Die Regionalverbände

In Baden-Württemberg gibt es zwölf Regionalverbände. Sie wurden 1973 im Zuge einer großen Verwaltungsreform eigeführt. Ihre zentrale Aufgabe ist die Umsetzung der Regionalplanung nach dem Landesplanungsgesetz. Sie werden deshalb auch Planungsgemeinschaften genannt. Damit sind Aufgaben der regionalen Raumplanung gemeint, die Gemeindegrenzen und auch die Grenzen von Landkreisen überschreiten.

Die Regionalverbände sind eine Art Bindeglied zwischen dem Land und den Kommunen. Sie sind keine klassischen Mittelbehörden der Landesverwaltung, sondern stehen außerhalb der Verwaltungshierarchie des Landes. Dennoch bilden sie eine Ebene zwischen den Stadt- und Landkreisen einerseits und der Landesverwaltung andererseits. Je drei Regionalverbände bilden einen Regierungsbezirk. Baden-Württemberg hat ingesamt vier Regierungsbezirke. Das Zweite Gesetz zur Verwaltungsreform („Regionalverbandsgesetz“) vom 26. Juli 1971 ersetzte die früheren 20 regionalen Planungsgemeinschaften durch zwölf öffentlich-rechtliche Verbände.

Baden-Württemberg besteht aus zwölf Regionalverbänden. Je drei Regionalverbände bilden einen Regierungsbezirk. Der Regierungsbezirk Karlsruhe ist grün, der Regierungsbezirk Stuttgart blau, der Regierungsbezirk Freiburg lila und der Regierungsbezirk Tübingen gelb eingefärbt. Die weißen Linien trennen die Land- und Stadtkreise voneinander. 

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Überblick: Die zwölf Regionalverbände

  • Region Stuttgart

    • Zum Verband gehören: Stadtkreis Stuttgart, Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr-Kreis.
    • Einwohner:innen: 2.777.542
    • Bevölkerungsdichte: 760 Einwohner:innen/Quadratkilometer
    • Fläche: 3.654 km²
    • Zahl der Gemeinden: 179
    • Rund 7,4 % des BIP fließen in die Forschung und Entwicklung. Damit liegt der Wirtschaftsstandort rund 4 Prozentpunkte über dem Bundesdurschnitt (3,1 %) und deutschlandweit auf Platz eins.
    • Die Region Stuttgart hat im Jahr 2021 über ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von Baden-Württemberg erwirtschaftet. Gut 7,4 Prozent des BIPs in der Region Stuttgart werden für Forschung und Entwicklung ausgegeben – mehr als in jeder anderen Region Deutschlands.
    • Verband Region Stuttgart

    (Daten aus 2023)

  • Region Heilbronn-Franken

    • Zum Verband gehören: Stadt Heilbronn, Landkreis Heilbronn, Main-Tauber-Kreis, Landkreis Schwäbisch Hall und Hohenlohekreis
    • Einwohner:innen: 934.653
    • Bevölkerungsdichte: 198 Einwohner:innen/km²
    • Fläche: 4.765 km²
    • Zahl der Gemeinden: 111
    • Regionalverband Heilbronn-Franken

    (Daten aus 2023)

  • Region Ostwürttemberg

    • Zum Verband gehören: Landkreis Heidenheim und Ostalbkreis
    • Einwohner:innen: 452.504
    • Bevölkerungsdichte: 212 Einwohner:innen/km²
    • Fläche: 2.138,53 km²
    • Zahl der Gemeinden: 53
    • Regionalverband Ostwürttemberg

    (Daten aus 2023)

  • Region Mittlerer Oberrhein

    • Zum Verband gehören: Stadtkreise Karlsruhe und Baden-Baden sowie Landkreise Karlsruhe und Rastatt
    • Einwohner:innen: 1.051.429
    • Bevölkerungsdichte: 492 Einwohner:innen/km²
    • Fläche: 2.137,03 km²
    • Zahl der Gemeinden: 57
    • Region Mittlerer Oberrhein

    (Daten aus 2023)

  • Region Rhein-Neckar

    • Zum Verband gehören: Die kreisfreien Städte Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg sowie der Neckar-Odenwald-Kreis und der Rhein-Neckar-Kreis. Aus Hessen und Rheinland-Pfalz sind es die Landkreise Bad Dürkheim, Bergstraße, Germersheim, Rhein-Pfalz-Kreis und Südliche Weinstraße sowie die kreisfreien Städte Frankenthal und Landau, Neustadt an der Weinstraße, Speyer und Worms.
    • Einwohner:innen: 1.174.931
    • Bevölkerungsdichte: 481 Einwohner:innen/km²
    • Fläche: 2.441,30 km²
    • Zahl der Gemeinden: 290
    • Regionalverband Rhein-Neckar

    (Daten aus 2023)

  • Region Nordschwarzwald

    • Zum Verband gehören: Stadtkreis Pforzheim und Landkreise Enzkreis, Calw und Freudenstadt
    • Einwohner:innen: 618.047
    • Bevölkerungsdichte: 264 Einwohner:innen/km²
    • Fläche: 2.339,28 km²
    • Zahl der Gemeinden: 70
    • Regionalverband Nordschwarzwald

    (Daten aus 2023)

  • Region Südlicher Oberrhein

    • Zum Verband gehören: Stadtkreis Freiburg und Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen und Ortenaukreis
    • Einwohner:innen: 1.121.165
    • Bevölkerungsdichte: 276 Einwohner:innen/km²
    • Fläche: 4.061,51 km²
    • Zahl der Gemeinden: 126
    • Regionalverband Südlicher Oberrhein

    (Daten aus 2023)

  • Region Schwarzwald-Baar-Heuberg

    • Zum Verband gehören: Landkreise Schwarzwald-Baar-Kreis, Rottweil und Tuttlingen
    • Einwohner:innen 499.221
    • Bevölkerungsdichte: 197 Einwohner:innen/km²
    • Fläche: 2.529,14 km²
    • Zahl der Gemeinden: 76
    • Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg

    (Daten aus 2023)

  • Region Hochrhein-Bodensee

    • Zum Verband gehören: Landkreise Lörrach, Waldshut und Konstanz
    • Einwohner:innen: 700.386
    • Bevölkerungsdichte: 254 Einwohner:innen/km²
    • Fläche: 2.755,79 km²
    • Zahl der Gemeinden: 92
    • Regionalverband Hochrhein-Bodensee

    (Daten aus 2023)

  • Region Neckar-Alb

    • Zum Verband gehören: Landkreise Reutlingen, Tübingen und Zollernalbkreis
    • Einwohner:innen: 719.621
    • Bevölkerungsdichte: 292 Einwohner:innen/km²
    • Fläche: 2.464,54 km²
    • Zahl der Gemeinden: 62
    • Regionalverband Neckar-Alb

    (Daten aus 2023)

  • Region Bodensee-Oberschwaben

    • Zum Verband gehören: Landkreise Bodenseekreis, Ravensburg und Sigmaringen
    • Einwohner:innen: 643.691
    • Bevölkerungsdichte: 184 Einwohner:innen/km²
    • Fläche: 3.501,08 km²
    • Zahl der Gemeinden: 87
    • Regionalverband Bodensee-Oberschwaben

    (Daten aus 2023)

  • Region Donau-Iller

    • Zum Verband gehören: Alb-Donau-Kreis, Kreis Biberach und Stadtkreis Ulm. Der bayerische Teil der Region besteht aus den Landkreisen Günzburg, Neu-Ulm, Unterallgäu und der kreisfreien Stadt Memmingen.
    • Einwohner:innen 537.550
    • Bevölkerungsdichte: 186 Einwohner:innen/km²
    • Fläche: 2.886,75 km²
    • Zahl der Gemeinden: 205
    • Regionalverband Donau-Iller

    (Daten aus 2023)

Manche Regionalverbände sind über Landesgrenzen hinweg organisiert. Denn Aufgaben der Regionen beschränken sich nicht auf einzelne Bundesländer. Zwei Regionalverbände in Baden-Württemberg sind grenzübergreifend angelegt:

Zum Regionalverband Donau-Iller gehören auch drei bayerische Landkreise (Günzburg, Neu-Ulm und Unterallgäu) sowie die kreisfreie Stadt Memmingen. Dem Verband Region Rhein-Neckar (Metropolregion Rhein-Neckar) gehören seit 2006 auch ein Landkreis in Hessen (Lkr. Bergstraße) sowie vier Landkreise (Bad Dürkheim, Germersheim, Rhein-Pfalz-Kreis und Südliche Weinstraße) und sechs kreisfreie Städte( Frankenthal, Landau, Ludwigshafen am Rhein, Neustadt an der Weinstraße, Speyer und Worms) in Rheinland-Pfalz an.

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Was sind die Aufgaben der Regionalverbände?

Die Regionalverbände sind für die Entwicklung ihrer jeweiligen Region verantwortlich. Dafür erstellen sie regelmäßig Regionalpläne, in denen bestimmte Ziele für die Region und die Umsetzung dieser Ziele festgelegt werden. Die Regionalpläne enthalten Vorgaben für

  • die regionale Siedlungsstruktur (insbesondere durch die Festlegung von Klein- und Unterzentren, regionalen Entwicklungsachsen, Siedlungsbereichen und von Schwerpunkten des Wohnungsbaus sowie für Gewerbe, Industrie- und Dienstleistungseinrichtungen),
  • die räumliche Sicherung von Verkehrstrassen und von Infrastrukturvorhaben (zum Beispiel im Energie- oder Abfallbereich),
  • die regionale Rohstoffsicherung,
  • die regionale Freiraumstruktur (insbesondere durch die Festlegung von regionalen Grünzügen und Grünzäsuren sowie von Gebieten für besondere Nutzungen im Freiraum vor allem für die Land-, Forst- und Wasserwirtschaft oder für die Erholung),
  • Standorte regionalbedeutsamer Windkraftanlagen (Vorrang- und Ausschlussgebiete),
  • den vorbeugenden Hochwasserschutz.

Hinzu kommen weitere Aufgaben in den Bereichen Wirtschaftsförderung, Versorgung und Entsorgung, Umweltschutz und Kultur.

Die Regionalverbände sind keine Verwaltungsebene, sondern eine reine Planungsebene. Regionalprobleme können innerhalb der Verbände unbefangener und über den Tag hinaus angegangen werden, weil die Verbände außerhalb der Verwaltungshierarchie stehen. Exekutive Funktionen haben sie nicht – mit Ausnahme des Verbands Region Stuttgart. Hier werden die 80 Mitglieder der Regionalversammlung direkt vom Volk gewählt.

In der Region Stuttgart nimmt der 1994 zur Stärkung der regionalen Zusammenarbeit gebildete Verband Region Stuttgart (VRS) die Aufgaben der Regionalplanung sowie Trägerschafts- und Koordinierungsaufgaben in wichtigen Feldern der Regionalentwicklung wahr. Dem Verband Region Stuttgart obliegt die Regional- und Landschaftsrahmenplanung sowie die Konzeption, Planung und Umsetzung eines Landschaftsparks Region Stuttgart. Zu den Pflichtaufgaben des Verbands zählen außerdem die Regionalverkehrsplanung, der regional bedeutsame öffentliche Personennahverkehr (insbesondere S-Bahn-Verkehr), die regionale Wirtschaftsförderung, das regionale Tourismusmarketing sowie Teile der Abfallentsorgung. Freiwillige Aufgaben des Verbands betreffen die Trägerschaft und Koordinierung von regionalbedeutsamen Messen, Kongressen, Kultur- und Sportveranstaltungen.

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Wie sind die Regionalverbände organisiert?

Die Regionalverbände sind Körperschaften des öffentlichen Rechts. Das heißt, sie sind nicht Teil der klassischen Mittelbehörden (Regierungspräsidien), sondern eigene Einheiten. Sie sind nicht „verstaatlicht“, sondern handeln selbstverantwortlich und bestimmen über die Bereiche, die das Land Baden-Württemberg aus seiner Verwaltung ausgegliedert hat. Trotzdem sind sie Teil der öffentlichen Gewalt und müssen im Rahmen der Gesetze agieren. Die Regionalverbände bestehen aus einer demokratisch legitimierten Verbandsversammlung, einem Verbandsvorsitzenden und einer Verwaltung mit einer Regionaldirektion.

Auch bei der Finanzierung der Regionalverbände zeigt sich die enge Anbindung an die kommunale Ebene. Sie finanzieren sich zwar auch durch Landeszuschüsse, vor allem aber durch eine Umlage bei den Städten und Gemeinden (bzw. indirekt über die Landkreise).

Verbandsversammlung

Die Wahl der Mitglieder erfolgt durch die Kreistage der jeweiligen Landkreise und durch die Stadträte der kreisfreien Städte. Die Wahl findet drei Monate nach der Wahl der Kreis- und Gemeinderäte statt. Bei zwei Regionalverbänden gibt es Ausnahmen: Im Verband Region Stuttgart werden die Mitglieder der Verbandsversammlung direkt von den wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern gewählt. Die Verbandsversammlung des Verbands Region Rhein-Neckar besteht aus den Landräten der Kreise, den (Ober-)Bürgermeistern der Städte mit mehr als 25.000 Einwohnern sowie weiteren gewählten Vertretern der Kommunen und Landkreise der Region.

Die Verbandsversammlung hat mindestens 40 und maximal 80 Mitglieder. Bei mehr als 400.000 Einwohnern erhöht sich die Zahl für je 30.000 Einwohner um zwei Mitglieder. Die Mitglieder der Verbandsversammlung sind ehrenamtlich tätig.

Die Verbandsversammlung ist das höchste Gremium des Regionalverbands. Sie entscheidet über alle Angelegenheiten des Regionalverbands. Oft bilden Verbandsversammlungen auch Ausschüsse.

Verbandsvorsitz

Er wird aus den Reihen der Mitglieder der Verbandsversammlung gewählt und ist ehrenamtlich tätig. Die Amtszeit endet mit dem Ende der Amtszeit der Verbandsversammlung. Der Vorsitzende oder die Vorsitzende leitet die Sitzungen der Verbandsversammlung und die Verbandsverwaltung.

Verbandsverwaltung

Die Verbandsverwaltung mit ihrer Geschäftsstelle erledigt die operative Arbeit des Regionalverbandes. Geleitet wird die Verbandsverwaltung von Regionaldirektoren, die von der Verbandsversammlung auf Zeit gewählt werden.

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Die Bevölkerung in den Regionen im Vergleich

Die Bevölkerungsdichte in Baden-Württemberg (Landeswert 2025: 315 Bewohner:innen pro km²) ist von Region zu Region sehr unterschiedlich. Die meisten Menschen leben in der Region Stuttgart. Auch die Bevölkerungsdichte (760 Einwohner:innen pro Quadratkilometer) ist dort am höchsten. In der Region Ostwürttemberg leben am wenigsten Einwohner:innen. Am meisten Platz haben dagegen die Menschen in der Region Bodensee-Oberschwaben mit der geringsten Bevölkerungsdichte in Baden-Württemberg.

 

RegionEinwohner:innenEinwohner:innen/ km²
Region Stuttgart2.777.542760
Region Rhein-Neckar1.174.931481
Region Südlicher Oberrhein1.121.165276
Region Mittlerer Oberrhein1.051.429492
Region Heilbronn-Franken934.653196
Region Neckar-Alb719.621292
Region Hochrhein-Bodensee700.386254
Region Bodensee-Oberschwaben643.691184
Region Nordschwarzwald618.047264
Region Donau-Iller537.550186
Region Schwarzwald-Baar-Heuberg499.221197
Region Ostwürttemberg452.504212
Baden-Württemberg11.230.740315
 (Stand: 2023, Quelle: Statistisches Landesamt)

 

 

 

 

 

Publikation: Die Regionalverbände in Baden-Württemberg (2011)

Stadt, Land im Fluss. Planen – entwickeln – gestalten. Die Regionalverbände in Baden-Württemberg.

Die Regionalverbände in BW (PDF)

Autor: Internetredaktion LpB BW | letzte Aktualisierung: Juli 2025

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