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Fotos: LMZ Baden-Württemberg

Aktuelles

07. 04. 2014

Der Badische Frauenverein, gegründet 1859, zwangsaufgelöst Ende 1937, stellte im späten 19. Jahrhundert die bedeutsamste Frauenwohlfahrtsorganisation Badens dar. Unter dem Protektorat Großherzogin Luises von Baden (1838–1923) breitete sich ein dichtes Netzwerk von Frauenvereinen über das Land aus. Sie widmeten sich vor Ort allen sozialen Aufgaben, die mit dem weiblichen Wesen vereinbar schienen. Neben Wohlfahrtsaufgaben traten bald schon die Verbesserung der Ausbildung junger Frauen und die Entwicklung neuer weiblicher Berufsbilder.

Zwar verstand sich der Verein nicht als Mitglied der zeitgenössischen Frauenbewegung, doch zählt er zu den Wegbereitern verbesserter weiblicher Bildungs- und Berufsmöglichkeiten. Nach der Gründung der Republik gegen den eigenen Bedeutungsverlust kämpfend, wurde er während des Nationalsozialismus gleichgeschaltet und schließlich endgültig aufgelöst. Selbst die Erinnerung an ihn war lange verschüttet.


31. 03. 2014

Am 1. Oktober 1818 gewährte der württembergische König Wilhelm I. einer Gruppe von Pietisten unter der Führung von Gottlieb Wilhelm Hoffmann, Notar und Bürgermeister von Leonberg, das Privileg zur Gründung einer Gemeinde, wie es sie bisher im Land nicht gab. In Erwartung der baldigen Wiederkehr Christi wollten die Gemeindemitglieder brüderlich zusammenleben. Die Ordnung der weltlichen und geistlichen Gemeinde sollte auf drei Prinzipien beruhen: demokratische Selbstverwaltung durch die von den Mitgliedern gewählten Vertreter und Vorsteher; Gütergemeinschaft im urchristlichen Sinn nach dem Grundsatz: „Alle für Einen und Einer für alle“; strenge geistlich-soziale Kontrolle der Gemeindemitglieder.

Die Gemeinde wollte nur Mitglieder aufnehmen, die im „wahren und lebendigen Glauben stehen“ und die sich zu einem „streng sittlichen und geordneten Leben verpflichten“. Bei Fehlverhalten drohte als letzte Konsequenz der Ausschluss.

Wie kam es zu dieser Gemeindegründung und welche Bedeutung hat der Pietismus in Korntal und darüber hinaus für Württemberg?


24. 03. 2014

Wer als Tourist nach Tübingen kommt, wird es nicht versäumen, einen Blick auf das Evangelische Stift zu werfen. Wenn er vom Hölderlinturm kommt, sieht er das inzwischen fast immer geöffnete Tor und die Kapelle des ehemaligen Augustinerklosters wie den Bug eines Schiffes auf hoher See.

Hier und in den dazugehörenden vorgeschalteten Klosterschulen wurden seit fast 500 Jahren die evangelischen Theologen Württembergs und viele herausragende Wissenschaftler und Künstler ausgebildet. Die Stiftung hat viele schlimme Stürme und Umbrüche bis heute überstanden und ist schon deshalb in der deutschen Bildungslandschaft einmalig. Für Württemberg wurde sie prägend und identitätsstiftend.

Die Qualität der Stiftung, die Breite der Rekrutierung von Stipendiaten und das gemeinsame Leben unter Gleichen hat zu einer erstaunlichen Förderung von Begabungen über den ursprünglichen Zweck hinaus geführt. So haben die Nichttheologen und Außenseiter ebenso zum Ruhm des Hauses beigetragen wie die Theologen und Männer der Kirche.


17. 03. 2014

Räumlich liegt der Bodensee alles andere als im Zentrum Baden-Württembergs. Im Gegenteil – mit seiner Lage im Südosten des Landes an der (und als) Grenze zu den Nachbarländern ist er aus solcher Sicht genauso Peripherie wie der Kaiserstuhl, die Ostalb oder das Tauberland. Im eigentlichen Sinn zum See hin orientiert ist nur ein kleiner Teil des Landes, jene Gebiete, deren Alltags- und Wirtschaftsleben von der Lage am See bestimmt sind oder mit diesem zumindest in engerer räumlicher Beziehung stehen.

Im symbolischen Sinn ist die Reichweite des Bodensees und der angrenzenden Region freilich eine ganz andere. Da reicht der See, wenn man so sagen will, weit ins Herz des Landes hinein – historisch, aber auch was den jungen Südweststaat anbelangt. Denn Gedächtnisorte zeichnen sich gerade durch das Ineinander von konkreten und imaginären Dimensionen aus. Das macht „den See“ und die Vorstellungen, die man sich von seiner Bedeutung gemacht hat und macht, zu einem guten Beispiel für die vielfältige und wechselhafte Rolle, die Landschaften im Identitätshaushalt von Staaten und Gesellschaften zukommen kann.


10. 03. 2014

Im Unterschied zu anderen bekannten Bade- und Kurorten des 19. Jahrhunderts – Marienbad, Spa, Brighton, Gastein oder Vichy – wird allein Baden-Baden zum Markenzeichen und Mythos. Die Stadt – erst seit 1931 mit dem charakteristischen Doppelnamen geadelt – gilt inzwischen als Synonym für Badeorte der eleganten Welt schlechthin. Immer geht es dabei um mehr als nur um den Konversations- und Erholungsort der Mächtigen und Reichen. Der Name steht mehr als jedes andere deutsche Bad – ob Bad Ems, Bad Homburg, Bad Kissingen, Bad Reichenhall oder Bad Godesberg – für Luxus, Muße, Spiel, aber auch für Mäzenatentum, Kultur und hin und wieder auch für Politik.

Manchmal finden politische und kulturelle Medienereignisse statt – eine wegweisende Kunstausstellung im Museum Frieder Burda, die spektakuläre Inszenierung einer Oper oder die Verpflichtung der Berliner Philharmoniker für die Baden-Badener Frühjahrsfestspiele. Konkurrenz bestimmt das Selbstbild der Stadt mit: Eine neue Wagner-Inszenierung, die positiver aufgenommen wird als eine Uraufführung in Bayreuth, wird innerlich bejubelt. Ein erfolgreicher Schachzug gegen die Salzburger Festspiele – das ist es, was oftmals zählt. Manche Medienereignisse, Meetings und Bälle sind allerdings künstlich inszeniert und spiegeln dann eine Schnelllebigkeit, die eigentlich nicht zur Stadt passt.

Besonders positiv und auch nachhaltig wird das Bild aber durch politische und diplomatische Ereignisse geprägt, etwa den NATO-Gipfel anlässlich des 60. Gründungstages der Nordatlantischen Verteidigungsorganisation im Jahr 2009. Dass sich hier in der Mitte des 19. Jahrhunderts einfach der französische Kaiser Napoleon III. mit deutschen Fürsten, 1962 Charles de Gaulle und Konrad Adenauer und viel später auch einmal Jaques Chirac und Gerhard Schröder trafen, ist fast so vergessen wie die Tatsache, dass der gestürzte ägyptische Staatspräsident Husni Mubarak hier einst kurte und den Luxus von „Brenners Park-Hotel“ nutzte.


03. 03. 2014

Als die NATO im Jahr 2009 ihren 60. Geburtstag feierte, fand der Festakt am 3. und 4. April in Straßburg, Kehl und Baden-Baden statt. Ein symbolischer Höhepunkt der Veranstaltung war das gemeinsame Überschreiten des Rheins durch die 26 Staats- und Regierungschefs des Nordatlantischen Bündnisses auf dem Fußgängersteg neben der Europabrücke, angeführt von dem US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama, dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Mit der Wahl des Ortes wurde eine Bekräftigung für 60 Jahre deutsch-französische Aussöhnung und Freundschaft gesucht und – weiter historisch zurückblickend – ein definitiver Schlussstrich unter die vorangegangenen 300 Jahre der feindlichen Konfrontation gerade hier am Rhein gezogen.

An dieser Stelle hatten die aufeinanderfolgenden Brücken über den Strom im oft dramatischen Wechsel beides erlebt: die Gegnerschaft und die Annäherung, den problemlosen Austausch und die gegenseitige Abschottung. In der Geschichte der Straßburger Rheinbrücke fokussiert sich die Geschichte der rechtsrheinischen Lande und des Elsass in Abstoßung und Anziehung während der Neuzeit.

Der symbolische Akt auf dieser Brücke am 4. April 2009 konnte die deutsch-französische Versöhnung und die Befriedung der Rheingrenze als einen Grundstein für die Nachkriegsordnung Europas und des Westens sinnfällig vor Augen führen.


24. 02. 2014

Großer Bahnhof für den 31-jährigen Zvonimir Kanjir aus Kroatien. Es ist der 5. August 1970. Das Begrüßungskomitee wartet schon auf den 500 000sten ausländischen Arbeitnehmer, der nach Baden-Württemberg geholt wird. Der DGB-Landesvorsitzende, der Repräsentant der Firma Daimler-Benz, die den Jugoslawen als Arbeitskraft braucht, sowie der Präsident des Landesarbeitsamtes und sein Pressereferent empfangen den „Jubilar“ in Stuttgart. Der frühere Pressereferent Hans-Jörg Eckardt denkt immer wieder an jenen Sommertag im Jahre 1970: „Alles, was schreiben, filmen und Töne aufnehmen konnte, war da. Der Sonderzug lief ein. Türe auf – und dann hat man ihn entsprechend präsentiert. Die Kameras liefen und dann wurde ein Radio überreicht.“

Es war die Zeit, als die Wirtschaft in Deutschland – und zumal in der deutschen „Wirtschaftslokomotive“ Baden-Württemberg – brummte und jährlich zehntausende ausländische Arbeitskräfte angefordert wurden. Auch machte man sich sowohl auf Seiten der Arbeitsmigranten als auch auf der Seite der Einheimischen kaum Gedanken darüber, wie lange die „Gäste“ wohl bleiben würden, wie man sie bei der Integration unterstützen könnte und wie man verfahren solle, wenn das Wirtschaftswachstum einbräche. Im Rückblick gesehen, war Baden-Württemberg schon damals ein Einwanderungsland, wenngleich man lange die Augen vor dieser gesellschaftlichen Realität verschlossen hat.



 

News-Box: BW in den Medien

 

Juni 2017

Schwarzwald ist neues UNESCO-Biosphärengebiet

Teile des Schwarzwalds wurden von der UNESCO zum 16. Biosphärengebiet in Deutschland ernannt. Das Reservat ist etwa 630 km2 groß und liegt südlich und westlich des Feldberges. 2009 war bereits die Schwäbische Alb in die Liste der UNESCO übernommen worden.

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Juni 2017

200 Jahre Fahrrad

Am 12. Juni 1817 testete Karl Drais in einer Jungfernfahrt in Mannheim seine Laufmaschine, die "Draisine". Heute gilt seine Erfindung als das Ur-Fahrrad. Baden-Württemberg feiert dieses Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen.

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April 2017

Neues Wappen für BW?

Baden-Württemberg ist 65 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum haben Studierende der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart Ideen für ein neues Landeswappen vorgelegt.

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März 2017

Jüngste Bevölkerung in den Flächenländern

Baden-Württemberg ist das deutsche Flächenland, in dem der Altersdurchschnitt am niedrigsten ist. Unter dem Wert von 43,2 Jahren liegen nur noch Hamburg und Berlin. Dennoch werden die Menschen immer älter: Das Durchschnittsalter ist im Vergleich zu 1970 um acht Jahre gestiegen.

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Februar 2017

Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer

Das Kabinett hat einen Gesetzesentwurf beschlossen, laut dem ausländische Studierende, die nicht aus EU-Ländern kommen, künftig Studiengebühren zahlen müssen. Pro Semester sollen 1500 Euro fällig werden. Gegen den Gesetzesentwurf gab es wiederholt Kritik.

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Dezember 2016

Karlsruhe ist die lebenswerteste Stadt Deutschlands

zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Fraunhofer Morgenstadt City-Index. Als Gründe dafür werden etwa das milde Klima, das grüne Zentrum, eine aktive Start-up- und Kulturszene sowie die innovativen Ansätze der Smart-City-Strategie angeführt.

Zum Artikel auf Tourismus.de

 
 
 
 
 

Interaktive Karte von Baden-Württemberg

 

Bezirke, Regionen, Kreise und Städte Baden-Württembergs.

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Impressionen aus dem Land

 

Ein Bilderalbum mit Impressionen aus Baden Württemberg

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Landesjubiläum Baden-Württemberg 2012

 

60 Jahre Baden-Württemberg

Das Landesjubiläum war der Jahresschwerpunkt 2012 der Landeszentrale für politische Bildung. Rückblicke, Ausblicke. Gegenwarts- und Zukunftsfragen waren Gegenstand der Auseinandersetzung. Die Veröffentlichungen reichen vom bebilderten Jubiläumsband bis zum kurz gefassten Faltblatt über Baden-Württemberg.

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