Landeskunde Baden-Württemberg

 

Regionen

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Donautal vom Eichfelsen - Schafherde auf der Alb bei Seeburg - Allgäulandschaft mit Isny - Schloss Montfort mit Bodensee

Vielfalt politischer Kulturen

Jedes der größeren und kleineren Ausgangsgebiete des heutigen Landes weist seine eigenen politischen und kulturellen Traditionen auf. Besonders prägend für die Entwicklung eigener Mentalitäten und politischer Kulturen war die jeweilige Konfession des Gebietes. Zudem ist diese Individualität auch „Produkt geopolitischer Gegebenheiten, ökonomischer Bedingungen, vergangener Erlebnisse, obrigkeitlicher Erziehungsmaßnahmen und historischer Traditionen“ (Hans-Georg Wehling).  Die Strukturen kleiner Kultur haben waren selbst nach dem Vereinheitlichungsstreben der beiden neuen Mittelstaaten „von Napoleons Gnaden“ – Baden und Württemberg – noch zu spüren.Um das Land Baden-Württemberg in seinen einzelnen Teilen zu verstehen, sind diese historischen Prägungen sehr aufschlussreich.


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Revolution und Kulturkampf

Es gibt deutliche Unterschiede zwischen beiden Ländern: In Baden fand 1848/49 die einzige erfolgreiche Revolution auf deutschem Boden statt, die nur durch fremde – preußische – Truppen niedergeschlagen werden konnte. In Württemberg gab es statt einer Revolution in der Hauptsache einen parlamentarischen Mehrheits- und Regierungswechsel mit liberalen Reformen. Es war das Ergebnis einer jahrhundertealten ununterbrochenen Partizipationskultur in Altwürttemberg.

Während des Kulturkampfes, der in Baden früher schon als in Preußen einsetzte, erlebte das Land seit den 1850er Jahren einen besonders heftigen Konflikt zwischen der katholischen Kirche einerseits und dem Staat mit protestantischem Herrscherhaus und protestantischer, überwiegend liberaler Verwaltungselite andererseits. Württemberg galt demgegenüber während des Kulturkampfes als „Oase des Friedens“, wenngleich der katholisch- protestantische Gegensatz auch hier die Katholiken zusammenschweißte und Gesellschaft und Politik prägte.

Entstehen gesellschaftlichen Milieus

Am Ende des 19. Jahrhunderts setzte sich die Fundamentalpolitisierung der Gesellschaft durch. Durch die kulturelle Überformung sozioökonomischer und konfessioneller Interessenlagen entstanden deutlich voneinander abgegrenzte gesellschaftliche Milieus: ein (national-) liberales, „modernes“, weil am säkularen Staat orientiertes Milieu in den meist städtisch- protestantischen Gebieten mit starker Handwerkerschaft und starkem Wirtschaftsbürgertum; ein überwiegend protestantisches Arbeitermilieu in den Industriestandorten, schließlich ein „ultramontanes“ – weil „jenseits der Berge“ an Rom orientiertes – katholisches Milieu, das konfessionsintegrierend alle Volksschichten umfasste.

Speziell für Württemberg kam ein ländlich-agrarisches und protestantisch-konservatives Milieu hinzu. Jede dieser gesellschaftlichen Großgruppen – geprägt von den Faktoren Region, Konfession, Schichtzugehörigkeit und kulturelle Orientierung, getragen von einem ausdifferenzierten Vereins- und Verbandswesen – unterstützte seine jeweils spezifische parteipolitische Interessenvertretung: die protestantischen national- und linksliberalen Parteien, die Sozialdemokratie, das Zentrum als Partei des politischen Katholizismus und den protestantisch-konservativen Bauernbund in Württemberg.

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Politik & Unterricht: Regionen in Baden-Württemberg

 

Regionale Identität im Alltag
Schüler entdecken ihre Region
Großregionen in Baden-Württemberg
Wege zur Landesindentität
Heft 1/2001 PDF (2 MB) 

 
 
 
 
 

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