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Fotos: LMZ Baden-Württemberg

Aktuelles

19. 05. 2014

Am Abend des 8. November 1939, wenige Wochen nach Beginn des Zweiten Weltkrieges, schreckte ein Anschlag die Weltöffentlichkeit auf. Am Jahrestag des „Hitlerputsches“ von 1923 war auf Hitler, Führer der NSDAP, Reichskanzler und Oberster Befehlshaber der Wehrmacht, im Münchener Bürgerbräukeller ein Anschlag verübt worden, der den Versammlungssaal nahezu vollständig zerstörte und acht Menschenleben forderte.

Dass es in Deutschland nicht nur Gefolgsleute Hitlers gab, die seinen Befehlen willig folgten, macht der Widerstand gegen den Nationalsozialismus deutlich. In Konzentrationslagern und Gefängnissen fanden sich bei Kriegsbeginn bereits hunderttausende Häftlinge. Aus der Haft heraus konnten sie das Regime nicht mehr aktiv bekämpfen, es blieb ihnen nur, sich gegen Willkür und Schrecken zu behaupten. Die Gestapo und der Sicherheitsdienst hatten viele der Regimegegner eingeschüchtert, verhaftet oder inhaftiert. Manche der Regimegegner waren aber durch Terror nicht zu verunsichern und bereiteten sich auf die Zeit „danach“ vor. Sie planten einen Umsturz, aber immer wieder scheiterten ihre Versuche, die Kräfte des Widerstands zu bündeln, Aktionen abzustimmen, die Voraussetzungen für die Gelegenheit zum Anschlag zu suchen und zu schaffen.

Johann Georg Elser wurde so zu einer Ausnahme, die nicht nur seinen Zeitgenossen schier unvorstellbar schien, sondern sich auch viele Jahrzehnte, bis in die 1980er-Jahre, dem gerechten Urteil der Nachlebenden entzog. Deshalb soll versucht werden, nicht nur sein Leben und seine Leistung, sondern auch sein Leiden vor Augen zu führen und den von ihm geplanten Anschlag auf Hitler in die allgemeine Widerstandsgeschichte einzuordnen.


12. 05. 2014

Es war eine perfekte Inszenierung, die die badischen Nationalsozialisten am 16. Mai 1933 – dem Tag der Konstituierung des gleichgeschalteten Badischen Landtags – in Karlsruhe zur Demütigung ihrer politischen Gegner vorbereitet hatten und mit der sie zugleich ein signifikantes Zeichen der neuen politischen Unkultur setzten. Für diesen Tag hatten die neuen Machthaber die öffentliche Überführung prominenter Sozialdemokraten vorgesehen, die als „Schutzhäftlinge“ im Karlsruher Bezirksgefängnis einsaßen und nun in einem mittelalterlich anmutenden Schauspiel den Weg in das nahe dem nordbadischen Bad Mingolsheim neu errichtete Konzentrationslager Kislau anzutreten hatten.

Den politischen Gefangenen war eine besonders infame Form des NS-Terrors zugedacht: ihre öffentliche Herabwürdigung durch einen fanatisierten Nazi-Mob, dem die Gelegenheit geboten wurde, seinen Aggressionen und niederen Instinkten freien Lauf zu lassen. Diese Verhöhnung politischer Gegner wurde als öffentlich demonstrierter „Volkszorn“ legitimiert und gutgeheißen.


05. 05. 2014

Laupheim gehört heute zu jenen Städten Baden-Württembergs mit einstmals jüdischen Gemeinden, in denen eine über Jahrzehnte gewachsene Erinnerungskultur existiert. Und das, obwohl auch hier bis in die 1980er-Jahre Vergessen und Erinnerungsverweigerung den Umgang mit dem Andenken an jüdisches Leben und dessen Zerstörung bestimmten.

In Laupheim finden sich zahlreiche Erinnerungsorte. Es gibt nicht nur die „Schalom- Tage“, sondern darüber hinaus auch ein Museum zur Geschichte von Christen und Juden. Es gibt Straßen, Schulen und ein Stadion, die nach jüdischen Laupheimern benannt sind. Laupheimer Bürgerinnen und Bürger suchen weltweit nach Überbleibseln der jüdischen Geschichte des Ortes und halten das Gefundene in Form von Aufsätzen und Büchern für die Nachwelt fest.

Wie ist diese Erinnerungskultur entstanden? Wer sind ihre Träger? Wie hat sich die Erinnerung an die jüdische Geschichte auf die Wahrnehmung der Stadtgeschichte als Ganzes, auf die Identität der Stadt ausgewirkt?


30. 04. 2014

"Im Frieden für die Menschheit, im Kriege fürs Vaterland". Das war ein wichtiger Leitspruch für den Forscher Fritz Haber, dem an der Technischen Hochschule Karlsruhe (dem heutigen KIT - Karlsruher Institut für Technologie) im Jahr 1909 der Durchbruch gelang bei der Ammoniaksynthese, für die er später den Nobelpreis bekommen sollte. Mit den gelegten Grundlagen wurde Haber nach 1914 jedoch auch "Vater des Giftgaskrieges". Dem weltweit ersten Giftgasangriff bei Ypern folgte am 2. Mai 1915 ein Ehedrama im Hause Haber.


28. 04. 2014

Wer im Schwarzwald vom Kniebis kommend über die Alexanderschanze Richtung Rheinebene fährt, passiert auf dem Weg ins Renchtal in einer Kehre der Bundesstraße 28 oberhalb von Bad Griesbach einen schlichten Gedenkstein. Fast eine Million Auto- und Motorradfahrer kommen jedes Jahr an diesem Denkmal vorbei, das an einen politischen Mord erinnert, der 1921 die junge Weimarer Republik erschütterte.

Das Opfer dieses feigen Anschlags hieß Matthias Erzberger (1875–1921) und war einer der führenden demokratischen Politiker der Weimarer Republik. Seine steile politische Karriere bis hin zum Finanzminister und Vizekanzler war geprägt gewesen durch zahllose Konflikte, die ihre Ursachen in den Verwerfungen der deutschen Gesellschaft der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatten.

Die entsprechenden politischen und gesellschaftlichen Gegensätze bildeten nicht nur den Hintergrund für Erzbergers Ermordung, sondern prägten auch die Erinnerung an diesen führenden Vertreter der Weimarer Republik bis weit in die Zeit der Bundesrepublik hinein.


21. 04. 2014

Es ist spannend und unterhaltend zugleich, wenn man sich Architekturzeitschriften der späten 1940er- und frühen 1950er-Jahre anschaut, um ein Bild zu gewinnen, wie die Bauszene sich zur Wiederaufbauzeit in Deutschland darbot. Sie sind mit Artikeln angefüllt, die den Gegensatz zweier Richtungen betonen. Da waren auf der einen Seite die Vertreter der gemäßigten Moderne und der Tradition sowie auf der anderen Seite die Vertreter des „Neuen Bauens“, die sogenannten Modernisten. Architektonische Erinnerungsorte zeugen in Baden-Württemberg auch heute noch von diesem Gegensatz innerhalb der Moderne.

Im zeitlichen Abstand von über 60 Jahren und mit den erhaltenen architektonischen Manifestationen vor Augen will es scheinen, dass die Schärfe der Auseinandersetzung nicht so sehr von den Architekten selbst kam. Vielleicht waren es die Lager ihrer Anhänger, die die schroffe Grenze zwischen den baukünstlerischen Richtungen der Zwischenkriegszeit auch weiterhin hochhielten.


14. 04. 2014

Die Universität ist ein mehrdimensionaler Erinnerungsort. Studierende, deren Eltern, Professoren, die Politik, die Wirtschaft oder wer auch immer teilen Perspektiven und Erfahrungen in verschieden großen Schnittmengen, in die sich über Jahrhunderte hinweg kollektive Vorstellungen, Muster, Bilder und Ideale eingelagert haben. Seit Humboldts Bildungsreform genießen Universitäten höchstes Ansehen als Stätten der Bildung und des wissenschaftlichen Fortschritts, der durch Forschung gesichert wird.

Universitäten gelten als Instanz der Sozialisation, Charakterprägung und Selbstfindung für junge Menschen jenseits des Schulzwangs. Ihrem Wesen nach sind sie weniger regionale, als vielmehr internationale oder weltumspannende Einrichtungen, die sich in Lehre, Forschung und Weiterbildung internationalen Standards der akademischen Öffentlichkeit verpflichtet wissen. In Deutschland sind Universitäten fast ausschließlich aus öffentlichen Mitteln finanzierte Einrichtungen der Länder, in deren Hoheit sie fallen.



 

News-Box: BW in den Medien

 

April 2017

Neues Wappen für BW?

Baden-Württemberg ist 65 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum haben Studierende der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart Ideen für ein neues Landeswappen vorgelegt.

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März 2017

Jüngste Bevölkerung in den Flächenländern

Baden-Württemberg ist das deutsche Flächenland, in dem der Altersdurchschnitt am niedrigsten ist. Unter dem Wert von 43,2 Jahren liegen nur noch Hamburg und Berlin. Dennoch werden die Menschen immer älter: Das Durchschnittsalter ist im Vergleich zu 1970 um acht Jahre gestiegen.

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Februar 2017

Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer

Das Kabinett hat einen Gesetzesentwurf beschlossen, laut dem ausländische Studierende, die nicht aus EU-Ländern kommen, künftig Studiengebühren zahlen müssen. Pro Semester sollen 1500 Euro fällig werden. Gegen den Gesetzesentwurf gab es wiederholt Kritik.

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Dezember 2016

Karlsruhe ist die lebenswerteste Stadt Deutschlands

zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Fraunhofer Morgenstadt City-Index. Als Gründe dafür werden etwa das milde Klima, das grüne Zentrum, eine aktive Start-up- und Kulturszene sowie die innovativen Ansätze der Smart-City-Strategie angeführt.

Zum Artikel auf Tourismus.de

 
 
 
 
 

Interaktive Karte von Baden-Württemberg

 

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Impressionen aus dem Land

 

Ein Bilderalbum mit Impressionen aus Baden Württemberg

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Landesjubiläum Baden-Württemberg 2012

 

60 Jahre Baden-Württemberg

Das Landesjubiläum war der Jahresschwerpunkt 2012 der Landeszentrale für politische Bildung. Rückblicke, Ausblicke. Gegenwarts- und Zukunftsfragen waren Gegenstand der Auseinandersetzung. Die Veröffentlichungen reichen vom bebilderten Jubiläumsband bis zum kurz gefassten Faltblatt über Baden-Württemberg.

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