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Kultur, Technik und Geschichte in der Museumslandschaft
Dr. Reinhold Weber
Bedeutende kulturgeschichtliche Sammlungen befinden sich im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart (mit Außenstelle in Waldenbuch) und im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe. Hier wird insbesondere territoriale Kulturgeschichte seit dem Mittelalter gezeigt. Reichhaltiges Anschauungsmaterial bieten auch die Staatlichen Museen für Naturkunde in den beiden alten Residenzstädten. Das Lindenmuseum in der Landeshauptstadt zählt zu den bedeutendsten völkerkundlichen Sammlungen Europas. Das Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim zeigt in einem avantgardistischen Bau ausgewählte Objekte aus der Technik-, Sozial- und Kulturgeschichte. Das archäologische Landesmuseum in Konstanz bietet spannende Einblicke in die Vor- und Frühgeschichte des Südwestens.
Private Highlights locken auch internationale Gäste ins Land: Mercedes-Benz zeigt die Geschichte des Automobils in einem Museum, das mit seiner Architektur und seinen Exponaten weltweit für Aufsehen sorgt. Eine weitere Premium-Marke des Landes, Porsche, steht nicht hintan. Stuttgart hat damit zwei Pilgerzentren für Technikbegeisterte und Nostalgiefreunde. Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein zeigt im unkonventionellen Bau des Architekten Frank O. Gehry Design in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen.
Im Jahr 1977, zum 25-jährigen Landesjubiläum, begründete Baden-Württemberg mit der Staufer-Ausstellung eine mittlerweile lange Reihe von „Großen Landesausstellungen“, die insbesondere kulturhistorische Themen des deutschen Südwestens aufgreifen. Landesgeschichte pur bietet das Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart, eines der wichtigsten Kulturprojekte der vergangenen Jahre. Geschichte von deutschlandweiter Bedeutung vermitteln mit eindrucksvollen Ausstellungen nicht zuletzt auch die Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg, die Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus in Stuttgart, die Erinnerungsstätte für Matthias Erzberger in Münsingen-Buttenhausen und die Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte im Schloss Rastatt (weitere Informationen zu Gedenkstätten finden Sie hier).
Die staatlichen Museen werden auf eigenständige und regional spezifische Weise durch zahlreiche Museen auf kommunaler Ebene ergänzt. Hier wird Alltagskultur aus den Bereichen Hauswirtschaft und Wohnen, Handwerk, Orts- und Regionalgeschichte sowie Landwirtschaft plastisch und anregend präsentiert.
Die regionalen Freilichtmuseen, seit den 1960er Jahren kontinuierlich aufgebaut, zeigen die Vielfalt des ländlichen Raums und seiner Geschichte des Bauens, Lebens und Wirtschaftens anschaulich und im Zusammenhang. Einzigartig in seiner Konzeption ist das Museum zur Geschichte von Christen und Juden in Laupheim, das einen lebendigen Zugang zur Geschichte des christlich-jüdischen Neben- und Miteinanders in der oberschwäbischen Stadt bietet.

