Region Bodensee-Oberschwaben

Fotos: LMZ Baden-Württemberg

Aktuelles

24. 03. 2014

Wer als Tourist nach Tübingen kommt, wird es nicht versäumen, einen Blick auf das Evangelische Stift zu werfen. Wenn er vom Hölderlinturm kommt, sieht er das inzwischen fast immer geöffnete Tor und die Kapelle des ehemaligen Augustinerklosters wie den Bug eines Schiffes auf hoher See.

Hier und in den dazugehörenden vorgeschalteten Klosterschulen wurden seit fast 500 Jahren die evangelischen Theologen Württembergs und viele herausragende Wissenschaftler und Künstler ausgebildet. Die Stiftung hat viele schlimme Stürme und Umbrüche bis heute überstanden und ist schon deshalb in der deutschen Bildungslandschaft einmalig. Für Württemberg wurde sie prägend und identitätsstiftend.

Die Qualität der Stiftung, die Breite der Rekrutierung von Stipendiaten und das gemeinsame Leben unter Gleichen hat zu einer erstaunlichen Förderung von Begabungen über den ursprünglichen Zweck hinaus geführt. So haben die Nichttheologen und Außenseiter ebenso zum Ruhm des Hauses beigetragen wie die Theologen und Männer der Kirche.


17. 03. 2014

Räumlich liegt der Bodensee alles andere als im Zentrum Baden-Württembergs. Im Gegenteil – mit seiner Lage im Südosten des Landes an der (und als) Grenze zu den Nachbarländern ist er aus solcher Sicht genauso Peripherie wie der Kaiserstuhl, die Ostalb oder das Tauberland. Im eigentlichen Sinn zum See hin orientiert ist nur ein kleiner Teil des Landes, jene Gebiete, deren Alltags- und Wirtschaftsleben von der Lage am See bestimmt sind oder mit diesem zumindest in engerer räumlicher Beziehung stehen.

Im symbolischen Sinn ist die Reichweite des Bodensees und der angrenzenden Region freilich eine ganz andere. Da reicht der See, wenn man so sagen will, weit ins Herz des Landes hinein – historisch, aber auch was den jungen Südweststaat anbelangt. Denn Gedächtnisorte zeichnen sich gerade durch das Ineinander von konkreten und imaginären Dimensionen aus. Das macht „den See“ und die Vorstellungen, die man sich von seiner Bedeutung gemacht hat und macht, zu einem guten Beispiel für die vielfältige und wechselhafte Rolle, die Landschaften im Identitätshaushalt von Staaten und Gesellschaften zukommen kann.


10. 03. 2014

Im Unterschied zu anderen bekannten Bade- und Kurorten des 19. Jahrhunderts – Marienbad, Spa, Brighton, Gastein oder Vichy – wird allein Baden-Baden zum Markenzeichen und Mythos. Die Stadt – erst seit 1931 mit dem charakteristischen Doppelnamen geadelt – gilt inzwischen als Synonym für Badeorte der eleganten Welt schlechthin. Immer geht es dabei um mehr als nur um den Konversations- und Erholungsort der Mächtigen und Reichen. Der Name steht mehr als jedes andere deutsche Bad – ob Bad Ems, Bad Homburg, Bad Kissingen, Bad Reichenhall oder Bad Godesberg – für Luxus, Muße, Spiel, aber auch für Mäzenatentum, Kultur und hin und wieder auch für Politik.

Manchmal finden politische und kulturelle Medienereignisse statt – eine wegweisende Kunstausstellung im Museum Frieder Burda, die spektakuläre Inszenierung einer Oper oder die Verpflichtung der Berliner Philharmoniker für die Baden-Badener Frühjahrsfestspiele. Konkurrenz bestimmt das Selbstbild der Stadt mit: Eine neue Wagner-Inszenierung, die positiver aufgenommen wird als eine Uraufführung in Bayreuth, wird innerlich bejubelt. Ein erfolgreicher Schachzug gegen die Salzburger Festspiele – das ist es, was oftmals zählt. Manche Medienereignisse, Meetings und Bälle sind allerdings künstlich inszeniert und spiegeln dann eine Schnelllebigkeit, die eigentlich nicht zur Stadt passt.

Besonders positiv und auch nachhaltig wird das Bild aber durch politische und diplomatische Ereignisse geprägt, etwa den NATO-Gipfel anlässlich des 60. Gründungstages der Nordatlantischen Verteidigungsorganisation im Jahr 2009. Dass sich hier in der Mitte des 19. Jahrhunderts einfach der französische Kaiser Napoleon III. mit deutschen Fürsten, 1962 Charles de Gaulle und Konrad Adenauer und viel später auch einmal Jaques Chirac und Gerhard Schröder trafen, ist fast so vergessen wie die Tatsache, dass der gestürzte ägyptische Staatspräsident Husni Mubarak hier einst kurte und den Luxus von „Brenners Park-Hotel“ nutzte.


03. 03. 2014

Als die NATO im Jahr 2009 ihren 60. Geburtstag feierte, fand der Festakt am 3. und 4. April in Straßburg, Kehl und Baden-Baden statt. Ein symbolischer Höhepunkt der Veranstaltung war das gemeinsame Überschreiten des Rheins durch die 26 Staats- und Regierungschefs des Nordatlantischen Bündnisses auf dem Fußgängersteg neben der Europabrücke, angeführt von dem US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama, dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Mit der Wahl des Ortes wurde eine Bekräftigung für 60 Jahre deutsch-französische Aussöhnung und Freundschaft gesucht und – weiter historisch zurückblickend – ein definitiver Schlussstrich unter die vorangegangenen 300 Jahre der feindlichen Konfrontation gerade hier am Rhein gezogen.

An dieser Stelle hatten die aufeinanderfolgenden Brücken über den Strom im oft dramatischen Wechsel beides erlebt: die Gegnerschaft und die Annäherung, den problemlosen Austausch und die gegenseitige Abschottung. In der Geschichte der Straßburger Rheinbrücke fokussiert sich die Geschichte der rechtsrheinischen Lande und des Elsass in Abstoßung und Anziehung während der Neuzeit.

Der symbolische Akt auf dieser Brücke am 4. April 2009 konnte die deutsch-französische Versöhnung und die Befriedung der Rheingrenze als einen Grundstein für die Nachkriegsordnung Europas und des Westens sinnfällig vor Augen führen.


24. 02. 2014

Großer Bahnhof für den 31-jährigen Zvonimir Kanjir aus Kroatien. Es ist der 5. August 1970. Das Begrüßungskomitee wartet schon auf den 500 000sten ausländischen Arbeitnehmer, der nach Baden-Württemberg geholt wird. Der DGB-Landesvorsitzende, der Repräsentant der Firma Daimler-Benz, die den Jugoslawen als Arbeitskraft braucht, sowie der Präsident des Landesarbeitsamtes und sein Pressereferent empfangen den „Jubilar“ in Stuttgart. Der frühere Pressereferent Hans-Jörg Eckardt denkt immer wieder an jenen Sommertag im Jahre 1970: „Alles, was schreiben, filmen und Töne aufnehmen konnte, war da. Der Sonderzug lief ein. Türe auf – und dann hat man ihn entsprechend präsentiert. Die Kameras liefen und dann wurde ein Radio überreicht.“

Es war die Zeit, als die Wirtschaft in Deutschland – und zumal in der deutschen „Wirtschaftslokomotive“ Baden-Württemberg – brummte und jährlich zehntausende ausländische Arbeitskräfte angefordert wurden. Auch machte man sich sowohl auf Seiten der Arbeitsmigranten als auch auf der Seite der Einheimischen kaum Gedanken darüber, wie lange die „Gäste“ wohl bleiben würden, wie man sie bei der Integration unterstützen könnte und wie man verfahren solle, wenn das Wirtschaftswachstum einbräche. Im Rückblick gesehen, war Baden-Württemberg schon damals ein Einwanderungsland, wenngleich man lange die Augen vor dieser gesellschaftlichen Realität verschlossen hat.


17. 02. 2014

In den Vereinigten Staaten von Amerika gehört die auf der Grundlage einer massen­haften Einwanderung erfolgte Besiedlung des Landes zum zentralen Bestandteil der nationalen Identität. Dies manifestiert sich in mindestens zwei zentralen Erinnerungsorten, den Einwandererstationen Castle Garden und Ellis Island in New York sowie zahlreichen weiteren Denkmälern und Kristallisations­punkten der Vergangenheit, darunter auch die Person des „Frontiers“, dem nach „Westen“ wandernden, das weite Land erobernden Kolonisator, der im kollektiven amerikanischen Gedächtnis eine fast mythische Bedeutung einnimmt. In ihr besitzt das Land eine identitätsstiftende Figur, in der sich sein (trügerisches?) Selbstbild einer durch Wage­mut, Veränderungsbereitschaft, Ungebundenheit und geografischen wie mentalen Offenheit geprägten Gesellschaft vereinigt.

Denen, die ein Land verlassen, wird dagegen selten ein Denkmal gesetzt. Dies gilt auch für die Millionen von Deutschen, die vom 18. bis ins 20. Jahrhundert ihr Land aus unterschiedlichen Motiven, freiwillig oder durch politische, soziale oder ökonomische Ursachen gezwungen, verließen.

Ihre hinterlassenen Spuren sind rar. Erst seit wenigen Jahren widmet sich das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven der Spurensuche der deutschen Überseewanderung im 19. und 20. Jahrhundert. Der deutsche Südwesten hat an der Auswanderung einen gewichtigen Anteil – quantitativ wie qualitativ.


10. 02. 2014

Baden-Württemberg ist seit dem 11. September 1954 das „Patenland“ der „Volksgruppe der Donauschwaben“. Ulm bezeichnet sich gerne als „Stadt der Donauschwaben“. Und für die unterschiedlichen donauschwäbischen Gruppen selbst sind Ulm und der deutsche Südwesten konstitutiv für ihr Selbstverständnis.

Dabei handelt es sich um eine Entwicklung jüngeren Datums, die rückblickend zwei Vorgänge ohne unmittelbaren Bezug in einen Sinnzusammenhang setzt: Die auch über Ulm erfolgte Auswanderung aus dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation nach Südosteuropa seit dem 18. Jahrhundert und die Umsiedlung, Flucht und Vertreibung der Nachkommen dieser Auswanderer in das besiegte Deutschland nach 1945.

Die entstandenen Beziehungen Baden- Württembergs und Ulms zu den Donauschwaben und deren besonderes Verhältnis zu der Stadt und dem Land sind das Ergebnis einer spezifischen Deutung von Migrationen der letzten rund 300 Jahre als Auswanderung in eine „neue Heimat“ und Rückkehr in die „alte Heimat“.


Landesjubiläum Baden-Württemberg 2012

60 Jahre Baden-Württemberg - das Landesjubiläum ist der Jahresschwerpunkt 2012 der Landeszentrale für politische Bildung. Hier sollen Rückblicke genauso möglich sein wie Ausblicke. Gegenwarts- und Zukunftsfragen wie die um mehr Bürgerbeteiligung oder die Gestaltung der Integration erhalten ein besonderes Gewicht. Ob Seminare oder Stadtführungen, Ausstellungen oder spannende Spiele zur Politik – die Landeszentrale stellt ein breit gefächertes Programm vor. Die Veröffentlichungen reichen vom großzügig bebilderten Jubiläumsband bis zum kurz gefassten Faltblatt über Baden-Württemberg. ...mehr


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News-Box: BW in den Medien

 

Dezember 2016

Karlsruhe ist die lebenswerteste Stadt Deutschlands

zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Fraunhofer Morgenstadt City-Index. Als Gründe dafür werden etwa das milde Klima, das grüne Zentrum, eine aktive Start-up- und Kulturszene sowie die innovativen Ansätze der Smart-City-Strategie angeführt.

Zum Artikel auf Tourismus.de

 
 
 
 
 

Interaktive Karte von Baden-Württemberg

 

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Erklärfilm - so funktioniert Landespolitik

 

Ein kurzer Animationsfilm der Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund erklärt, wie Landespolitik funktioniert.
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Impressionen aus dem Land

 

Ein Bilderalbum mit Impressionen aus Baden Württemberg

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Online-Spiel: Stadt-Land-Fluss in Baden-Württemberg

 

Bei diesem Spiel müssen Sie Flüsse und Städte Baden-Württembergs auf den richtigen Platz auf der Karte ziehen.

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