Landeskunde Baden-Württemberg

 

Geschichtspolitik in Russland

Die Erinnerungskultur der Russlanddeutschen ist maßgeblich von den Opfererfahrungen im Stalinismus, von der Germanophobie und gesellschaftlicher Marginalisierung geprägt. In der gegenwärtigen Russländischen Föderation finden die historischen Erfahrungen der deutschen Minderheit kaum Beachtung, da der Sieg über das NS-Deutschland zum zentralen Identitätsnarrativ, zu einem alle Schichten der russischen Bevölkerung umfassenden Konsens geworden ist. Diesem Schlüsselereignis der nationalen Geschichte werden auch die dunklen Seiten der Vergangenheit untergeordnet, seien es Hungerkatastrophen, das GULag–Imperium, die Verbannung ganzer Völker und andere Massenverbrechen des Stalinregimes. Im Unterschied zu der Ukraine, in der seit 2015 der Zugang zu allen Archiven des NKWD-KGB frei gemacht wurde, geraten auf Anweisungen der Kreml-Ideologen immer mehr Archivbestände aus der Zeit des Stalinismus unter Verschluss.

Bis heute gibt es in der Russländischen Föderation kein zentrales Mahnmal für die deutschen Opfer der Deportationen und der Zwangsarbeit, kein nationales Museum und Dokumentationszentrum, keine einzige Gedenkstätte auf dem Gelände eines ehemaligen Arbeitslagers. Im öffentlichen Diskurs oder etwa im Schulunterricht wird ihre Verfolgung und Diskriminierung zur Sowjetzeit kaum erwähnt. Nur einige zivilgesellschaftliche Organisationen wie „Memorial“ und die Betroffenen selbst thematisieren ihre Vergangenheit. In einigen Provinzstädten wurden auf private Initiative Gedenkzeichen errichtet, die an das schwere Schicksal der deutschen Mitbürger erinnern.

 

Hintergründe

 

Allgemeine historisch-politische Hintergründe

Was zeichnete das Russische Reich aus, wann und wie sind deutsche Handwerker und Bauern ins Zarenreich eingewandert und welche Rolle spielten deutsche Siedler im Vielvölkerstaat Russland?

mehr Informationen

 
 
 
 
 

Nach dem Ersten Weltkrieg

 

Brüche und Kontinuitäten nach 1917

Was geschah nach der Einführung der Sowjetunion als multinationalem Einparteienstaat? Welche Bewegungen bestimmten die Zwischenkriegszeit, welche Veränderungen ergaben sich ab 1941 und wann trat Normalisierung ein?

mehr Informationen

 
 
 
 
 

Nach dem Kalten Krieg

 

Auflösung der UdSSR

Der politische und wirtschaftliche Transformationsprozess der einzelnen Staaten nach dem Zerfall der UdSSR verlief schmerzhaft. Eine große Migrationsbewegung begann, in der die deutsche Minderheit, Russen Urkainer und andere Nationalitäten in "ihre" Staaten zurückkehren ließ.

mehr Informationen

 
 
 
 
 

Persönlichkeiten

 

Herausragende Sowjet-Deutsche Persönlichkeiten

Bekannte Politiker, Wissenschaftler und Ingenieure sind sowjet-deutscher Herkunft. Wer dazu gehört?

mehr Informationen

 
 
 
 
 

Informationsbroschüre

 

Baden-Württemberg - ein Porträt in Zahlen 2016

eine Broschüre des Landesamts für Statistik

zur Broschüre

 
 
 
 
 

Charta der Vielfalt

 

Seit 2012 ist Baden-Württemberga als zwölftes Bundesland Mitglied der "Charta der Vielfalt". Hinter diesem Namen steht ein Manifest sowie ein Wirtschaftsverband, der sich für ein Arbeitsumfeld frei von Vorurteilen einsetzt. Schirmherrin der Charta ist Angela Merkel.

Charta der Vielfalt