Region Bodensee-Oberschwaben

Fotos: LMZ Baden-Württemberg

Aktuelles

23. 06. 2014

Die Anekdote ist gut erfunden. „Where are the horses“, soll Queen Elizabeth II. gefragt haben, als sie 1965 durch das Schiller-Nationalmuseum in Marbach geführt wurde und statt der geliebten Pferde Handschriften und Bilder des berühmtesten schwäbischen Dichters ansehen durfte. Marbach am Neckar, nicht Marbach an der Lauter. Unterschiedlicher als die beiden schwäbischen Orte können kaum zwei Namensvettern sein.

Beide allerdings sind berühmt und markieren in ihrem Fach den Olymp: die zum Landkreis Ludwigsburg gehörende Kleinstadt Marbach am Neckar mit dem Geburtshaus von Friedrich Schiller, dem Deutschen Literaturarchiv und den beiden Literaturmuseen; der Weiler Marbach an der Lauter im Gomadinger Ortsteil Dapfen mit dem Landesgestüt und seiner weltbekannten Araberzucht. Pferdenärrische kleine Mädchen zieht es in dieses und später dann oft in jenes, um das vorgestellte Glück im Sattel gegen das der poetischen Imagination einzutauschen.

Doch wie kam es dazu, dass der Olymp der deutschsprachigen Literatur in einem schwäbischen Städtchen liegt und welche Bedeutung spielt dabei die Unterwelt, der Hades?


16. 06. 2014

Entscheidungen über die politische Zukunft Deutschlands nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden an einer Reihe unterschiedlicher Orte wie Jalta, Potsdam, London, Paris, Moskau und Washington getroffen. Am 6. September 1946 war das Württembergische Staatstheater in Stuttgart Schauplatz einer bedeutenden Rede des US-amerikanischen Außenministers James F. Byrnes, die als Meilenstein in die amerikanische Nachkriegspolitik gegenüber Deutschland in die Geschichte eingegangen ist. In der Rede wurde zum ersten Mal deutlich, dass die Feindschaft und der bittere Antagonismus der Kriegsjahre und unmittelbaren Nachkriegsmonate einer amerikanischen Bereitschaft zur Kooperation mit deutschen politischen Institutionen im beginnenden Kalten Krieg gewichen waren.

„Ich bin nach Deutschland gekommen, um mich an Ort und Stelle über die mit dem Wiederaufbau Deutschlands verbundenen Probleme zu orientieren und die Ansichten der Regierung der Vereinigten Staaten über einige der vor uns liegenden Probleme mit unseren Vertretern in Deutschland zu besprechen,“ so Byrnes in seiner Stuttgarter Rede. In der Wahrnehmung der Zeitgenossen gab die Ansprache Anlass zur Hoffnung, dass Deutschland in absehbarer Zukunft wieder in die demokratische Staatengemeinschaft aufgenommen würde und sich wirtschaftlich entwickeln könnte.


09. 06. 2014

Als Ergebnis des von Deutschland ausgelösten Zweiten Weltkriegs verloren rund 12,5 Millionen Deutsche aus den Ostgebieten des Reiches und einer Reihe ostmitteleuropäischer Staaten ihre Heimat. Als Fremde zunächst von der eingesessen Bevölkerung abgelehnt, trugen sie schließlich in einem jahrzehntelangen Eingliederungs- und schließlich Assimilierungsprozess entscheidend zum Wiederaufbau der beiden deutschen Staaten bei.

Die erste bundesweite und öffentliche politische Willensbekundung der Vertriebenen erfolgte mit der am 5. August 1950 im Großen Kursaal in Bad Cannstatt verabschiedeten Charta der deutschen Heimatvertriebenen. Von ihnen als ihr Grundgesetz bezeichnet, ist die Charta zu einem Erinnerungsort mit bundesweiter Ausstrahlung, nicht nur im Verständnis der Vertriebenen, geworden. Dennoch wird die Anerkennung des 5. August als nationaler Gedenktag für die Opfer von Vertreibung nach wie vor kontrovers diskutiert.


02. 06. 2014

Bebenhausen, seit der Eingemeindung nach Tübingen (1974) mit 340 Einwohnern der kleinste Teilort der zweitkleinsten Universitätsstadt Baden-Württembergs – ein Erinnerungsort im drittgrößten deutschen Bundesland? Die bukolisch-idyllische „Perle des Schönbuchs“ – ein für die demokratisch-politische Kultur relevanter Kristallisationskern kollektiver Erinnerung im Südweststaat? Sollte hierfür gegebenenfalls genügen, dass im ehemaligen Kloster und Jagdschloss ein Kapitel der Gründungsgeschichte unseres Landes geschrieben wurde?

Inwiefern und inwieweit repräsentiert der Sitz eines ephemeren Landtags und zugleich „Behördenvorort“ der kurzlebigen Landeshauptstadt Tübingen eine südwürttembergisch-oberschwäbisch-hohenzollerische Regionalidentität oder gar ein landesgeschichtliches Erbe im weiteren Sinne? Wie viel historische Tiefenbohrung am Gedächtnistopos Bebenhausen ist andernfalls erforderlich, um den Quelltopf symbolischer Bedeutung und kollektiver Sinnstiftung freizulegen und sprudeln zu lassen?


26. 05. 2014

Gurs, im südfranzösischen Département Basses-Pyrénées unweit von Pau und dem Wallfahrtsort Lourdes gelegen, ist zum Symbol mehrfacher „Säuberungen“ und Vertreibungen und insgesamt der Systembrüche des 20. Jahrhunderts geworden. 1939 wurde auf dem Hochplateau von Gurs eines jener improvisierten Sammellager errichtet, in dem die französische Regierung die Bürgerkriegsflüchtlinge aus Spanien internierte: Zivilisten vornehmlich aus Katalonien, Freiwillige der Internationalen Brigaden sowie Soldaten der nun besiegten Republik.

Das Internierungslager Gurs diente der Unterbringung ganz unterschiedlicher Internierter: vermeintlich oder tatsächlich feindlich gesinnter Ausländer während des „Sitzkrieges“ (drôle de guerre), französischer Kommunisten nach der deutschen Besetzung Südfrankreichs 1942, zuletzt nach der Befreiung als Gefangenenlager für Kollaborateure und deutsche Kriegsgefangene.

In der kollektiven Erinnerung ist Gurs mit keiner dieser heterogenen Interniertengruppen substanziell verbunden. Gurs ist vielmehr Synonym der Internierung jüdischer Zwangsmigranten: Flüchtlingen aus dem von Deutschland annektierten Elsass und Lothringen, vor allem aber den Opfern der ersten Massendeportation aus Deutschland, der sogenannten Oktoberdeportation der badischen und „saarpfälzischen“ Juden. Dies macht Gurs zu einem besonderen Erinnerungsort der badischen Geschichte. Als das unter allen französischen Internierungslagern am längsten bestehende ist Gurs überdies symptomatisch für die oft reibungslos funktionierende Kollaboration des französischen Vichy-Regimes mit dem nationalsozialistischen Deutschland.


19. 05. 2014

Am Abend des 8. November 1939, wenige Wochen nach Beginn des Zweiten Weltkrieges, schreckte ein Anschlag die Weltöffentlichkeit auf. Am Jahrestag des „Hitlerputsches“ von 1923 war auf Hitler, Führer der NSDAP, Reichskanzler und Oberster Befehlshaber der Wehrmacht, im Münchener Bürgerbräukeller ein Anschlag verübt worden, der den Versammlungssaal nahezu vollständig zerstörte und acht Menschenleben forderte.

Dass es in Deutschland nicht nur Gefolgsleute Hitlers gab, die seinen Befehlen willig folgten, macht der Widerstand gegen den Nationalsozialismus deutlich. In Konzentrationslagern und Gefängnissen fanden sich bei Kriegsbeginn bereits hunderttausende Häftlinge. Aus der Haft heraus konnten sie das Regime nicht mehr aktiv bekämpfen, es blieb ihnen nur, sich gegen Willkür und Schrecken zu behaupten. Die Gestapo und der Sicherheitsdienst hatten viele der Regimegegner eingeschüchtert, verhaftet oder inhaftiert. Manche der Regimegegner waren aber durch Terror nicht zu verunsichern und bereiteten sich auf die Zeit „danach“ vor. Sie planten einen Umsturz, aber immer wieder scheiterten ihre Versuche, die Kräfte des Widerstands zu bündeln, Aktionen abzustimmen, die Voraussetzungen für die Gelegenheit zum Anschlag zu suchen und zu schaffen.

Johann Georg Elser wurde so zu einer Ausnahme, die nicht nur seinen Zeitgenossen schier unvorstellbar schien, sondern sich auch viele Jahrzehnte, bis in die 1980er-Jahre, dem gerechten Urteil der Nachlebenden entzog. Deshalb soll versucht werden, nicht nur sein Leben und seine Leistung, sondern auch sein Leiden vor Augen zu führen und den von ihm geplanten Anschlag auf Hitler in die allgemeine Widerstandsgeschichte einzuordnen.


12. 05. 2014

Es war eine perfekte Inszenierung, die die badischen Nationalsozialisten am 16. Mai 1933 – dem Tag der Konstituierung des gleichgeschalteten Badischen Landtags – in Karlsruhe zur Demütigung ihrer politischen Gegner vorbereitet hatten und mit der sie zugleich ein signifikantes Zeichen der neuen politischen Unkultur setzten. Für diesen Tag hatten die neuen Machthaber die öffentliche Überführung prominenter Sozialdemokraten vorgesehen, die als „Schutzhäftlinge“ im Karlsruher Bezirksgefängnis einsaßen und nun in einem mittelalterlich anmutenden Schauspiel den Weg in das nahe dem nordbadischen Bad Mingolsheim neu errichtete Konzentrationslager Kislau anzutreten hatten.

Den politischen Gefangenen war eine besonders infame Form des NS-Terrors zugedacht: ihre öffentliche Herabwürdigung durch einen fanatisierten Nazi-Mob, dem die Gelegenheit geboten wurde, seinen Aggressionen und niederen Instinkten freien Lauf zu lassen. Diese Verhöhnung politischer Gegner wurde als öffentlich demonstrierter „Volkszorn“ legitimiert und gutgeheißen.


Landesjubiläum Baden-Württemberg 2012

60 Jahre Baden-Württemberg - das Landesjubiläum ist der Jahresschwerpunkt 2012 der Landeszentrale für politische Bildung. Hier sollen Rückblicke genauso möglich sein wie Ausblicke. Gegenwarts- und Zukunftsfragen wie die um mehr Bürgerbeteiligung oder die Gestaltung der Integration erhalten ein besonderes Gewicht. Ob Seminare oder Stadtführungen, Ausstellungen oder spannende Spiele zur Politik – die Landeszentrale stellt ein breit gefächertes Programm vor. Die Veröffentlichungen reichen vom großzügig bebilderten Jubiläumsband bis zum kurz gefassten Faltblatt über Baden-Württemberg. ...mehr


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News-Box: BW in den Medien

 

Dezember 2016

Karlsruhe ist die lebenswerteste Stadt Deutschlands

zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Fraunhofer Morgenstadt City-Index. Als Gründe dafür werden etwa das milde Klima, das grüne Zentrum, eine aktive Start-up- und Kulturszene sowie die innovativen Ansätze der Smart-City-Strategie angeführt.

Zum Artikel auf Tourismus.de

 
 
 
 
 

Interaktive Karte von Baden-Württemberg

 

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Erklärfilm - so funktioniert Landespolitik

 

Ein kurzer Animationsfilm der Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund erklärt, wie Landespolitik funktioniert.
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Impressionen aus dem Land

 

Ein Bilderalbum mit Impressionen aus Baden Württemberg

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Online-Spiel: Stadt-Land-Fluss in Baden-Württemberg

 

Bei diesem Spiel müssen Sie Flüsse und Städte Baden-Württembergs auf den richtigen Platz auf der Karte ziehen.

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