Landeskunde Baden-Württemberg

 

Inspirationen

In den frühen 1950er-Jahren waren die Landtagsabgeordneten, wie bei der Namendebatte, zwar auch von der Identitätsstiftung des Landessymbols, des Wappens, überzeugt, ansonsten aber von anderen Vorstellungen geprägt und beseelt. Vor allem war man - was das Wappenbild anbelangt - weniger zukunfts-, als eher vergangenheitsbezogen.

Fast alle Redner zu diesem Thema suchten eine Lösung mit alten heraldischen Symbolen, beispielsweise nach diesem Muster: Auf dem Wappenschild sollen rechts die Hirschstangen, das Wappen Württembergs, links der Schrägbalken, das Wappen Badens, zu sehen sein, etwa so wie auf dem Wappen des von den Amerikanern geschaffenen Landes Württemberg-Baden, „und womöglich noch das hohenzollerische Wappen irgend wie mit dazu“. Selbst der KPD-Abgeordnete Erwin Eckert, der gegen solche Symbole, als „feudalistische“ Zeichen wetterte, blieb mit seinem Vorschlag, die alte Fahne des Bauernaufstands mit dem Bundschuh zu nehmen, der Historie verhaftet.

Ein Beispiel dafür, wie vehement bis zum Schluss immer wieder etwas „Modernes“, „Neues“, „Nüchternes“ eingefordert wurde, der eigene Vorschlag sich dann aber an uralten traditionellen Vorbildern orientierte, bietet eine Rede des badischen CDU-Abgeordneten Hermann Person im April 1954: „Man müßte doch heute einmal so weit sein“, meinte er, „daß man abkommt von den Löwen, von den Greifen und Hirschen“, von den „Symbolen monarchistischer Dynastien“, von der „romantischen Traditionsschwärmerei“, vom „Zeitalter der Postkutschen“. Doch schlug er dann selbst, wohl um eine vermeintliche württembergische Dominanz im neuen Wappen zu verhindern, ein neues Wappen vor, das den alten badischen Schrägbalken in den württembergischen Farben zeigt.

 

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Jubiläum: 65 Jahre BW

Baden-Württemberg blickt als Bundesland auf 65 Jahre Geschichte zurück. Die Landeszentrale Politische Bildung hat zur Entstehungsgeschichte des Bundeslands ein Themenportal erstellt.

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