Region Bodensee-Oberschwaben

Fotos: LMZ Baden-Württemberg

Aktuelles

16. 12. 2013

„Karlsruhe wiegt Gesetze, Karlsruhe wägt Gesetze, Karlsruhe verwirft sie, Karlsruhe billigt sie, Karlsruhe fordert auf, ein neues Gesetz zu schreiben. Karlsruhe hat Macht“, so Heribert Prantl in einem Artikel mit dem Titel Gericht des Grundgesetzes: Die Karlsruher Republik. In dem Beitrag des Redakteurs der Süddeutschen Zeitung aus dem Jahr 2009 geht es um die Frage, wo die deutsche Politik wirklich gemacht werde, in Berlin oder in Karlsruhe, also von Bundesregierung und Bundestag oder vom Bundesverfassungsgericht. Prantl endet mit der Feststellung: „Wenn man von einer ,Karlsruher Republik‘ spricht, ist das durchaus ein Ehrentitel – für das Gericht und für das Land.“ Natürlich ist dies darüber hinaus und nicht zuletzt auch ein Ehrentitel für die Stadt Karlsruhe.

Die Ansiedlung der beiden höchsten Gerichte der Bundesrepublik Deutschland, Bundesverfassungsgericht und Bundesgerichtshof einschließlich Bundesanwaltschaft, in der ehemaligen badischen Landeshauptstadt knüpft an eine lange Geschichte an, in der Karlsruhe immer wieder im Mittelpunkt von Diskussionen und Entwicklungen stand, die die Demokratie in Deutschland vorbereiteten und weiterbrachten. Karlsruhe kann seine Rolle als aktuelle Residenz des Rechts auch historisch begründen.


09. 12. 2013

Der Begriff Verfassungspatriotismus ist eine Wortschöpfung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er lässt sich aber aus seinem Entstehungskontext – der Wandlung des (west-)deutschen Nationsverständnisses nach dem Zweiten Weltkrieg weg von machtstaatlichen Kategorien und hin zu einer Gemeinschaft stiftenden Orientierung an den Freiheitsrechten – herauslösen und auf andere historische Epochen übertragen, zum Beispiel auf die Geschichte des Großherzogtums Baden im 19. Jahrhundert.

Sie wurde in ähnlicher Weise durch die Badische Verfassung von 1818 geprägt wie die deutsche Nachkriegsgeschichte durch das Grundgesetz, wenngleich die Entstehungsumstände des badischen Verfassungspatriotismus eigentümlich waren: Damals ging es nicht darum, einer verkleinerten Nation neue Identifikationsmöglichkeiten zu geben, sondern es sollte durch die Verfassung überhaupt erst ein Fundament für einen Staat geschaffen werden, der sich durch territoriale Zugewinne erheblich vergrößert hatte und sich deshalb kaum durch historische Traditionen legitimieren konnte.


02. 12. 2013

Im Herzen Württembergs, dort, wo bis 1819 die Stammburg der Wirtemberger stand, erinnert eine klassizistische Grabkapelle an Katharina von Württemberg (1788–1819). Sie hat das Land in ihren nur etwas mehr als zwei Jahren als Königin bis heute nachwirkend mitgeprägt. Ein großes Krankenhaus und ein Gymnasium der Hauptstadt sind nach ihr benannt. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), der Landeswohlfahrtsverband und die Universität Hohenheim gehen auf ihre Gründungen zurück.

Wollte König Wilhelm I. (1781–1864) mit dem Abbruch der Burg seiner Vorfahren und dem Bau dieser Kapelle nur die Liebe zu seiner jung verstorbenen Frau demonstrieren? Die Politik, die er als König zusammen mit ihr und nach ihrem Tod 45 Jahre lang allein verfolgte, legt die Vermutung nahe, dass die Grabkapelle auch zum Zusammenwachsen seines noch jungen Staates beitragen sollte. Im Ensemble mit weiteren Bauten in ihrer Umgebung konnte sie sichtbar machen, dass das Königreich Württemberg mehr und anderes war, als einst das Herzogtum Wirtemberg gewesen war.

Dank Wilhelms Vater zur doppelten Größe aufgewachsen, schien Württemberg groß genug, in Deutschland und selbst in Europa eine größere Rolle zu spielen. Doch dafür mussten aus Untertanen der größeren und kleineren Territorien, aus denen das Königreich zusammengefügt worden war, württembergische Staatsbürger werden, die sich mit diesem Staat identifizieren konnten.


25. 11. 2013

Fährt man auf der Autobahn A 6 vom Weinsberger Kreuz in Richtung Nürnberg, sieht man zur Rechten vor dem Hintergrund der Waldenburger Berge zunächst die Türme der Stiftskirche Öhringen und wenige Kilometer weiter den modernen Wasserturm der Stadt Neuenstein. Weiter im Hintergrund grüßen Schloss Waldenburg auf dem weit vorspringenden Bergsporn und der junge Fernsehturm des SWR–Bauwerke, zu deren Füßen sich die von tief in den Muschelkalk eingeschnittenen Flüssen und Bächen zerfurchte Hohenloher Ebene erstreckt.

Öhringen und sein Stift, Neuenstein und Waldenburg sind drei markante Orte, in denen sich Geschichte verdichtet hat. Auf der anderen Seite stehen sie beispielhaft für den in wenigen Jahrzehnten vollzogenen Wandel von einer landwirtschaftlich geprägten zu einer von einer innovativen Industrie entlang von Entwicklungsachsen besiedelten Landschaft.


18. 11. 2013

Mit der Erbhuldigung am 23. August 1851 auf der Burg Hohenzollern, der Geburtsstätte der Hohenzollerndynastie, fand die Aufnahme der hohenzollerischen Fürstentümer in die preußische Monarchie ihren feierlichen Abschluss.

Wie in dem zeitgenössischen Ölgemälde von Georg Eberlein dargestellt, thronte König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen bei der Feier auf einem Podest unter einem Baldachin inmitten des Burghofs, umgeben von höchsten Würdenträgern und Honoratioren, darunter zur Rechten des Monarchen Kronprinz Wilhelm und zu dessen Linken die Fürsten von Fürstenberg und Thurn und Taxis, ehemals Standesherren im Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen. Dem Monarchen gegenüber sind, angeführt von Hofgerichtsadvokat Bürkle aus Sigmaringen, die 300 Deputierten aus den ehemaligen Fürstentümern Hohenzollern abgebildet, die stellvertretend für die gesamte Bevölkerung gegen Ende der Feier den Erbhuldigungseid zu leisten hatten.


11. 11. 2013

Alljährlich, am Freitag nach Christi Himmelfahrt, dem „Blutfreitag“, findet im oberschwäbischen Weingarten der Blutritt statt. Von einem Priester wird eine kostbar gefasste Reliquie aus dem Kloster Weingarten durch die Fluren der Stadt getragen: die Blutreliquie, die der Tradition nach vom Boden Golgathas stammt, der nach dem Lanzenstich des Longinus mit Christi Blut getränkt war. Sie kam im Jahr 1094 aus Mantua an das 1056 gegründete welfische Hauskloster.

Weingarten wurde damit zum Wallfahrtsort. Wohl erst im 15. Jahrhundert entwickelte sich daraus, parallel zur Fußwallfahrt, der Blutritt. Damit besteht er wohl seit mehr als 500 Jahren. Tausende von Reitern – in den letzten Jahren um die 3000 – nehmen daran teil. Selbst wenn der Blutritt verboten war oder nicht stattfinden konnte, riss die Tradition nicht ab. Inoffiziell vollzogen dann vielfach kleine Reitergruppen den Blutritt.

Wie ist dieser Blutritt einzuordnen? Welche Funktionen erfüllt er? Und was sagt er über die ihn tragende Region, über Oberschwaben aus?


04. 11. 2013

Das Große Landeswappen Baden-Württembergs zeigt im Schildhaupt die Wappen der sechs wichtigsten südwestdeutschen Vorgängerterritorien. Heraldisch ganz links steht der rot-weiß-rote Bindenschild, der daran erinnert, dass große Teile des heutigen Bundeslandes einmal zum Hause Habsburg gehört haben.

In der historisch polyzentrischen Landschaft Südwestdeutschlands gibt es vielfältige Identitäten, die ihre Bestätigung in der jeweils eigenen Geschichte finden. Vorderösterreich mit seiner Geschichte ist ein Erinnerungsort für den Breisgau, den südlichen Schwarzwald, für große Teile Oberschwabens und für die Landschaften am oberen Neckar und an der oberen Donau. In Oberschwaben war Vorderösterreich ein Erinnerungsort, der im 19. Jahrhundert in kämpferischer Weise das Gefühl einer Kolonialisierung durch das evangelische Altwürttemberg abzuwehren half. Im Breisgau und im Schwarzwald stärkte er das Bewusstsein des eigenen Wertes und der Verwurzelung in katholischer Tradition.

Wichtigster Platz für sichtbare Zeugnisse dieses Erinnerungsortes ist die Stadt Freiburg. Von dort ging auch die Renaissance der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Vorderösterreich aus, die intensiv in eine Öffentlichkeit hineinwirkte und die in die politische Auseinandersetzung in den Südweststaat einbezogen wurde. Sie hat wesentlich zur historischen Selbstvergewisserung Baden-Württembergs beigetragen. Freiburg war von seiner Geschichte, seinen Baudenkmälern, der Breitenwirkung und der Intensität der historischen Forschung das Herz des Erinnerungsortes Vorderösterreich.


Landesjubiläum Baden-Württemberg 2012

60 Jahre Baden-Württemberg - das Landesjubiläum ist der Jahresschwerpunkt 2012 der Landeszentrale für politische Bildung. Hier sollen Rückblicke genauso möglich sein wie Ausblicke. Gegenwarts- und Zukunftsfragen wie die um mehr Bürgerbeteiligung oder die Gestaltung der Integration erhalten ein besonderes Gewicht. Ob Seminare oder Stadtführungen, Ausstellungen oder spannende Spiele zur Politik – die Landeszentrale stellt ein breit gefächertes Programm vor. Die Veröffentlichungen reichen vom großzügig bebilderten Jubiläumsband bis zum kurz gefassten Faltblatt über Baden-Württemberg. ...mehr


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News-Box: BW in den Medien

 

Dezember 2016

Karlsruhe ist die lebenswerteste Stadt Deutschlands

zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Fraunhofer Morgenstadt City-Index. Als Gründe dafür werden etwa das milde Klima, das grüne Zentrum, eine aktive Start-up- und Kulturszene sowie die innovativen Ansätze der Smart-City-Strategie angeführt.

Zum Artikel auf Tourismus.de

 
 
 
 
 

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Erklärfilm - so funktioniert Landespolitik

 

Ein kurzer Animationsfilm der Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund erklärt, wie Landespolitik funktioniert.
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Impressionen aus dem Land

 

Ein Bilderalbum mit Impressionen aus Baden Württemberg

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Online-Spiel: Stadt-Land-Fluss in Baden-Württemberg

 

Bei diesem Spiel müssen Sie Flüsse und Städte Baden-Württembergs auf den richtigen Platz auf der Karte ziehen.

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