Landeskunde Baden-Württemberg

 

Mitglieder der Landesregierung

Kabinett BW 2016
Kabinett 2016, Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg

Ganz am Ende der Verhandlungen standen die neuen Zuschnitte der Ministerien und die Personalentscheidungen an. Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Thomas Strobl haben am 10. Mai die künftige Regierungsmannschaft vorgestellt. Am 13. Mai wurden die Ministerinnen und Minister vereidigt.

Neben Ministerpräsident Kretschmann besteht die Landesregierung aus zehn Ministerinnen und Ministern sowie einer Staatsrätin mit Stimmrecht in der Regierung. Sieben politische Staatssekretärinnen und Staatssekretäre sowie ein  Staatsminister unterstützen die Landesregierung in ihrer Arbeit.

 

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stellt den Ministerpräsidenten und die Leitung folgender Ministerien:


Die CDU stellt den stellvertretende Ministerpräsidenten und die Leitung folgender Ministerien:

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

stellt mit Winfried Kretschmann den Ministerpräsidenten und die Leitung folgender Ministerien:

Der Ministerpräsident

Winfried Kretschmann
Foto: GRÜNE Baden-Württemberg, CC BY-SA 2.0, Wikipedia Commons

Bereits zum zweiten Mal steht Winfried Kretschmann (*17. Mai 1948) an der Spitze der Landesregierung in Baden-Württemberg. Er ist am 12. Mai 2016 beim ersten Wahlgang gewählt worden. Der 67-jährige ist der erste von den Grünen gestellte Ministerpräsident in Deutschland. Von November 2012 bis Oktober 2013 war er zudem auch Präsident des Bundesrates.

Gebürtig stammt Kretschmann von der Schwäbischen Alb. Nach seinem Grundwehrdienst studierte er Biologie und Chemie auf Lehramt und unterrichtete seit 1977 in Esslingen, Stuttgart, Mengen und Bad Schussenried. Er war Gründungsmitglied der Grünen in Baden-Württemberg und saß 1980 als Mitglied der ersten Grünen Fraktion im Landtag. Als Grundsatzreferent arbeitete er ab 1986 mit Joschka Fischer im ersten grünen Umweltministerium, bevor er dann 1992 in den Landtag von Baden-Württemberg zurückkehrte. Diesem gehört er seitdem an und hat dort seine Partei bis zu seiner Amtszeit als Ministerpräsident 2011 auch als Fraktionsvorsitzender vertreten.

Mehr zu Winfried Kretschmann.

Staatsminister im Staatsministerium und gleichzeitig Chef der Staatskanzlei ist Klaus-Peter Murawski, der als Staatssekretär bereits 2011 in der Staatskanzlei vertreten ist. Gisela Erler vertritt als Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgergesellschaft ein Amt, das es nur in Baden-Württemberg gibt.

Ministerium für Soziales und Integration

Manfred Lucha
Foto: Ra Boe, CC BY-SA 3.0 de, Wikipedia Commons

Der neue Minister für Soziales und Integration heißt Manfred Lucha (*13. März 1961). Seit 1979 schon ist er Mitglied bei der Partei Bündnis90/ Die Grünen und war von 1998 bis 2000 auch in deren Landesvorstand vertreten. Der gelernte Chemiewerker und Krankenpfleger hat sein Masterstudium "Management im Sozial- und Gesundheitswesen" in Weingarten abgeschlossen und anschließend die Leitung eines gemeindepsychiatrischen Zentrums in Friedrichshafen übernommen. Zudem ist Lucha Sprecher des gemeindepsychiatrischen Verbundes Bodenseekreis und stellvertretender Bundesvorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft gemeindepsychiatrischer Verbünde. Aus seinem Wahlkreis Ravensburg hat er bei der Landtagswahl 2016 das Direktmandat erhalten.

Unterstützt wird er von der Staatssekretärin Bärbl Mielich.

Ministerium für Finanzen

Edith Sitzmann
Foto: Till Westermayer, CC-BY-SA 4.0, Wikipedia Commons

Die bisherige Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag Edith Sitzmann (*4. Januar 1963) übernimmt das Finanzministerium.

Nach ihrem Studium der Geschichte und Kunstgeschichte war sie zunächst als Reiseleiterin tätig. Danach engagierte sie sich unter anderem als Geschäftsführerin der Grünen in Freiburg und wurde 2009 auch in den Freiburger Gemeinderat gewählt. Beruflich hat sich Sitzmann mit der Beratung und dem Training von Non-Profit-Organisationen selbstständig gemacht. Zwischen 2006 und 2009 war sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen in Baden-Württemberg, von 2011 bis 2016 Fraktionsvorsitzende. Als  Landtagsabgeordnete hat sie thematisch insbesondere mit Kultur, Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Wohnungsbau beschäftigt. Außerdem gehörte sie der Enquete-Kommission „Demografischer Wandel – Herausforderungen an die Landespolitik“ des Landtags an.

Die Staatssekretärin für Finanzen heißt Dr. Gisela Splett.

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft

Franz Untersteller
Foto: Rudolf Simon, CC BY 3.0, Wikipedia Commons

Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft bleibt auch im zweiten Kabinett unter Kretschmann Franz Untersteller (*4. April 1947). Der gebürtige Saarländer sitzt seit 2006 für die Grünen im Landtag, war dort energiepolitischer Sprecher und hat sich im Wirtschafts-, sowie im Energieausschuss eingebracht. Zudem war er bis 2011 stellvertretender Fraktionsvorsitzender.
Untersteller hat Landschaftsplanung in Nürtingen studiert, war längere Zeit in Kolumbien und arbeitete anschließend im Öko-Institut Freiburg, zu dessen Vorstand er auch bis 2011 gehörte.
Im Stuttgarter Wahlkreis III konnte er bei den Landtagswahlen 2016 das Direktmandat holen.

Als Staatssekretär steht im Dr. Andre Baumann zur Seite.

Ministerium für Verkehr

Winfried Hermann
Foto: Sven Teschke, CC BY-SA 3.0, Wikipedia Commons

Eine zweite Amtszeit tritt auch Verkehrsminister Winfried Hermann (*19. Juli 1952) an. Der Lehrer für Geschichte, Politik und Sport ist seit 1982 Mitglied bei den Grünen. Er stand der Partei zwischen 1992 bis 1997 auch als Landesvorstand vor. Danach vertrat er die Grünen im Bundestag, wo er als stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vertreten war. Zudem war er dort Sprecher der Grünen für Sportpolitik, Umweltpolitik und Verkehrspolitik und übernahm 2009 auch den Vorsitz des Verkehrsausschusses.
Hermann vertritt den Wahlkreis Stuttgart II.


Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Theresia Bauer
Foto: CC BY-SA 2.0, Wikipedia Commons

Landesministerin für Wissenschaft, Kunst und Sport bleibt die Grünen Politikerin Theresia Bauer (*6. April 1965). Seit 2001 vertritt sie die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg. Nach ihrem Studium der Politikwissenschaft, Volkswissenschaft und Germanistik arbeitete sie bei der Gesellschaft für politische Ökonomie als Referentin für Politische Bildung. Zudem stand sie der Heinrich-Böll-Stiftung bis 2001 als Geschäftsführerin vor.
Bei den Grünen war sie bis 2011 im Landesvorstand vertreten und als stellvertretende Fraktionsvorsitzende tätig. Sie saß im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kunst, sowie im Aufsichtsrat der Landesstiftung Baden-Württemberg. Sie wurde bereits drei Mal von dem Deutschen Hochschulverband als "Wissenschaftsministerin des Jahres" ausgezeichnet.
Theresia Bauer holte das Direktmandat aus dem Wahlkreis Heidelberg.

Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst ist Petra von Olschowski.

Nach oben

Die CDU

Die CDU stellt den stellvertretende Ministerpräsidenten und die Leitung folgender Ministerien:

Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration

Thomas Strobl
Foto: Laurence Chaperon, CC BY-SA 3.0, Wikipedia Commons

Innenminister und gleichzeitig stellvertretender Ministerpräsident ist Thomas Strobl (*17. März 1960). Der studierte Rechtsanwalt aus Heilbronn ist seit 2011 Landesvorsitzender und seit 2012 auch im Bundesvorstand der CDU. 2014 übernahm er zudem den Posten eines stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden in der CDU/CSU-Bundesfraktion mit der Zuständigkeit für Rechts- und Innenpolitik.
Zuvor hatte er bereits von 2008 bis 2010 den Bundesfachausschusses Wirtschafts-, Haushalts- und Finanzpolitik der CDU Deutschlands geleitet. Thomas Strobl hatte sich im Vorfeld der Landtagswahlen 2016 als Spitzenkandidat beworben, unterlag aber seinem Konkurrenten Guido Wolf.
Der Wahlkreis Heilbronn hat Thomas Strobl stets Direktmandate für seine Tätigkeit als Mitglied des Bundestages ausgesprochen.

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz

Peter Hauk
Foto: Sven Teschke, CC BY-SA 3.0, Wikipedia Commons

Neuer Minister für Ländlichen Raum ist der CDU-Politiker Peter Hauk (*24. Dezember 1960). Der bisherige Oppositionsführer im Baden-Württembergischen Landtag ist studierter Diplom-Forstwirt. Als solcher stand er mehreren Forstämtern vor, verantwortete Projekte bei der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg und hat zudem auch die Arbeitsgemeinschaft Ländliche Erwachsenbildung geleitet.
Seit 1992 gehört Peter Hauk dem Landtag an. Als stellvertretender Fraktionsvorsitzender war er ab 1998 für die Bereiche Umwelt/ Verkehr und Ländlicher Raum/ Landwirtschaft zuständig und war außerdem parlamentarischer Geschäftsführer der CDU. Von April 2005 bis Februar 2010 war Peter Hauk bereits unter dem Kabinett von Günther Oettinger Minister für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg. Hauk ist seit 1992 immer über das Direktmandat im Wahlkreis 38 Neckar-Odenwald in den Landtag eingezogen.

Staatssekräterin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz ist Friedlinde Gurr-Hirsch.

Ministerium der Justiz und für Europa

Foto: Robin Krahl, CC-BY-SA 4.0, Wikipedia Commons

Das Justizministerium liegt in der Zuständigkeit von Guido Wolf (*28. September 1961). Der Spitzenkandidat aus der Landtagswahl 2016 und bisheriger Landtagsfraktionsvorsitzender der CDU kümmert sich im neuen Kabinett um die Bereiche Justiz und Europaangelegenheiten.
Zunächst arbeitete der studierte Jurist beim Landratsamt Tuttlingen und war später als Richter am Verwaltungsgericht Sigmaringen tätig, bevor er dann ins Staatsministerium wechselte. In seiner Karriere folgten das Amt des Bürgermeisters von Nürtingen, das Amt des Landrats und ab 2006 die Arbeit als Landtagsabgeordneter. In dieser Funktion war er Mitglied in mehreren Ausschüssen, wie etwa dem Finanz- und Wirtschaftsausschuss, dessen Vorsitz er auch übernahm. Es folgten die Wahlen zum Fraktionsvorsitzenden sowie zum Landtagspräsidenten, der er bis 2015 war.
Der Wahlkreis von Guido Wolf ist Tuttlingen-Donaueschingen.


Ministerium für Kultus, Jugend und Sport

Susanne Eisenmann
Foto: Ironldy, CC BY-SA 3.0, Wikipedia Commons

Die Ministerin für Kultus, Jugend und Sport heißt Susanne Eisenmann (*28. November 1964). Bis zu ihrem Amtsantritt war sie Bürgermeisterin in Stuttgart für Kultur, Schule und Sport. Studiert hat sie ebenfalls in der Landeshauptstadt die Fächer Germanistik, Linguistik und Politikwissenschaft. Ihren Doktor machte sie im Fachbereich Philosophie. Der Jungen Union trat sie bereits im Alter von 16 Jahren bei und machte dann politische Karriere in Stuttgart. So war sie Gemeinderätin, Fraktionsvorsitzende im Rathaus und schließlich Vorsitzende der CDU Fraktion im Gemeinderat der Stadt Stuttgart.

Im Ministerium wird sie von Staatssekretär Volker Schebesta unterstützt.

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau

Nicole Hoffmeister-Kraut
Foto: WM

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (* 9. Oktober 1972) ist Landesministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau. Die Diplomkauffrau hat an der Universität Würzburg promoviert und anschließend ein Praktikum bei der Londoner Investmentbank Morgan Stanley absolviert. Danach war sie als Analystin bei Ernst & Young an den Standorten London und Frankfurt tätig. Seit 1998 ist sie Gesellschafterin und sitzt seit 2014 auch im Aufsichtsrat der familieneigenen Bizerba GmbH & Co. KG. Mitglied der CDU wurde Hoffmeister-Kraut im Jahr 2009 und engagierte sich noch im selben Jahr als Gemeinderätin in Balingen, sowie seit 2014 auch im Kreistag des Zollernalbkreises. Bei der Landtagswahl 2016 erhielt sie das Erstmandat aus dem Wahlkreis Balingen.

Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau ist Katrin Schütz.

Nach oben

Erklärfilm - so funktioniert Landespolitik


Ein kurzer Animationsfilm der Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund erklärt, wie Landespolitik funktioniert.
mehr

 

Landeskunde Baden-Württemberg