogtum Baden und das Königreich Württemberg; in der Weimarer Republik blieben die territorialen Grenzen der Länder erhalten, und auch nach der sogenannten Gleichschaltung von 1933 behielt die Grenze eine gewisse Bedeutung, da sich die organisatorische Gliederung der Nationalsozialisten weithin an den früheren Ländern orientierte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur Auflösung dieser Raumstruktur, zunächst durch die von den Besatzungsmächten festgelegte Einteilung in eine nördliche (Württemberg-Baden) und zwei südliche staatliche Einheiten (Württemberg-Hohenzollern und Süd-Baden), danach schon wenige Jahre später zur Vereinigung von Baden, Württemberg und dem kleinen Hohenzollern im neuen Südweststaat. Seine Gründung 1952, die Entstehung des im folgenden Jahr Baden-Württemberg benannten Landes, setzte die alte Trennlinie außer Kraft – Grenze ade, Grenze a. D.!


21. 10. 2013

Wer im Stadion ein Fußballspiel des SC Freiburg besucht, erlebt, wie aus tausenden von Kehlen das Badnerlied erschallt. Und wer in Tübingen bei einer der zahlreichen Studentenverbindungen einen Kommers mitmacht, erlebt am Höhepunkt des Abends, wie die inoffizielle Hymne der Württemberger Preisend mit viel schönen Reden geschmettert wird. Seltener zu hören ist das Hohenzollernlied, allenfalls bei Vereinsfesten im ehemaligen Hohenzollern.

Kräftig gesungen – man stand auf! – wurden diese Landeshymnen auch im Vorfeld der Schaffung des Südweststaates. Eine Baden- Württemberg-Hymne gibt es demgegenüber auch heute noch nicht. Hat das etwas zu bedeuten? Welche Funktionen erfüllen solche Hymnen? Was sagen sie aus über Besonderheiten und Befindlichkeiten eines Landes? Und schließlich: Wie muss die Machart sein, damit ein Lied zur Hymne des Landes oder eines selbstbewussten Landesteils aufsteigen kann?


14. 10. 2013

Der Gründung des Landes Baden-Württemberg waren heftige und leidenschaftlich geführte Auseinandersetzungen vorangegangen. Doch

nach dem Volksentscheid vom 9. Dezember 1951, in dem sich die Wähler mehrheitlich für den Zusammenschluss der von den Alliierten geschaffenen Länder (Süd-)Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern

ausgesprochen hatten, schritt die Bildung des neuen Landes zügig voran. Bereits am 9. März 1952 fanden im Gesamtland Wahlen zur Verfassunggebenden Landesversammlung statt. Am Freitag, den 25. April 1952 konnte Reinhold Maier, der aufgrund des Wahlergebnisses für viele überraschend gerade zum Ministerpräsidenten gewählt worden war,feststellen, dass um 12 Uhr 30 Minuten durch seine Erklärung die alten Länder zu einem Bundesland vereinigt seien.

„Die Regierung machte sich mit Elan an die ihr übertragenen Aufgaben und erließ mit einer Präzision, die an die eines Uhrwerkes erinnerte, eine Verordnung nach der anderen, so dass schon Anfang Dezember der Aufbau der Verwaltung im Wesentlichen abgeschlossen war“, resümierte die Stuttgarter Zeitung zum Jahresende 1952. Doch noch verfügte das Land über keine Verfassung, hatte weder einen Namen noch ein Wappen. Die Beratungen über die dauerhaften Symbole des neuen Staates zogen sich hin. Sie erwiesen sich als außerordentlich schwierig, insbesondere, was den Namen und das Wappen anbelangte, die symbolhaft für das ganze Bundesland stehen sollten.


23. 09. 2013
Baden-Württemberg hat gewählt

Nach dem vorläufigen Endergebnis des Statistischen Landesamtes kommt die CDU im Land auf 45,7 Prozent, ein starkes Plus von 11,3 Punkten im Vergleich zur Bundestagswahl 2009. Die FDP scheitert bei heftigen Verlusten mit 4,7 Prozent im Bund an der 5-Prozent-Hürde, im Land hat sie 6,2 Prozent erhalten. Die SPD verbessert sich leicht auf 20,6 Prozent, die Grünen müssen mit 11,0 Prozent im Vergleich zu 2009 Stimmen abgeben, auch die Linke verliert und kommt auf 7,2 Prozent. Die Alternative für Deutschland scheiterte mit 4,8 Prozent im Bund, im Land erhält sie 5,2 Prozent. Die Anderen kommen im Land auf 6,5 Prozent. Hier finden Sie die Ergebnisse der Wahl, kurze Zusammenfassungen der Wahlprogramme sowie Positionen und Ziele der Parteien. Porträts stellen die Spitzenkandidaten im Bund und in Baden-Württemberg vor. Eine Menge an Grundlagenwissen macht das Portal zur Fundgrube.

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30. 08. 2013
"Der schreibende Präsident – Theodor Heuss und die Literatur" - Wanderausstellung

Der Autor Mark Siegel bezeichnete 1988 den in Luxemburg geborenen Hugo Gernsback als den "Father of Science-Fiction". Durch seinen Erfindungsreichtum und seine Herausgebertätigkeit beeinflusste er maßgeblich die Entwicklung der Radio- und Fernsehtechnik und der Science-Fiction. Eine Sonderausstellung am Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe widmet sich dem vielseitigen Schaffen des Visionärs.



 

News-Box: BW in den Medien

 

April 2017

Neues Wappen für BW?

Baden-Württemberg ist 65 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum haben Studierende der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart Ideen für ein neues Landeswappen vorgelegt.

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März 2017

Jüngste Bevölkerung in den Flächenländern

Baden-Württemberg ist das deutsche Flächenland, in dem der Altersdurchschnitt am niedrigsten ist. Unter dem Wert von 43,2 Jahren liegen nur noch Hamburg und Berlin. Dennoch werden die Menschen immer älter: Das Durchschnittsalter ist im Vergleich zu 1970 um acht Jahre gestiegen.

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Februar 2017

Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer

Das Kabinett hat einen Gesetzesentwurf beschlossen, laut dem ausländische Studierende, die nicht aus EU-Ländern kommen, künftig Studiengebühren zahlen müssen. Pro Semester sollen 1500 Euro fällig werden. Gegen den Gesetzesentwurf gab es wiederholt Kritik.

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Dezember 2016

Karlsruhe ist die lebenswerteste Stadt Deutschlands

zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Fraunhofer Morgenstadt City-Index. Als Gründe dafür werden etwa das milde Klima, das grüne Zentrum, eine aktive Start-up- und Kulturszene sowie die innovativen Ansätze der Smart-City-Strategie angeführt.

Zum Artikel auf Tourismus.de

 
 
 
 
 

Interaktive Karte von Baden-Württemberg

 

Bezirke, Regionen, Kreise und Städte Baden-Württembergs.

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Impressionen aus dem Land

 

Ein Bilderalbum mit Impressionen aus Baden Württemberg

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Landesjubiläum Baden-Württemberg 2012

 

60 Jahre Baden-Württemberg

Das Landesjubiläum war der Jahresschwerpunkt 2012 der Landeszentrale für politische Bildung. Rückblicke, Ausblicke. Gegenwarts- und Zukunftsfragen waren Gegenstand der Auseinandersetzung. Die Veröffentlichungen reichen vom bebilderten Jubiläumsband bis zum kurz gefassten Faltblatt über Baden-Württemberg.

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